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Krieg in der Ukraine Neueste Waffe der Ukraine – was bewirken die M30A1-Raketen für Himars Werfer?

"Ukraine Weapons Tracker" zeigt die Raketen in der Ukraine
"Ukraine Weapons Tracker" zeigt die Raketen in der Ukraine
© Ukraine Weapons Tracker / pr
Kiew hat neue Raketen für die Himars-Werfer aus den USA erhalten – eine Salve mit ihnen zerstört eine Fläche von einem Quadratkilometer.

In der Ukraine wurden neue Raketen für die von den Russen gefürchteten Himars-Werfer gesichtet. Die Waffen vom Typ M30A1 können eine große Fläche auf einmal vernichten. Die M30A1 haben vor einigen Jahren ältere Gefechtsköpfe abgelöst. Diese zerfielen knapp über dem Boden in kleine Bomblets, die sich dann verteilten, auf das Zielgebiet fielen und mit ihren Explosionen eine große Fläche zerstörten.

Ablösung der Streubomben 

Dieser Waffentyp hatte immer den Nachteil, dass niemals alle kleinen Streubomben explodierten und die kleinen Blindgänger auch nach Jahren noch eine Gefahr für die Zivilbevölkerung darstellten. Die M30A1 funktioniert dagegen wie eine Schrotpatrone. Sie explodiert über dem Ziel. Die Detonation schleudert fast 200.000 Wolframkugeln heraus. Sie können sogenannten "weiche" Ziele durchbohren – gegen Bunker ist die Waffe machtlos. Panzerungen können die Kugeln nicht durchschlagen, aber auch bei einem Kampfpanzer würden die Außeninstallationen beschädigt werden. Bislang benutzt die Ukraine nur den M31-Gefechtskopf, der gegen Einzelziele gerichtet ist. M30A1 hat dagegen einen Kill-Radius von 85 Metern bzw. die Vernichtungszone hat einen Durchmesser von 190 Metern. Eine ganze Salve von einem Werfer bedeckt dann ein Gebiet von fast einem Quadratkilometer.

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Weiter, präziser und cleverer

Im Prinzip wirken die russischen Mehrfachwerfer ähnlich, auch wenn sie kleine Streubomben verwenden. Nur sind sie weniger präzise und sie erreichen nicht die enorme Reichweite der US-Werfer von fast 90 Kilometern. Eine einzige Batterie der Himars-Werfer kann in einer großen Zone die Truppen des Gegners niederhalten. Für Russland ist das eine große Gefahr. Beide Gefechtsköpfe können im Zusammenwirken befestigte Stellungen zerstören. M31 kann gegen Feldbefestigungen eingesetzt werden und die Wolframkugeln von M30A1 gegen das Grabensystem zwischen den Bunkern.

Die große Wirkung der Himars-Werfer erklärt sich aus der Präzision der gelenkten Gefechtsköpfe, ihrer Reichweite und der besseren Kommunikation. Zumindest die besser ausgestatteten Truppen Kiews benutzen ein dezentrales Feuerleitsystem, welches über die Starlink-Satelliten miteinander verbunden ist. In wenigen Minuten können die Zieldaten so von einem Beobachter an die feuernde Batterie übermittelt werden.

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