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Herbst im Garten: Warum Sie Laub nicht einfach in der Bio-Tonne entsorgen sollten

Viele Menschen werfen Laub aus dem Garten einfach in die Biotonne. Dabei denken Sie nicht daran, dass die Blätter vielen Tieren Schutz im Winter gewährt. Besonders Igel sind auf die schützenden Haufen angewiesen.

Im Oktober geht das Nahrungsangebot für Igel zurück, sie suchen nun nach einem Platz für den Winterschlaf.

Im Oktober geht das Nahrungsangebot für Igel zurück, sie suchen nun nach einem Platz für den Winterschlaf.

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Der Herbst sorgt für wunderschön gefärbte Bäume – aber auch für jede Menge Arbeit, wenn das Laub gefallen ist. Ob sie wollen oder auch nicht, Eigentümer müssen sich um all die Blätter kümmern, die auf dem Rasen, dem Fußweg und den Regenrinnen des Daches gefallen sind.

Die einfachste Methode ist, das eingesammelte Laub einfach in die Biotonne zu kippen oder es in speziellen Säcken zur Abholung bereitzustellen. Doch ökologisch ist das nicht, denn das Laub dient vielen Tieren als Schutz im Winter. Insbesondere Igel benötigen für ihren Winterschlaf ein schützendes und wärmendes Dach aus Laub.

Einfach liegen lassen, kann man die Blätter jedoch nicht. Die Regenrinnen müssen auf jeden Fall vom Laub befreit werden, wenn sie das Regenwasser weiter abführen sollen. Zur Reinigung des Gehweges ist der Anlieger sogar gesetzlich verpflichtet. Auch der Rasen sollte von den Blättern befreit werden. Eine durchgängige Lauboberfläche setzt dem Rasen zu, es bilden sich dann braune Flächen. Außerdem ist die Arbeit nur aufgeschoben, denn das Laub wird sicher nicht bis zum Frühjahr kompostiert sein.

Laub schützt 

Mit dem Zusammenfegen sollte man nicht allzu lange warten, sonst läuft man Gefahr, dass sich eine Igelfamilie schon unter einer Stelle mit dickem Laub zur Ruhe begeben hat. Besser ist es, wenn frühzeitig das Laub zusammengekehrt wird und an geschützten Stellen Laubhaufen für die Igel aufgehäuft werden. Achten Sie darauf, dass das Laub nicht allzu nass ist und vor direktem Regen geschützt wird. Ein zusammengeklumpter, nasser Laubhaufen bietet keinen Schutz.

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Genauso sinnvoll ist es, wenn man im Frühjahr aus altem Holz Nistmöglichkeiten für Insekten schafft. Auch davon profitieren die Igel, sie leiden wie viele Tiere an dem dramatischen Rückgang an Insekten.

An beiden Arbeiten haben auch Kinder Spaß, sie freuen sich meist spielerisch eine ökologische, gute Tat zu vollbringen. Die Haufen können durchaus mit einem Dach aus kleinen Brettern "wohnlich" vorbereitet werden.

Igel ziehen sich aber nicht nur unter dem Laub zurück. Sie suchen auch Hohlräume in Hecken oder Gartenhäuschen auf. Hauptsache, sie liegen ruhig und es gibt etwas Schutz und Wärme. Laubhaufen sind allerdings besonders interessant. Sobald das Laub oder andere Gartenabfälle anfangen, sich zu zersetzen, geben sie auch etwas Wärme ab. Spezielle Igelhäuschen kann man in Gartenmärkten kaufen oder auch selbst bauen.

Igel keine Milch geben

Normalerweise benötigen Igel keine weitere Hilfe und auch kein Futter. Es wird immer noch gern Milch in eine Schüssel getan, denn die Igel schlecken die Flüssigkeit mit Behagen auf. Doch leider bekommen die Tiere davon Durchfall – also keine Milch. Sollte man doch ein krankes Tier aufnehmen oder einen Igel versorgen, der nach dem Schneefall umherirrt, muss man auf anderes Futter ausweichen. Für die Igel gibt es spezielles Igelfutter, aber auch Katzenfutter aus der Dose, Eier oder etwas Banane und Avocado bekommen dem Igel.

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