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USS Zumwalt: US-Kriegsschiff - Das ist der größte und tödlichste Zerstörer aller Zeiten

Die USS Zumwalt sieht aus wie ein Sternenzerstörer zu Wasser. Vollgestopft mit Lenkwaffen soll sie die Macht der US-Marine auf allen Weltmeeren sichern. Aber die Kostenexplosion ließ die geplante Zerstörer-Flotte auf nur drei Exemplare schrumpfen.

Ein Schiff wie aus einer anderen Galaxis.

Ein Schiff wie aus einer anderen Galaxis.

Seit der USS Constitution huldigt die US-Marine der Devise, die jeweils größten Schiffe ihrer Klasse zu bauen. Der neue Zerstörer USS Zumwalt macht da keine Ausnahme. Nun brach er zur Jungfernfahrt auf. Das Schiff sieht wegen seines Stealth-Designs nicht nur aus, als wäre es für Star Wars konstruiert worden, mit 200 Metern Länge und 15.000 Tonnen Wasserverdrängung ist die Zumwalt ein riesiges Schiff. Zum Vergleich: Im Zweiten Weltkrieg hatte ein deutscher Zerstörer (Z23 Typ 1936 A - Klasse) eine Länge von 120 Metern und eine Wasserverdrängung von nur 3600 Tonnen. Nach damaligen Vorstellungen wäre die USS Zumwalt ein schwerer Kreuzer gewesen. Und das entspricht auch seiner Rolle. Ausgerüstet mit modernsten Lenkwaffen, Laserkanonen und Radarsystemen soll die Zumwalt allen Bedrohungen auf See begegnen können - in der Luft, auf dem Wasser und unter der Wasseroberfläche.

Die Zumwalt auf dem Weg zur Erprobung auf dem Kennebeck River in Massachusetts. 

Die Zumwalt auf dem Weg zur Erprobung auf dem Kennebeck River in Massachusetts. 


Weltweiter Einsatz

Dafür besitzt sie 80 Abschussrampen, zwei 155-Millimeter-Kanonen und zwei Maschinenkanonen mit dem Kaliber von 30 Millimetern zur Abwehr von Raketen. Auf dem Zerstörer können vier Hubschrauber oder Drohnen stationiert werden. Weitreichende Automatisierung macht es möglich, das Schiff mit einer kleinen Crew zu bemannen. Das spart Platz an Bord, der für mehr Waffensysteme genutzt werden kann.

Extreme Kostenexplosion

Die Zumwalt-Klasse sollte die Arleigh-Burke-Zerstörer ersetzen. Wie andere Rüstungsvorhaben wurde sie jedoch von Verzögerungen und enormen Kostensteigerungen geplagt. Aus diesem Grund werden auch nur drei Exemplare gebaut - anstelle von veranschlagten 8,9 Milliarden werden heute Ausgaben von 12,3 Milliarden Dollar eingeplant. Laut AP könnten die Gesamtkosten für die drei Schiffe aber auch leicht 22 Milliarden erreichen.

Vom Ersetzen der Arleigh-Burke-Klasse kann damit keine Rede sein. Davon wurden immerhin 62 Einheiten gebaut oder bestellt. Ein umfassendes Ertüchtigungsprogramm wird die Lebensdauer der Arleigh-Burke-Zerstörer verlängern, abgelöst werden sie irgendwann von einer kompletten Neu-Entwicklung. Eric Wertheim, Autor des Standardwerkes "Guide to Combat Fleets of the World," sagte der AP, dass die Integration so vieler neuer Systeme inklusive eines elektrischen Antriebes viele Risiken mit sich bringen. Nachdem das ursprüngliche Programm von 32 Einheiten auf nur drei Schiffe heruntergefahren worden sei, werde der neue Zerstörer vor allem eine Demonstration des technisch Möglichen sein.

Geschrumpft zum Technologie-Träger

Die Zumwalt wurde eindeutig für das Stealth-Design optimiert und nimmt dafür sogar Einbußen bei der Seetüchtigkeit hin. Der Trend zu übergroßen Schiffen, vollgepackt mit Lenkwaffen, findet sich auch bei anderen Nationen. Militärischen Sinn machen diese überdimensionalen Giganten nur, wenn es gelingt, im Wettlauf der Raketen und der Raketenabwehrsysteme die Nase vorn zu behalten. Wenn nicht kann ein Schiff, das mehrere Milliarden gekostet hat, von einer vergleichsweise billigen Rakete oder einer Unterwasserdrohne ausgeschaltet werden. 

Gleiches gilt für die Stealth-Technologie: Eigentlich sollten so gebaute Schiffe für das gegnerische Radar unsichtbar machen, doch mehren sich die Zweifel, ob moderne Ortungssysteme die Schiffe nicht doch aufspüren können.

Alternative: tödliche Mini-Boote

Ein echter Schock für die weltweite Marine-Rüstung war der russische Einsatz von Lenkwaffen, abgefeuert von einer Flotille im Schwarzen Meer, am 7. Oktober. Dass russische 26 SS-N-30A Cruise Missiles Syrien erreichen können, war wenig überarschend. Der Schock lag woanders , so Schiffsexperte Eric Wertheim. "Die größte Überraschung für Russland-Beobachter war die kleine Größe der Schiffe, die die Missiles abgefeuert haben - es sind 1000-Tonnen-Boote."

Diese Schiffe wurden - anders als die US-Zerstörer - nicht für lange, weltumspannende Operationen entwickelt, dafür sind sie aber klein, billig und vollgestopft mit ebenso tödlichen Raketen wie die teuren US-Pendants.