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Photovoltaik Solaranlagen – darum lohnt sich Sonnenergie für jedes Haus

Eigentlich würde es Sinn machen, das ganze Dach  mit Modulen zu bedecken.
Eigentlich würde es Sinn machen, das ganze Dach  mit Modulen zu bedecken.
© Ideeone / Getty Images
Neue Regeln des Gesetzgebers und der enorme Preisverfall der Solarmodule machen Photovoltaik attraktiv. Heute gebe es keine ungeeignete Lage mehr, man müsse so viel Kapazität wie möglich auf das Dach bringen, sagt Alex Melzer vom Solarportal Zolar.

Solarenergie wird die Zukunft gehören. Solarstrom wird zur günstigsten Energiequelle der Welt. Und das gilt auch für Länder wie Deutschland, auch wenn hierzulande die Sonne nicht so prall scheint wie in Marokko.  Dafür sind mehrere Faktoren verantwortlich. Ein wesentlicher Punkt ist der Preisverfall der Solarmodule, sagt Alex Melzer, CEO und Co-Founder vom Solarportal Zolar zum stern. "Der Preis ist das Zauberwort. Ich habe 2007 in dieser Branche angefangen. Damals haben wie ein Watt Solarmodul für 3,70 Euro verkauft. Mittlerweile bekommt das der Endkunde für 35 Cent. Das sind zehn Prozent vom alten Preis." Die gesunkenen Kosten für die Module führen zu anderen Planungen.

Früher hat man gesagt: "Nur nach Süden", etwas später hieße es: "Jetzt lohnt sich auch Ost – West", erläutert Melzer. "Doch heute ist man so weit, dass diese Faktoren beinahe egal sind. Hauptsache, man installiert viel Kapazität." Denn Solarenergie rechne sich immer. "Es ist egal, was für eine Dachfläche Sie haben. Ob es verschattet ist oder ungünstig liegt." Richtig ist natürlich, bei sonniger Einzellage sieht die Kalkulation noch besser aus.

Doch wegen den gesunken Modulpreise kann man es verschmerzen, wenn mehr Module ungünstigere Bedingungen ausgleichen. "Das ist ganz einfach: Heute bekommen sie zehn Module für den Preis, für den sie 2007 eins bekommen haben."

Je mehr, desto besser

Tatsächlich rät Melzer, dazu eine satte Überkapazität zu installieren. An einem sonnigen Tag stellt man dann viel zu viel Energie her, den Überschuss speist man in das Netz ein und bekommt immerhin auch etwas ausbezahlt. Aber wenn es dunkler wird, im Winter etwa, ist die Anlage immer noch so dimensioniert, dass es Tage und Stunden gibt, an denen man den Eigenbedarf für den Tag selbst produziert. "Sie müssen an die sehr hohen Strompreise in Deutschland denken. Je mehr selbstproduzierten Strom Sie selbst verbrauchen umso besser."

Der eingeleitete Überschuss wird auch vergütet, aber spannend wird es, wenn man den Eigenstrom nutzt und nicht 30 Cent pro Kilowattstunde bezahlen muss. Und hier spart die überdimensionierte Anlage eben auch an den Tagen mit mäßigem Sonnenschein. "Früher hat man gesagt, bau die Anlage so groß, wie dein Stromverbrauch ist. Also wenn dein Verbrauch 5000 Kilowattstunden beträgt, dann bau dir eine 5 KW Anlage. Das macht man heute nicht mehr. Heute sagen wir: Packe das Dach so voll wie möglich."

Ähnliches gilt für die Kosten von Stromspeicher. "Der Laie hat Vorbehalte wegen der Lebensdauer", weiß Melzer. Aber die Hersteller geben eine Mindestgarantie von 80 Prozent nach zehn Jahren Einsatz. "Diese Speicher halten 14, 15 Jahre. Die unterliegen anderen Belastungen als Akkus in Autos oder Fahrrädern. Die fallen nie hin, kommen nicht mit Dreck und Wasser in Berührung und erleiden auch nicht die Temperaturschwankungen."

Ein Speicher lohnt sich auf jeden Fall. "Heute gibt es Geräte, die die Fotovoltaikanlage mit dem Stromspeicher kombinieren. Das spart man den Wechselrichter." Diese Speicher sind nicht in der Lage den Sonnenstrom vom Sommer in den Winter zu retten. Aber sie nivellieren die Schwankungen einzelner Tage und vor allem, stellen sie den Strom dann bereit, wenn er im privaten Haushalt auch benötigt wird. Das ist eher abends als zur Mittagsstunde der Fall.

