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Sommerhitze Klimaanlagen bei Warentest – angenehme Kühle ist sehr teuer

Die bewegliche  Monoblock-Geräte sind kaum mehr als ein Notbehelf.
Die bewegliche  Monoblock-Geräte sind kaum mehr als ein Notbehelf.
© Axel Bueckert / Getty Images
Wer es im Sommer kühl haben will, kommt um ein teures Splitgerät nicht herum, sagen die Warentester. Die billigen Monoblöcke kühlen nicht ausreichend und sind kaum mehr als Notbehelf.

Auch wenn man es derzeit kaum glauben mag, der Sommer naht und damit auch hohe Temperaturen. Grundsätzlich werden die Sommermonate immer heißer, also sollte man die Anschaffung einer Klimaanlage erwägen, um arbeiten zu können oder Schlaf zu finden. Die Stiftung Warentest hat erneut Klimageräte getestet. Ihr Urteil dürfte die meisten Interessenten allerdings nicht erfreuen. Wirklich empfehlen wollen die Tester nur die festeingebauten teuren Splitgeräte, die günstigen portablen Monoblöcke leisten zu wenig und verbrauchen zu viel.

Fester Einbau notwendig 

Splitgeräte bestehen aus zwei Modulen. Eines befindet sich in der Wohnung, eines draußen, meist wird es an der Wand montiert. In die Wand müssen Löcher für Zuleitungen gebohrt werden. Die Installation darf wegen des Klimamittels nur ein Fachbetrieb vornehmen, rein handwerklich ist sie auch anspruchsvoll. Zu den hohen Kosten der Geräte kommt die Montage also noch hinzu. Ist die Wohnung nicht ebenerdig, wird der Einbau sehr aufwendig. Feste Installation bedeutet aber auch: Ein Gerät kühlt jeweils einen Raum. Es ist nicht möglich, es abends vom Arbeitszimmer ins Schlafzimmer zu verlegen. Dafür ist die Kühlleistung auch gut und der Stromverbrauch hält sich in Grenzen – jedenfalls bei den teureren Splitgeräten im Test. Soll die Wohnung über Wochen oder Monate hinweg gekühlt werden, gibt es keine Alternative zu einem Splitgerät. In mediterranen Ländern sind die stromfressenden Monoblöcke daher auch nicht zu finden. Gegen die Splitgeräte sprechen nicht nur die hohen Anschaffungskosten von über 2000 Euro pro Gerät, Mieter müssen das Einverständnis des Vermieters für die Installation einholen und das wird es häufig nicht geben.

Wenn es doch Mono sein muss

Trotz des Verdikts der Tester bleiben die Mono-Blöcke für viele daher die einzige Wahl. Das harsche Urteil relativiert sich, wenn die Geräte nur im Notfall benutzt werden. Also wenn das Arbeitszimmer drei Wochen im Jahr temperiert wird, oder aber das Schlafzimmer vor der Nachtruhe heruntergekühlt wird. Grundsätzlich ist es nicht möglich, mit einem Monoblock eine große Wohnung über lange Zeit kühl zu halten. Die relativ geringe Kühlleistung der Geräte muss man dann durch längeren Vorlauf ausgleichen. Man kann nicht erwarten, dass ein überhitztes Zimmer in 15 Minuten angenehm kühl wird.

Im Test wurde geprüft, wie lange es dauert einen ungefähr 40 Kubikmeter großen Raum von 30 auf 24 Grad zu bringen. Die schnellsten Splitgeräte schafften das in sechs Minuten. Also reinkommen, einschalten und sofort breitet sich angenehme Kühle aus. Monoblöcke benötigen dafür mindestens eine halbe Stunde.

Hier muss sich jeder fragen, wie seine eigene Situation aussieht. Wenn man überhaupt kein Splitgerät installieren darf, ist eine halbe Stunde Vorlauf vielleicht doch attraktiver als überhaupt keine Kühlung. Allerdings ist auch die Leistung der Geräte nicht hoch. Splitgeräte haben bei Außentemperaturen von 35 Grad kein Problem damit, den Raum dauerhaft auf 24 Grad zu halten, die Monoblöcke dagegen konnten auf Volllast laufen. Sie erreichen die gewünschten 24 Grad nicht. Auch hier stellt sich die Frage der individuellen Bewertung. Man kann auch sagen, besser 26,5 Grad mit einem Monoblock als 35 Grad ohne jede Kühlung. Ganz so flexibel, wie sie aussehen, sind Monoblöcke übrigens nicht. Sie arbeiten mit einem Abluftschlauch, der ins Freie geleitet werden muss – meist dient ein Fenster dazu, das ein Spalt geöffnet wird. Den Spalt kann man mit speziellen Überzügen abdichten, aber es ist dann schwer, das Gerät von einem Raum in den anderen zu verlagern.

Große Investition 

Testsieger ist ein Splitgerät von Daikin (FTXJ35MW / RXJ35M) für 2540 Euro. Auch das Toshiba-Gerät (RAS-13PAVPG-E / RAS-13PKVPG-E) für 2170 Euro und das Mitsubishi-Modell  (MSZ EF35VGKW / MUZ EF35VG) für 2520 Euro erreichen eine gute Note. Die Preise verstehen sich ohne Installation. Wer die ganze Wohnung kühlen will, benötigt zwei, drei oder vier Geräte. Die Monoblöcke möchten die Tester nicht empfehlen, über ein Ausreichend kommt kein Gerät hinaus. "Gerade noch passabel" sei das ChillFlexPro AXP26U338CW von AEG. Es kostet 500 Euro. In der Note kaum schlechter ist das Suntec Easy 2.7 eco für nur 259 Euro.

Fazit: Im Prinzip haben die Tester recht, nur sind die Preisunterschiede auch enorm. Zwei Geräte des Testsiegers inklusive Installationskosten liegen bei über 6000 Euro. Zwei Kühlboxen von Suntec kosten keine 500 Euro. Die einen erlauben eine professionelle Klimatisierung, die anderen sind nur eine Notwehrmaßnahme gegen allzu drückende Hitze.

Den ganzen Test können Sie gegen Gebühr hier einsehen.

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