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Kleinste Lok der Welt: Schmalspur in Rostock

Sie ist kaum größer als ein Ein-Euro-Stück: Harald Thom-Freudenreich schickt einen Winzling auf große Reise in alle Welt. Auf 4,5 Millimeter breiten Gleise saust die kleinste Schmalspurbahn in Kürze auf den internationalen Markt.

Ohne Farbe glänzt seine jüngste Kreation noch metallisch-silbern, erst der richtige Lack wird die kleinste Lok der Welt zum perfekten Modell machen. Harald Thom-Freudenreich aus Sanitz bei Rostock ist wohl der einzige, der Züge der Mini-Spurweite "Z" und noch kleinere in Serie baut, wie der Unternehmer sagt. Seine Winzlinge der schmalsten Spurweite "Zm", die statt 6,5 nur 4,5 Millimeter breite Gleise unter die Räder nehmen, schickt er auf große Fahrt in alle Welt. Wenige Wochen vor Weihnachten bringt der Modellbauer eine neue Lokomotive der allerkleinsten Schmalspurbahnen auf den internationalen Markt.

"Spielzeug für Erwachsene"

Das neue Modell ist der detailgetreue Nachbau einer Diesellok "Gmf4/4" Baujahr 1990, die im Original auf den Strecken der Berninabahn in der Schweiz unterwegs ist. "Spielzeug für Erwachsene" nennt der in Sachsen geborene Bahnfreak seine funktionstüchtigen Miniaturen. Auf der Suche nach ausgefallenen Vorbildern ist dem 53-jährigen Elektroingenieur kein Bahnhof zu weit. Jeder Messebesuch im Ausland geht einher mit der Jagd nach "rollendem Material", das sich um das 220fache verkleinern lässt. Erst im August fotografierte sich Freudenreich an den Gleisen der japanischen Industriestadt Osaka entlang. Letztes Jahr lichtete er in den USA im Eisenbahnmuseum von Baltimore alte Dieselloks ab.

Fernweh sei für manchen Käufer seiner Kleinstzüge auch ein Motiv für ihr zeit- und geldraubendes Hobby, vermutet der Gründer der seit zehn Jahren bestehenden Sanitzer "Freudenreich Feinwerktechnik". Ausschließlich ausländische und unbedingt außergewöhnliche Fahrzeuge - amerikanische, schweizerische und seit diesem Jahr auch japanische - baut er mit zwei Uhrmacherinnen und einem Feinmechaniker en miniature nach. Das Gros seiner handgemachten Minibahnen, die in keinem Programm der großen Hersteller zu finden sind, entsteht in der Spurweite "Z". Absolute Raritäten bleiben die Schmalspurzüge "Zm" als Kopien der "Rhätischen Bahn" aus der Schweiz.

Teure Liebhaberstücke

Insgesamt fertigt der Vier-Mann-Betrieb im Jahr rund 50 Loks und 1000 Waggons. Teure Liebhaberstücke sind das ohne Zweifel, die da unter der Lupe mit Pinzette und Lötkolben, kaum fassbar kleinen Feilen, Schraubendrehern und Pinseln akribisch zusammengepuzzelt werden. Neusilber, eine Nickel-Kupfer-Zink-Legierung, bildet vielfach das Material, aus dem die Träume von Modellbahnern in Sanitz gemacht werden. Sache des "Meisters" sind Ideen, Konstruktionen und Zeichnungen, nach denen die winzigen Teile im Ätzverfahren entstehen. Zahnrädchen und Fahrwerksrahmen aus Messing erhalten an Fräs- und Drehmaschine ihre Form. Farbe bekommen die Minizüge im Airbrush-Verfahren, aufgedruckt werden feinste, mit bloßem Auge kaum lesbare Aufschriften.

Kompromisse seien nötig, sagt Freudenreich. "Miniaturbahnen können unmöglich unter halb- oder millimeterstarkem Fahrdraht laufen." So verwende er für die passende Optik nur dünne schwarze Gummifäden als Oberleitung und schicke den Strom stattdessen durch die Gleise zum Zug. Fingerfertigkeit und technischer Verstand seien nötig, aber auch viel Zeit und Leidenschaft für die richtige Pflege der kleinsten Bahnen der Welt, betont der Experte. "Für Kinder oder Anfänger ist das nichts." Mit der Spur "Z" befassen sich laut Bundesverband Deutscher Eisenbahn-Freunde (BDEF) nur zehn Prozent der rund 700.000 Modellbahn-Haushalte in Deutschland.

"Eine Nische für Spezialisten"

Für eine Schmalspur-Lok "Zm", die kaum größer als ein Ein-Euro-Stück ist, berappen Eisenbahnfreunde schon mal über 500 Euro und für einen vier Zentimeter langen Güterwaggon rund 150 Euro. "Eine Nische für Spezialisten eben", sagt Freudenreich. Käufer finde er kaum in der Bundesrepublik und schon gar nicht in Ostdeutschland, dafür mehr in den USA und der Schweiz, aber auch in Österreich und seit neuestem in Japan. Für seine winzigen Züge der Spurweite "Zm" stehen in der Sanitzer Kundenkartei gerade einmal 30 Modellbahner weltweit.

Grit Büttner/DPA / DPA
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