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GESPERRT! DVD-Nachfolger: Blu-ray - das perfekte Bild

Nach Startschwierigkeiten kommt die Blu-ray-Technik zur IFA in Fahrt. Sinkende Preise, neue Geräte und eine stetig wachsende Filmauswahl machen den DVD-Nachfolger attraktiv.

Von Karl-Gerhard Haas

Brillante Bilder, beste Tonqualität und viele Zusatzfunktionen - das verspricht die Blu-ray-Technik. Größter Vorteil des DVD-Nachfolgers: Weil auf den Scheiben viel mehr Platz ist, passen Filme im hochaufgelösten HD-Format darauf. Auf einem HD-Flachbildschirm ist der Unterschied zur DVD oder gar zum Fernsehprogramm sofort zu erkennen: Scharfe, plastische Bilder mit unglaublicher Detailfülle "springen" den Zuschauer förmlich an. Dennoch wurden im vergangenen Halbjahr nur 800.000 vorbespielte Blu-rays verkauft - verschwindend wenig im Vergleich zu 43,8 Millionen verkauften DVDs. Woran liegt's?

Vor allem wohl an der Verwirrung, die die Industrie unter den Käufern gestiftet hat. Denn anfangs gab es zwei Nachfolgekandidaten für die DVD: HD-DVD und Blu-ray. Für beide war ein neues Abspielgerät erforderlich, für beide gab es Filme. Das hat viele Käufer verunsichert. Inzwischen hat sich die Blu-ray-Technologie durchgesetzt, die HD-DVD wird nicht mehr produziert.

Alles ausreizen

Doch es bleiben Hindernisse: Einen sofort sichtbaren Vorteil ergeben Blu-ray-Player nur, wenn sie an einen HD-tauglichen Fernseher angeschlossen werden. Auf älteren Standardgeräten zeigt sich kaum ein Unterschied zur DVD. Noch sind aber nicht einmal 20 Prozent der Haushalte mit HD ausgestattet. Für die allerdings ist ein Blu-ray- Player eine der besten Möglichkeiten, den neuen Fernseher zu nutzen.

Noch sind auch die Filme teurer. Bis zu 15 Euro müssen für leidlich aktuelle DVDs bezahlt werden; Filme auf Blu-ray dagegen kosten meist um 25 Euro. Lange waren die Abspielgeräte sehr kostspielig. Das machte Sonys Spielkonsole Playstation 3 mit rund 400 Euro zum billigsten Player. Die hat ein Blu-ray-Laufwerk und kann damit nicht nur Videospiele zeigen, sondern auch Blu-ray-Filme abspielen.

Die Konkurrenz holt auf

Zur IFA kommen nun aber die ersten Geräte auf den Markt, die zwischen 300 (von Funai und Sony) und 400 Euro (von Grundig, Philips und Samsung) kosten und damit der Playstation 3 Konkurrenz machen. Zudem ist die PS 3 wegen ihres hohen Stromverbrauchs, der umständlichen Bedienung und des lauten Lüfters berüchtigt. Auch die Auswahl an Filmen für das neue Format steigt ständig. Der Versandhändler Amazon listet derzeit gut 1200 Titel; zum Weihnachtsgeschäft dürften es deutlich mehr werden. Die neuen Player spielen natürlich auch alte DVDs ab. Für diejenigen, die schon einen HDfähigen Flachfernseher haben, gibt es also eigentlich nur noch einen Grund, mit der Anschaffung eines Blu-ray-Players zu warten: Deren Preise werden sicherlich in Zukunft noch weiter sinken.

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