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Microsoft Zune: "Wir sind der David in diesem Markt"

Mit großen Ambitionen hat Microsoft den Musikplayer Zune herausgebracht und vereinzelt sind Modelle schon ausverkauft. Doch nicht alles läuft reibungslos.

Von Martin Ottomeier und Susanne Hoffmann

Am Schluss gab es doch so etwas wie einen kleinen Ansturm. Mit so viel Nachfrage hatte Mark Niedbala gar nicht mehr gerechnet. Rund 200 Zune-Musikplayer verkaufte der Multimedia-Spezialist bei New Yorks prominentesten Elektronikmarkt J&R nach dem Verkaufsstart. "Schwarz ist der Favorit", sagt er. Das Modell ist schon ausverkauft. Ausgerechnet Weiß, die Farbe des iPod-Erfolgs, läuft am schlechtesten.

Den Anfangserfolg kann Microsoft gebrauchen. Der weltgrößte Softwarekonzern hat sich hohe Ziele gesteckt. "Es wird lange Zeit nur zwei große Anbieter geben - uns und Apple", sagte Microsoft-Chef Steve Ballmer zum Verkaufsstart in den USA. Doch es lief nicht alles bestens. An anderen Stellen verlief der Verkauf eher schleppend. Und im Internet kursierten Berichte über Installationsprobleme.

Auf rund 75 Prozent Marktanteil kommt Apple zurzeit mit dem iPod - und es gibt keine Hinweise darauf, dass sich das schnell ändert. Einer Befragung zufolge wollen drei von vier jugendlichen MP3-Player-Käufern sich einen iPod zulegen. Vielleicht könne Microsoft einen Marktanteil von fünf bis zehn Prozent im ersten Jahr erreichen, schätzt Eugene Munster, Analyst bei Piper Jaffray.

Die Hoffnung bleibt

Zune ist Microsofts erster Versuch, einen eigenen digitalen Musikspieler auf den Markt zu bringen. Mit 250 US-Dollar kostet er so viel wie der vergleichbare iPod. Und wie der große Konkurrent setzt der Softwarekonzern auf ein integriertes Angebot aus Abspielgerät, Software und Musikshop.

Doch der Onlineshop hat ein geringeres Angebot, das Gerät ist größer und schwerer, die Software bereitet Probleme. Im Internet kursieren Meldungen über Installationsschwierigkeiten. Außerdem läuft das Programm bislang nicht mit dem neuen Betriebssystem Vista zusammen, dass Anfang kommenden Jahres an Endkunden verkauft werden soll. "Zum offiziellen Verkaufsstart von Windows Vista wird die volle Kompatibilität mit Zune realisiert sein", hieß es dazu von offizieller Seite bei Microsoft nur.

Das noch nicht alles optimal ist, dessen ist sich offenbar auch Ballmer bewusst. Microsoft könne Apple schlagen, aber das würde nicht einfach, sagte er am Mittwoch in ungewöhnlicher Demut. "Offensichtlich sind wir der David in diesem Markt, Apple ist der Goliath."

Ein wenig Hoffnung, dass David siegt, kann sich Ballmer aber machen. Vor allem die Möglichkeit, über das eingebaute Funknetz drahtlos Musik mit Freunden tauschen zu können, lässt die Kunden zu Zune greifen, beobachtet Niedbala. Das interessiert auch Apple-Fans. Teilweise mit dem iPod in der Hand kauften sie bei J&R den iPod-Rivalen.

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