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Neue Technik: Ein Klettverschluss aus Stahl

Aus dem Alltag ist er kaum noch wegzudenken: der Klettverschluss. Münchner Ingenieure haben nun eine Variante aus Stahl entwickelt, die extremen Bedingungen standhält. Werden irgendwann Häuser und Autos einfach zusammengeklettet?

Münchner Wissenschaftler haben einen Klettverschluss aus Federstahl entwickelt. Er ist gegen Chemikalien beständig und kann auch bei Temperaturen von 800 Grad Celsius noch gewaltigen Kräften standhalten. Die Entwicklung könnte in der Gebäudetechnik und im Fahrzeugbau eingesetzt werden, meldet die Technische Universität in München.

Herkömmliche Klettverschlüsse aus Kunststoff haben für den alltäglichen Gebrauch enorme Vorteile: Sie können großen Kräften standhalten und lassen sich dennoch schnell wieder lösen. Allerdings sind sie nicht hitzebeständig und kommen bei extremen Belastungen, wie sie beispielsweise im Fassadenbau auftreten, auch an ihre mechanischen Grenzen. Die Forscher um Hartmut Hoffmann von der TU München haben daher nun gemeinsam mit ihren Industriepartnern eine "Metaklett" genannte Klettverbindung aus Stahl entwickelt, die auch unter solchen Extrembedingungen noch hält.

Als Werkstoff wählten die Forscher einen Federstahl, der sich elastisch verformen lässt und dennoch eine hohe Festigkeit aufweist. Am Computer entwarfen sie verschiedene dreidimensionale Modelle für das optimale Ineinandergreifen der Elemente. Von den vielversprechendsten Kandidaten fertigten sie Prototypen und unterzogen sie umfangreichen Tests. Das Rennen machten schließlich zwei Varianten: ein Schnappverschluss namens Flamingo und ein Haken-Ösen-System mit dem Namen Entenkopf, das dem etablierten Kunststoffklettband nachempfunden ist. Die möglichen Haltekräfte der ganz ohne Werkzeug zu verbindenden Flächen sind enorm: Parallel zur Klettfläche sind Haltekräfte von bis zu 35 Tonnen pro Quadratmeter möglich.

DDP / DDP
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