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Typ 055: Typ 055 – sind Chinas Raketenzerstörer den US-Schiffen der Arleigh-Burke-Klasse wirklich überlegen?

Peking baut einen Zerstörer vom Typ 055 nach dem anderen. Diese Raketen-Zerstörer werden die Leibwächter der chinesischen Flugzeugträger sein. Abgesehen von den US-Trägern gelten sie als die modernsten und kampfstärksten Überwasserschiffe der Welt.

Die Schiffe vom Typ 055 können das Kräfteverhältnis im Pazifik verschieben.

Die Schiffe vom Typ 055 können das Kräfteverhältnis im Pazifik verschieben.

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Früher hieß es "Britannia rule the waves", im Pazifik kann das patriotische Lied allerdings bald umgetextet werden, denn hier greift Peking nach der See-Herrschaft. Ein wichtiges Instrument sind die Raketenzerstörer vom Typ 055. Sie sind weltweit die modernsten und mächtigsten Schiffe ihrer Klasse.

Im Juli 2017 wurde in China der erste Zerstörer des Typs 055 vom Stapel gelassen, in diesem Jahr folgte der zweite. Nummer drei und vier werden in wenigen Monaten zu Wasser gelassen. Fünf und sechs sind auf Kiel gelegt. Die Daten über den Stealth-Zerstörer sind geheim, aber dennoch sind im Laufe des letzten Jahres einige Details durchgesickert. Die Länge von Typ 055 liegt bei 180 Metern, die maximale Breite bei etwa 21 Metern. Anders als zunächst angenommen dürfte die Wasserverdrängung nicht bei 10.000 Tonnen liegen. 13.000 Tonnen dürften eher zutreffen. Typ 055 ist deutlich größer als die US-Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse mit ihren 9100 Tonnen. Und kann entsprechend mehr Lenkwaffen mit sich führen. Weltweit wachsen die Schiffsklassen, im zweiten Weltkrieg hätte man Schiffe von dieser Größe nicht Zerstörer sondern schwere Kreuzer genannt. "The Diplomat" vermutet, dass die chinesischen Medien penetrant die Bezeichnung von 10.000 Tonnen vorziehen, weil diese Zahl im ziffernverliebten China eine besonders triumphale Bedeutung habe.

Keine redundanten Aufbauten

Der Typ 055 folgt dem üblichen Stealth-Design. Auffällige Strukturen wie Ankerketten werden verborgen, um den Radarschatten zu reduzieren. Typ 055 besitzt nur einen Kommandoaufbau. Die Chinesen setzen nicht auf zwei Aufbauten für die Kommandobrücke wie die deutsche F125. Doppelte Aufbauten sollen dafür sorgen, dass das Schiff auch bei einem Treffer einsatzfähig bleibt.

Die Hauptbewaffnung eines Zerstörers besteht in Raketen. Bislang gibt es keine Anzeichen, dass Peking den Weg der Zumwalt oder der F125 folgen wird. Beide Schiffe setzten auf das Konzept mit einer reichweitengesteigerten Bordkanone, die auch Landziele angreifen kann.

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Typ 055 setzt den chinesischen Standard-Starter (VLS) für Lenkwaffen ein. Das ist eine Art schlanker genormter Container, der mit verschiedenen Waffen bestückt werden kann.

Davon kann das Schiff 128 Stück aufnehmen, in zwei Batterien von je 64 Startzellen. "The Diplomat" nimmt an, dass alle 128 Starter die maximale Länge von neun Metern besitzen. Der Einsatz des Universalstarters VLS macht es möglich, dass 055 alle Peking zur Verfügung stehenden Raketen nutzen kann. Das Schiff ist nicht auf einen bestimmten Waffentyp festgelegt. Vermutlich können auch Module ausgetauscht werden, damit die Zerstörer später mit Impuls-Waffen oder elektromagnetischen Kanonen ausgerüstet werden können.

