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Kampfjet-Roboter: Künstliche Intelligenz holt menschliche Kampfpiloten vom Himmel

Kampfpiloten gelten als Könige der Lüfte, aber bald müssen sie am Boden bleiben. Ein neues Programm schießt die besten Piloten wie Tontauben ab.

Pilot Gene Lee wurde von dem Programm gejagt.

Pilot Gene Lee wurde von dem Programm gejagt.

Piloten von Kampfflugzeugen müssen sich wohl bald nach einem neuen Job umsehen. Ein neues KI-Programm hat in einer realistischen Simulation einen erfahrenen Kampfpiloten reihenweise  abgeschossen. Gene Lee ist ein ehemaliger Kampfpilot und erfahrener Ausbilder, aber gegen das Programm Alpha hatte er keine Chance. Lee sagte dem "University of Cincinnati Magazine" sein Gegner sei "die aggressivste, am schnellsten reagierende, dynamischste und überzeugendste KI", die er je gesehen habe.

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Eisüberkrustete Nase einer SR-71.

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Künstliche Intelligenz: Keine Chance für den Menschen

Lee hat unzählige Piloten ausgebildet und hat im Simulator seit den 80er Jahren gegen KI-Gegner gekämpft. Aber Alpha konnte er nicht einmal gefährlich werden. "Ich war überrascht, wie aufmerksam und reaktionsschnell das Programm ist. Es schien meine Aktionen zu ahnen und reagierte unmittelbar auf meine Flugbewegungen und den Abschuss meiner Raketen. Es wusste, wie es meine Angriffe abwehren konnte. Außerdem wechselte es sofort zwischen Verteidigungsaktionen und eigenen aggressiven Manövern."

Jets ohne Piloten

Selbst als man die Eigenschaften des KI-Jets drastisch verschlechterte, konnte Alpha die Kämpfe noch für sich entscheiden. Entscheidend ist, dass Alpha Lage und Aktionen sehr viel schneller analysiert, als es ein Mensch kann. Entwickelt wurde das Programm, um unbemannte Flugzeuge im Gefecht zu steuern. "Alpha wird eine KI sein, mit der man sehr einfach zusammenarbeiten kann", sagt der Entwickler Kelly Cohen. "Alpha kann Aufgaben optimal ausführen, die ihm ein menschlicher Pilot zuweist, und es kann andere Piloten mit Anweisungen unterstützen." Noch gibt es kein Flugzeug, das auf einen menschlichen Piloten verzichtet. Da alle modernen Jets nach dem Fly-by-Wire-System gesteuert werden, ist es zumindest denkbar, bereits im Dienst befindliche Jets für eine automatische Steuerung umzubauen. Schon auf mittlere Sicht werden Kampfjets auf menschliche Piloten verzichten müssen, da der empfindliche menschliche Körper eine natürliche Barriere für ihre Flugmanöver ist.

Wenig Rechenleistung notwendig

Erstaunlicherweise benötigt das Programm keinen Superrechner. Nach Angaben der Forscher wurde es auf einem normalen PC der 500-Dollar-Klasse getestet. Es sollte aber auch auf einem Raspberry Pi für 35 Dollar laufen. Das ist weit billiger als die Kosten für die Ausbildung eines Kampfpiloten, die etwa 2,5 Millionen Dollar betragen. 

Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?