Stromverbrauch wird wachsen

Ein weiterer Grund, warum Fotovoltaik wichtiger wird, sind E-Autos. "In Zukunft werden wir elektrisch motorisiert sein", ist sich Melzer sicher. Die Energie, die heute in Form von Diesel oder Benzin getankt wird, wird dann aus der Leitung kommen. Der Stromverbrauch wird also steigen. "Wer ein Haus hat, wird im Alltag nicht an eine öffentliche Säule fahren, um Strom zu tanken, er wird zu Hause Strom zapfen. Dann ist der eigene Solarstrom wesentlich billiger als der Strom aus dem Netz."

Für einen Speicher spricht auch, dass man sich Umsatzsteuer zurückholen können, wenn er zusammen mit der Fotovoltaikanlage installiert wird. "Wenn Sie sich das später überlegen und nachrüsten, geht das so nicht." Großer Vorteil: Eigenheimbesitzer müssen nicht befürchten, dass die Bundesregierung den Eigenstrom in Zukunft versteuern wird. "Es gibt eine EU-Vorgabe für den Einzelhausbesitzer, der darf nicht mit Steuern oder der EEG-Abgabe belastet werden. Hier schützt die EU die kleinen Stromerzeuger."

Es gibt auch Mietmodelle für Solaranlagen. Aus Sicht von Melzer macht das keinen Sinn. Eine Solaranlage sei ein Teil des Hauses, argumentiert er. "Sie mieten ja auch nicht die Fenster oder den Fußboden." Vor allem bei Neubauten oder Sanierungen ist das Mietmodell weniger attraktiv. "Wenn Sie die Kosten mit in die Baufinanzierung packen, profitieren Sie von den niedrigen Zinsen." Er habe inzwischen Finanzierungen 0,4 Prozent Zinsen gesehen. Gemessen den Gesamtkosten für den Hausbau oder eine Sanierung ist eine Solaranlage vergleichsweise billig. Eine Solaranlage mit 17 Modulen und einer Kapazität von 6,3 kWp kostet inklusive Montage 13.000 Euro. Kommt noch ein Speicher von 5,1 kWh dazu, liegt der Preis bei etwa 19.000 Euro. Also in etwa der Preis, den man für das Bad oder die Küche kalkulieren muss. Wenn man den Rat beherzigt und das Dach so voll wie möglich macht, kann es allerdings teurer werden.

Energie-Punkte bei Neubauten

Bei Zolar kann man sich einfach und unverbindlich ein Angebot machen lassen. Man muss einen Fragebogen beantworten, Fotos des Hauses hochladen. "Anhand von Satellitenbildern, den Fotos und den Daten machen wir eine komplette Planung. Da kann der Kunde sich verschiedene Modelle ansehen, verschiedene Marken. Er kann festlegen, ob er einen Speicher will, oder nicht und er sieht genau, was das kostet und wie sich seine Stromrechnung verändert." Vorteil für den Kunden: Der Festpreis aus dem Konfigurator wird garantiert. Die Arbeiten werden von Partnerfirmen ausgeführt. "Aber wir sind der Ansprechpartner. Wenn es mal Probleme geben sollte, kümmern wir uns darum. Der Kunde muss keinen Handwerkern hinterhertelefonieren."

Änderungen im "Erneuerbare Energien Gesetz" machen Solaranlagen attraktiv. "Heute muss jeder Neubau einen gewissen Anteil erneuerbare Energie vorweisen. Mit der Fotovoltaik können Sie das am günstigsten umsetzten. Die Anlage bringt Ihnen in diesem System Punkte, dann müssen Sie bei anderen Faktoren weniger machen." Das liegt einerseits an den bürokratischen Regeln: Fotovoltaik bringt relativ viel Punkte angesichts des Aufwands und der Kosten. Und sie spart im Betrieb mehr Geld ein als andere Investitionen, weil man den sehr teuren Netzstrom substituiert.

Wenn die Anlagen immer besser und billiger werden, könnte man denken: "Dann warte ich noch ein paar Jahre." Das sei eine Milchmädchenrechnung, so Melzer. Im Prinzip ist es richtig, dass der technische Fortschritt nicht aufhören wird. "Sie werden in zehn Jahren für ähnliche Kosten eine bessere Anlage bekommen. Aber bis dahin müssen Sie den Strom aus dem Netz bezahlen." Also 30 Cent mit steigender Tendenz." Warten lohne sich nicht, weil man schon jetzt in der Gewinnzone ist.

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