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Videospiel "Watch Dogs" im Test: Dieses Spiel wird Sie paranoid machen

Jeder hinterlässt digitale Spuren. Im Videospiel "Watch Dogs" kann Hacker Aiden Pearce sie alle lesen. Und die vernetzte Stadt nach Belieben manipulieren. Wir haben den "GTA 5"-Konkurrenten getestet.

Von Nina Ernst

Profihacker Aiden Pearce kann jede Software knacken und so seine Umgebung verändern.

Profihacker Aiden Pearce kann jede Software knacken und so seine Umgebung verändern.

Ob Überwachungskameras, Handy-Ortung oder Daten beim Online-Shopping: Spätestens seit dem NSA-Skandal ängstigt sich fast jeder vor der totalen Überwachung. Nach der TV-Serie "Person of Interest" erscheint nun das erste Videospiel zu unserer vernetzten Welt. Ein Cyber-Thriller, in dem der Spieler die vernetzte Großstadt in seiner Hand hat.

"Watch Dogs" heißt der Titel, den Branchenriese Ubisoft als seine große, neue Marke platzieren will. Ein passender Kinofilm in Zusammenarbeit mit Sony Pictures Entertainment ist bereits in Planung. Ebenso ein Roman und eine Kleidungskollektion, die zeitgleich zum Hacker-Spiel veröffentlicht werden. Auch soll es bei entsprechendem Erfolg nicht bei einem Spiel bleiben. Die Erwartungen sind hoch. Fünf Jahre hat Brand Content Director Thomas Geffroyd mit seinem Team in Montreal an dem Spiel gearbeitet. Weitere vier Teams aus anderen Ländern waren involviert.

Ein Hackerspiel, in dem es zur Sache geht

Ein Spiel über Hacker sollte es werden und über den Überwachungsstaat. Das stand schnell fest. "Ein realistisch wirkendes Action-Adventure über unsere heutige Zeit", sagt Markenverantwortlicher Geffroyd. "Ein Spiel über die Technologie, mit der wir leben und darüber, was um uns herum passiert". Held Aiden Pearce ist somit ein Hacker. Einer, der sich für seine Familie rächen will, Gangster aufspürt und durch die Stadt jagt. Da seine Tätigkeiten nur selten legal sind, befindet er sich dabei stets auf der Flucht vor der Polizei.

Eine doppelte Verfolgungsjagd beginnt. Pearce infiltriert Gebäude, hackt sich in Datenbanken, um die Gesuchten zu finden. Sein Tor in die vernetzte Welt ist sein Smartphone. Damit hackt er Überwachungskameras, späht in verschlossene Räume, inszeniert Stromausfälle und manipuliert sogar den Verkehr, indem er etwa Ampeln umschaltet. Besonders praktisch ist das bei einer der vielen Verfolgungsjagden mit der Polizei durch den Stadtverkehr. Denn trotz aller Hackereien ist "Watch Dogs" ein echtes Actionspiel, in dem es zur Sache geht. Ständig rennt Pearce durch Gassen, klettert über Mauern, hängt die Polizei mit Vollgas in geklauten Autos ab und liefert sich Schießereien.

Konto leerräumen per Tastendruck

Bereits zu Spielbeginn herrscht ein flottes Tempo. Keine Tutorials und lange Erklärungen. Aiden Pearce geht sofort zur Sache. Die Rahmenhandlung um Familientragödie und Rache ist spannend erzählt und führt von Auftrag zu Auftrag. Doch kaum jemand wird die handlungsrelevanten Aufgaben wohl strikt hintereinander ohne Ablenkungen erledigen können.

Hier gibt es so vieles zu entdecken und auszuprobieren. Hütchenspiele an der Straßenecke und Autorennen in einer virtuellen Realität. Auch das Belauschen von Passanten birgt Nebenaufgaben wie etwa das Vereiteln von Verbrechen. Ähnlich dem Spieleblockbuster "Grand Theft Auto" entscheidet jeder selbst, ob er seine Zeit mit soeben entdeckten Nebensächlichkeiten verbringt, oder sich der Hauptgeschichte widmet. Wer über die Straßen schlendert, sieht alle paar Meter das Symbol für einen möglichen Hack aufploppen. Mal kann er ein Konto leerräumen, mal ein Lied von einem Handy herunterladen, jemanden ausspähen oder etwas manipulieren. Das geschieht ganz simpel per Tastendruck.

Mit viel Aufwand haben die Entwickler die Stadt Chicago nachgebaut.

Mit viel Aufwand haben die Entwickler die Stadt Chicago nachgebaut.

Die Stadt ist der Star

Langweilig wird es bei den vielen Möglichkeiten nicht. Allerdings können die anfangs etwas überfordern. Zu viel des Guten? Der Lead Game Designer Danny Belanger findet das nicht: "In einem Spiel kann es gar nicht zu viel zu tun geben. Im Mittelpunkt steht natürlich die Hauptgeschichte. Der Rest ist ein Bonus, bei dem sich jeder aussuchen kann, was er am liebsten machen möchte."

