Flugzeugbau Airbus erwägt Änderungen am A350


Das Flugzeug ist noch nicht gebaut, doch schon gibt es Verbesserungsbedarf: Airbus will bei der Entwicklung seines Langstrecken-Jets A350 bereits jetzt laut gewordene Kritik von Fluglinien berücksichtigen.

Der Flugzeughersteller Airbus zieht Änderungen an seinem geplanten Langstreckenjet A350 in Betracht, um die Bedürfnisse der Kunden besser zu erfüllen.

"Ich möchte bemerken, dass Airbus seinen Kunden zuhört. ... Wir sind bereit, besondere Anstrengungen zu unternehmen, um auf ihre Erwartungen einzugehen", sagte der Chef des zum Luft- und Raumfahrtkonzern EADS gehörenden Unternehmens, Gustav Humbert, in Toulouse. Zuletzt hatten große Airbus-Kunden Modifikationen und einen moderneren Ansatz für das Modell gefordert, das mit der geplanten 787 "Dreamliner" des US-Erzrivalen Boeing konkurriert. Boeing hatte für seinen Jet zuletzt mehr Zuspruch erhalten, die Fertigung ist bereits für die ersten drei Produktionsjahre bis 2011 verkauft.

"Die Verkaufszahlen von unserem Wettbewerber bei Langstrecken-Maschinen sind besser als unsere", räumte Humbert ein. Dies sei aber eine relativ neue Entwicklung, und die Absatzzahlen von Boeing würden auch durch die frühere Produktionsentscheidung für die 787 begünstigt.

Kritik von Singapore Airlines

Einige Schlüsselkunden von Airbus wie die Fluggesellschaft Singapore Airlines hatten kritisiert, dass Airbus nicht genug unternehme, um den A350 stärker wettbewerbsfähig zur gänzlich neu gestalteten Boeing 787 zu machen. Andere wie die Leasinggesellschaft International Lease Finance Corp hatten Änderungen an Rumpf und Flügeln verlangt und sich damit im Grunde für eine Neukonstruktion ausgesprochen, statt sich auf Designelemente des 20 Jahre alten A330 zu verlassen.

Damit muss sich Airbus mit größerem Aufwand der Entwicklung des A350 widmen, während das Unternehmen mitten in der heißen Phase der Einführung des Super-Jumbos A380 ist und auch dort mit Verzögerungen kämpft. Airbus hat bislang 182 Bestellungen für die zweimotorige A350, während Boeing schon etwa 300 Aufträge für die 787 zählen kann und zuletzt eine gestreckte Version des Jets für bis zu 300 Passagiere angekündigt hat.

Rüstungskonzern zieht sich zurück

Zu der Ankündigung des britischen Rüstungskonzerns BAE Systems, seinen 20-Prozent-Anteil an Airbus an EADS verkaufen zu wollen, sagte Humbert, dies sei zwar erwartet worden, aber zum jetzigen Zeitpunkt völlig überraschend gekommen. Einen Stellenabbau in Großbritannien, wo rund 13.000 Mitarbeiter Flügel für Airbus herstellen, werde es dadurch aber nicht geben. Auch EADS-Co-Chef Thomas Enders verwies darauf, dass in Großbritannien das Kompetenzzentrum für Flügel sei. "Ich für meinen Teil kann nicht erkennen, dass ein Austritt von BAE als Minderheitsaktionär aus Airbus zu einer Verlagerung dieser sehr wichtigen Arbeitsfelder führen sollte", sagte er in Berlin.

Reuters Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker