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Rüstung Neue Panne der "USS Zumwalt" – Radar des teuersten Zerstörers der Welt muss ausgetauscht werden

Die ganze Klasse krankt daran, dass sie primär zur Bekämpfung von Landzielen ausgerichtet ist.
Die ganze Klasse krankt daran, dass sie primär zur Bekämpfung von Landzielen ausgerichtet ist.
© US Navy / PR
Die Zerstörer der Zumwalt-Klasse werden von Pannen und Kostenexplosionen begleitet. Neuestes Problem: Die Radaranlage kann Gegner in der Luft und auf See nur unzureichend bekämpfen.

Die Zerstörer der Zumwalt-Klasse sollten die Meere beherrschen und technisch einen gewaltigen Sprung nach vorn machen. Tatsächlich ist das ganze Projekt ein Desaster, das kein Ende nimmt. Die drei Schiffe der Klasse – "USS Zumwalt," "USS Michael Monsoor", "USS Lyndon B. Johnson" – werden von Pannen und Schwierigkeiten heimgesucht, seitdem an ihnen gebaut wird. Nur ein Beispiel ist die Hauptwaffe der Schiffe: Sie sollte mit einer enormen Reichweite die Kanone wieder rehabilitieren. Doch es zeigte sich, dass die Projektile gemessen an ihrer Zerstörungskraft sehr teuer waren. (Lesen Sie hierzu: "800.000 Dollar pro Schuss: Superzerstörer wird de facto entwaffnet")

Und "irgendwie" hatte man bei der Planung übersehen, dass auch die gesteigerte Reichweite der Schiffskanone weit unter der von Anti-Schiffsraketen liegt. Sodass es heute unmöglich erscheint, dass ein Schiff der Zumwalt-Klasse überhaupt nah genug an einen Gegner herankommt, um diese Kanone einsetzen zu können.

Kosten sparen, Kosten verursachen

Beim Radar wollte das Pentagon Kosten senken, und die Kürzungen führen nun zu Mehrausgaben. Und das kam so: Um die explodierenden Kosten des Projekts zu dämpfen, wurde 2010 entschieden, einer der beiden geplanten Radaranlagen zu streichen. Nun stellt sich heraus: Die Amputation blieb nicht ohne Folgen. Die verbliebene Anlage ist bei Weitem nicht leistungsfähig genug. Ob das alte duale System alle Erwartungen auch erfüllt hätte, ist umstritten. Sicher ist nur, dass die abgespeckte Anlage für die Kampfschiffe ungeeignet ist, um mit ihr Luft- und Schiffsziele zu bekämpfen. Nun soll eine Alternative für die drei Schiffe gefunden werden, was bedeutet, dass die bereits installierten und bezahlten Anlagen ausgebaut und verschrottet werden müssen. Natürlich verschiebt sich dadurch der Zeitpunkt, zu dem ein Schiff einsatzfähig ist.

Ungelöstes Software-Problem 

Mit dem neuen Radar müsste ein weiteres System der Zumwalt-Klasse gelöst werden. Denn die Zerstörer arbeiten nicht mit dem "Aegis Combat System" der US-Flotte. Aegis dient nicht nur dazu, Sensoren und Waffen eines einzelnen Schiffes zu steuern. Aegis verarbeitet die Informationen über die individuellen Schiffe und Waffensysteme hinaus. Ein Raketenzerstörer kann so zum Beispiel Zieldaten von einem Flugzeug erhalten. Das Pentagon nimmt an, dass die US-Navy durch das Aegis-System mit seinen vernetzten Informationen einen entscheidenden Vorteil gegenüber den Marinen anderer Länder sichert. Nur eben, dass es für die modernsten Zerstörer nicht zur Verfügung steht.

Die drei Schiffe, die noch lange nicht einsatzbereit sind, haben bislang 26 Milliarden Dollar verschlungen. Die chinesischen Raketenkreuzer vom Typ 55 sollen nach Schätzungen westlicher Experten Peking pro Stück etwa 800 Millionen kosten. Für 26 Milliarden müsste China demnach eine Armada von 32 Kampfschiffen bekommen.

Quelle: The Drive 

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