Zum Beispiel die Sehenswürdigkeiten der Stadt entdecken. Denn neben Pearce existiert eine weitere Hauptfigur in "Watch Dogs": das virtuelle Chicago. Die offene Spielwelt beinhaltet markante Punkte wie die Hafengegend und die überirdische Bahn, die vorbei an den bekannten Hochhäusern führt ebenso wie dunkle Straßenecken und Industrieviertel. Ein eigenes Team von rund zehn Mitarbeitern hat vor Ort tagelang fotografiert, gefilmt und Gespräche auf der Straße aufgenommen. Sie haben mit der Polizei gesprochen, den Slang der Bewohner studiert und die individuellen Geräusche der Großstadt ins Spiel gebracht. Wozu der erhebliche Aufwand? "Das war eine Grundsatzentscheidung für das Spiel", sagt Designer Belanger. "Wir wollten eine ernsthafte Stimmung; alles sollte sich korrekt und realistisch anfühlen."

Das funktioniert. Die Stadt wirkt für eine Spielwelt überraschend lebendig. Menschen gehen zur Arbeit, sitzen im Park, unterhalten sich, hören Musik. Es scheint, als hätte jedes Viertel seinen eigenen Charakter und wäre die Umgebung mehr als nur ein platter Hintergrund, der die Handlungen des Spielers schmückt. Beim Erkunden und Manipulieren der Stadt fühlt es sich fast an, als wäre man ein Teil von Chicago.

"Die NSA-Affäre zeigt, wie relevant unser Spiel ist"

Die drittgrößte Stadt der USA war für das Team schnell die ideale Kulisse. Nicht nur wegen der Historie um berühmte Gangster wie Al Capone. Vor einigen Jahren machte die Metropole mit ihrem modernen Kameraüberwachungssystem Schlagzeilen, das überall filmt und eigenständig potenzielle Gefahren erkennt. "Chicago ist eine der am stärksten vernetzten Städte. Also war es für uns ein idealer Schauplatz", sagt Entwickler Thomas Geffroyd. Auch bei ihm fallen immer wieder Worte wie Authentizität und Glaubwürdigkeit. Er wollte kein Science-Fiction-Szenario erschaffen, sondern etwas, das in der Form auch wirklich stattfinden könnte. Somit sollten auch die Hacking-Optionen überzeugend wirken. Obwohl es natürlich unwahrscheinlich ist, dass ein einzelner alle Netzwerke der Stadt knackt und per Knopfdruck jederzeit manipuliert. Geffroyd hat den Kontakt zur sonst verschlossenen Hackerszene gesucht, mit diversen Experten und Gruppen gesprochen. Er wollte nicht nur schauen, wie Netzwerke funktionieren, sondern auch eine eher zurückgezogene Untergrundkultur in seinem Spiel zeigen.

In "Watch Dogs" geht es nicht nur um technische Spielereien, sondern auch um eine spannende Hintergrundgeschichte.

In "Watch Dogs" geht es nicht nur um technische Spielereien, sondern auch um eine spannende Hintergrundgeschichte.

Die Welt, die Protagonisten und die spannende Geschichte: "Watch Dogs" wirkt glaubwürdig und stimmig. Wer sich nicht von den vielen Möglichkeiten erschrecken lässt, kann hier in die düsteren Seiten Chicagos versinken und viele Stunden Spaß haben. Eine ganze Stadt unter Kontrolle zu haben ist eine schöne Spielidee und birgt interessante Aspekte. Wenn auch das Hacken per Knopfdruck mit der Zeit etwas beliebig wirken kann.

Als vor rund fünf Jahren die Arbeit an "Watch Dogs" begonnen hat, konnte niemand der Entwickle den NSA-Skandal vorausahnen. Nur vermuten, dass da jemand ist, der einen beobachtet. Als die Medien über die Überwachungsaffäre berichtet haben, waren die Gefühle im Team gemischt. Richtig freuen über die Affäre, die so gut zum ausgewählten Thema passt, konnte sich niemand. "Aber das zeigte, wie relevant unser Spiel ist", sind sich Geffroyd und Belanger einig. Beide haben bei den Recherchen für das Spiel etwas gelernt, ihre Sicht auf die Dinge geändert. Sie sind sich der Überwachung mehr bewusst, können sie weniger verdrängen, wenn sie mal wieder eine Überwachungskamera sehen.

Hersteller/Vertrieb:Ubisoft
Genre:Action-Adventure
Plattform:PS4, PS3, Xbox One, Xbox 360, PC, Wii U
Preis:69,95 Euro
Altersfreigabe:ab 18 Jahren
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.