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Marine Tarnkappen-Zerstörer "USS Zumwalt" wird mit Hyperschall-Raketen bewaffnet

Die USS Zumwalt hat bisher etwa 4,4 Milliarden US-Dollar verschlungen
Die USS Zumwalt hat bisher etwa 4,4 Milliarden US-Dollar verschlungen
© General Dynamics / PR
Die beiden Schiffe der Zumwalt-Klasse sind extrem teuer und bis jetzt praktisch nutzlos. Nun sollen sie mit den neuen Hyperschallraketen der USA ausgerüstet werden.

Die Zerstörer der Zumwalt-Klasse sollten die mächtigsten Zerstörer der Welt werden. Diesen Superlativ haben sie verfehlt, sie wurden die teuersten Zerstörer. Und auch die nutzlosesten – denn in einer unendlichen Geschichte von Pleiten, Fehleinschätzungen und Kostensteigerungen ging den Stealth-Schiffen der Einsatzzweck verloren. Ursprünglich sollten 32 Schiffe gebaut werden. Bisher wurden aber nur drei Einheiten in Auftrag gegeben, von denen zwei zu Wasser gelassen wurden. Das erste Schiff, die "USS Zumwalt", wurde 2016 in Dienst gestellt und ist bislang nicht über einen Testbetrieb hinausgekommen. Jede Einheit kostet etwa 4,4 Milliarden US-Dollar. Das ist fünf Mal so teuer wie der Schätzpreis des chinesischen Gegenstücks, der Raketenzerstörer vom Typ 055 (Typ 055 – Chinas Raketenzerstörer"). Die zudem voll einsatzfähig sind.

Die maßgeschneiderte Kanone der Zumwalt-Klasse erwies sich als Riesenflopp. Jeder Schuss des Long Range Land Attack Projectile (LRLAP) wurde so teuer, dass das Pentagon den Wahnsinn stoppen musste. Ohnehin kann man sich fragen, wie schlau es ist, mit einer Kanone Ziele an Land beschießen. Denn die Reichweite war nur für ein Rohrgeschütz "weit", von Land aus hätte eine Rakete, die man mit einem Pick-up transportieren kann, die "USS Zumwalt" erreichen können.

Wettlauf der Hyperschallwaffen

Nun soll sie mit der Bewaffnung durch Conventional Prompt Strike (CPS)-Hyperschallraketen ausgerüstet werden. Die CPS-Raketen wurden im Frühjahr 2020 erfolgreich getestet. Mit diesen Waffen sollen auch die U-Boote der Virginia-Klasse bis 2025 aufgewertet werden.

Die CPS-Raketen und ihre Träger sollen jedes Ziel auf der Welt in weniger als einer Stunde treffen können. Derzeit setzt die Navy für solche Aufgabe Cruise-Missiles ein. Wegen ihrer geringen Geschwindigkeit besteht allerdings die Befürchtung, dass ein gut ausgerüsteter Gegner die Waffen abfangen könnte. Bewaffnet sind die CPS-Raketen mit einem konventionellen Sprengkopf. Trotz der extremen Geschwindigkeit bei Wiedereintritt in die Atmosphäre sollen die Gefechtsköpfe eine Zielgenauigkeit von nur sechs Zentimeter Abweichung erreichen.

In Sachen Hyperschallwaffen sehen die USA einen erheblichen Nachholbedarf, sowohl Russland wie auch China sind in diesem Feld den USA voraus. Russland erprobt die Anti-Schiffsrakete Zirkon bereits in der Flotte. Erst vor Kurzem hat Verteidigungsminister Sergey Shoigu angekündigt, dass Hyperschallwaffen den Kern der konventionellen Abschreckungskräfte Russlands bilden werden. "Das Potenzial nicht-nuklearer Abschreckungskräfte, vor allem Präzisionswaffen, wird gestärkt. Hyperschallsysteme unterschiedlicher Basis werden ihr Rückgrat bilden."

Kurz vorher sagte Präsident Putin, dass Russland das erste Land sei, welches Hyperschallraketen von U-Booten aus einsetzen könne. Da die Raketen unter Wasser abgefeuert werden können, könnten sich die U-Boote in der Nähe von Zielen bewegen und die ohnehin kurze Reaktionszeit noch weiter verkürzen. Als Träger von Hyperschallwaffen hätten die Schiffe der Zumwalt-Klasse einen neuen Einsatzzweck. Die Installation wird teure Umbauten erfordern, da die Prompt-Strike-Rakete nicht in die vorhandenen Standard-Raketenstarter passt.

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