Bündel mächtiger Raketen für China

Zum Start wird Typ 055 ein ganzes Bündel hochwirksamer Waffen an Bord haben. HQ-19 SAMs können gegnerisches Raketen und sogar niedrig fliegende Satelliten abschießen. Flugzeuge und Cruise Missiles sollen von der China-Variante der russischen S-300 abgeschossen werden. Die chinesische Anti-Schiffs-Rakete (YJ-18) erreicht dreifache Schallgeschwindigkeit und kann einen 300 kg schweren Gefechtskopf 540 Kilometer weit tragen.

China entwickelt derzeit fieberhaft besonders schnelle Hypersonic-Raketen und entsprechenden Cruise Missiles. Es ist anzunehmen, dass 055 mit diesen Waffen ausgerüstet wird, sobald sie verfügbar sind. Zusätzlich ist eine Kanone im Kaliber von 130 Millimeter an Bord, dazu kommen Torpedorohre und Systeme, die Unterwasser- und Luftziele auf kurze Distanz abwehren sollen.

In den aktiven Dienst werden die Zerstörer der Klasse zusammen mit dem Flugzeugträger Typ 001 gehen. In chinesischen Medien hieß es: "China baut jetzt Zerstörer vom Typ 055, von denen zwei als "Kaiserliche Leibwächter" für den ersten selbst gebauten Träger auf hoher See konzipiert sind. Aber China wird mehr Zerstörer bauen, um die steigende Nachfrage der Marine nach modernen Kriegsschiffen zu befriedigen." Bis 2025 will China vier Trägergruppen im Dienst haben. Allein dafür würde Peking mindestens acht Typ 055 benötigen. Es ist aber zu erwarten, dass das kampfstarke Schiff in weit größeren Stückzahlen gebaut wird und die älteren Zerstörer der chinesischen Marine ablösen soll.

Elektronisches Warn- und Feuerleitsystem

International gilt Typ 055 als großer Erfolg. Die entscheidenden Fähigkeiten des Kommandoschiffs liegen in der elektronischen Kriegsführung. Die USA und ihre Verbündeten arbeiten mit dem Aegis-Kampfsystem (Aegis Combat System). Das ist ein elektronisches Warn- und Feuerleitsystem. Beobachter nehmen an, dass Pekings Elektronik die bisherigen Systeme überflügeln soll. Allerdings ist ein System für den vernetzten Datenaustausch verschiedener Waffen sehr komplex. In den USA wurde mehrfach die Hoffnung geäußert, China sei mit der Entwicklung eines solchen Systems überfordert. Irgendwelche Anzeichen, die diese Ansicht stützen, gibt es jedoch nicht.

Typ 055 trifft die USA in einer schwierigen Phase. Die USA wollten mit der Zumwalt-Klasse die älteren Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse ablösen. Ursprünglich sollten 32 Schiffe gebaut werden, doch die Zumwalt-Klasse erwies sich als kompletter Fehlschlag, es werden nur drei Schiffe fertiggestellt. Die derzeit unbrauchbare USS Zumwalt hat übrigens 4,4 Milliarden Dollar gekostet, Peking soll für ein Schiff vom Typ 055 nur 800 Millionen bezahlt haben.

Absehbar ohne Widerpart

Russland kündigt regelmäßig den Bau von Raketenzerstören der Lider-Klasse an, doch dieses Projekt verzögert sich dann ebenso regelmäßig. Das Magazin "Military Watch" befürchtet, dass Peking eine ganze Flotte top-moderner Zerstörer auf See haben wird, denen der Westen nur die alten Schiffe der Arleigh-Burke-Klasse entgegenstellen kann, die erstmals 1991 in Dienst gestellt wurden.

Bis ein Ersatz entwickelt und gebaut wäre, würden Jahre vergehen. Abgesehen von den Flugzeugträgern wären die Schiffe vom Typ 055 dann lange Zeit die mächtigsten Überwasser-Kampfschiffe der Welt. Angesichts des Streits um die Hoheitsrechte im Südchinesischen Meer sind das keine guten Aussichten für die stolze US-Navy.

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