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Rüstung So stark wie der Leopard II – Rheinmetall stellt Jagdpanzer Lynx 120 vor

Zu den Soezifikationen der Hauptwaffe gab Rheinmetall nichts bekannt.
Zu den Soezifikationen der Hauptwaffe gab Rheinmetall nichts bekannt.
© Rheinmetall / PR
Der Schützenpanzer Lynx ist das Exportmodell von Rheinmetall. Nun wurde ein Modell mit einer Kampfwagenkanone vorgestellt. Der kleine Lynx ist damit so bewaffnet wie der 20 Tonnen schwerere Kampfpanzer Leopard 2.

Rheinmetall hat nach den Schützenpanzern Marder und Puma den Lynx entwickelt. Das IFV (Infantry Fighting Vehicle) wurde nicht für die Bundeswehr gebaut, es ist ein Panzer für den internationalen Markt. Anstatt ein "Wünsch Dir was"-Konzert der Politik, ist der Lynx vor allem ein "praktischer" Schützenpanzer, der auf Kosten, Verlässlichkeit und erprobte Systeme setzt.

Zentral beim Design ist die Trennung und Modularität des Fahrzeugs in zwei Hauptteile: ein Basisfahrzeug und spezielle Missions- und Rollenausrüstung. So ist es leicht möglich, verschiedene Aufbauten für das Fahrgestell zu entwerfen. Nun Rheinmetall hat die Lynx-Familie um die Variante eines Jagdpanzers erweitert. Der Lynx 120 schafft das Kunststück auf das kleine Fahrgestell einen Turm mit der 120mm Glattrohrkanone aufzusetzen. Diese Kampfwagenkanone ist von der Hauptwaffe des Leopard 2 abgeleitet. 

Zur Sekundärbewaffnung zählt ein Maschinengewehr, das parallel zur Hauptwaffe montiert ist. Der Kommandant kann zudem ein unabhängig auszurichtendes Maschinengewehr vom Kaliber .50 bedienen. Ein 360°-Kamerasystem mit automatischer Zielerfassung und -verfolgung unterstützt die Besatzung. Der Lynx 120 ist zudem der erste Panzer, der serienmäßig mit Rheinmetalls Active Defence System (ADS) zur Abwehr von Panzerfäusten und Panzerabwehr-Lenkflugkörpern ausgestattet ist. Die Hauptwaffe kann die neuen programmierbaren DM11-Projektile (HE) abfeuern. Rheinmetall schreibt nicht, wie die 120mm-Kanone beladen wird – es ist aber anzunehmen, dass ein automatisches Ladesystem zum Einsatz kommt.

Panzer mit Baukastensystem

Gleichzeitig wurde die Elektronik des Panzers weiter verbessert. Der Lynx ist in der Lage, mehrere Ziele gleichzeitig zu bekämpfen, außerdem soll er eine Drohne einsetzen können. Interessant ist auch ein Sensor-Mikrofon-System, das gegnerische Schützen automatisch lokalisieren kann. Vom Puma hat der Lynx die Modulbauweise übernommen. Es ist relativ leicht möglich, verschiedene Türme für den Schützenpanzer zu entwickeln und den Lynx entsprechend zu bewaffnen.

Um die Besatzung zu schützen und um das Auf- und Absitzen der Infanteristen im Heck zu ermöglichen, ist der Motor vorn untergebracht. Der Schutz der Besatzung vor Artilleriesplittern, Minen und Sprengsätzen wird unter anderem durch einen doppelten Boden verbessert. Der Treffer eines modernen Kampfpanzers würde die Panzerung allerdings durchschlagen.

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Kein Leichtgewicht

Die Varianten des Lynx wiegen zwischen 38 Tonnen und 44 Tonnen. Der Lynx ist also alles andere als ein Leichtgewicht. Zum Vergleich: Der Leopard 2 wiegt über 62 Tonnen. Das ist deutlich mehr, doch die russischen Kampfpanzer T-90 und T-14 Armata bringen nur 46,5 bzw. 48 Tonnen auf die Waage, bei deutlich stärkerer Bewaffnung. Der Lynx soll Geschwindigkeiten von über 65 km/h erreichen.

Bestellt wurde das IFV bereits von Ungarn – 200 Stück. Gemeinsam mit dem US-Partner Raytheon bewirbt sich Rheinmetall um die Nachfolge des US-Schützenpanzers Bradley. Der ist zwar deutlich jünger als das deutsche Pendant, aber inzwischen auch hoffnungslos veraltet.


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