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Corona-Ausbruch Hungernd am Fließband: Foxconn-Arbeiter angeblich ohne ausreichende Versorgung im Werk gefangen

Arbeiter an einem Fließband bei Foxconn
Arbeiten bei Foxconn ist auch ohne Corona-Ausbruch kein leichtes Unterfangen.
© China Out / AFP
Das Werk des Apple-Zulieferers Foxconn gleicht einer Kleinstadt. Mehr als 300.000 Beschäftigte sollen dort arbeiten. Durch einen Corona-Ausbruch kommt es aktuell offenbar zu Versorgungsengpässen und chaotischen Zuständen.

Seit Jahren gilt die gigantische Hon Hai Precision Industry Co., Ltd., die unter dem Namen Foxconn bekannt ist, als Rückgrat der Technik-Branche. Alleine am Standort in Zhengzhou sollen inzwischen mehr als 300.000 Mitarbeitende täglich Hunderttausende iPhones zusammensetzen. Schon in der Vergangenheit kam es immer wieder zu Vorfällen in der Belegschaft, die unter großem Druck zu stehen scheint. Nun verschlimmert Corona die Situation scheinbar erneut. Bereits im März war es zu pandemiebedingten Problemen am Standort Shenzhen gekommen (hier erfahren Sie mehr).

Mitarbeiter sollen unterversorgt sein

Denn Chinas strenge Null-Covid-Strategie und die hohe Arbeitslast führen am größten Standort des Konzerns aktuell offenbar zu großen Problemen. Die "Financial Times" berichtet, dass chinesische Zensoren aktuell damit beschäftigt seien, Videos aus dem Herzen des Konzerns zu löschen. Darin sollen Mitarbeitende zu sehen sein, die aufgrund eines firmeninternen Lockdowns um Lebens- und Arzneimittel betteln. Der Zeitung liegen außerdem Berichte von Beschäftigten vor, die mangelnde Bevorratung beklagen und die kritische Situation bestätigen.

Von offizieller Seite hieß es am Dienstag, dass nur "eine kleine Zahl" an Corona-Fällen vorliege und die Produktion daher "relativ stabil" sei, da man die Auswirkungen "unter Kontrolle habe". Berichte, dass sich bei Foxconn mehrere Zehntausend infiziert haben, wies die Führung als "völlig falsch" zurück.

Lockdown seit Anfang Oktober

Internen, aber anonymen Quellen zufolge, soll der Konzern den Standort bereits seit dem 7. Oktober abgeriegelt haben, die Mitarbeitenden hätten nur noch die Wahl zwischen Schlafraum und Fließband. Um das Werk, so heißt es, seien Metallbarrieren errichtet worden, wie man sie auch aus den Lockdowns von Wohnblöcken in den chinesischen Metropolen kennt.

Foxconn erklärte am Mittwoch, dass die "Produktionsziele für das Quartal unverändert bleiben" und sicherte Mitarbeitern Bonuszahlungen und kostenlose Mahlzeiten zu. Zu den Großkunden des Konzerns gehören neben Apple unter anderem auch Acer, Dell, Amazon, Intel, Microsoft, Nintendo, Sony und Samsung. Insgesamt beschäftigt Foxconn 1,3 Millionen Menschen.

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