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Energiewende Sonnenergie direkt aus dem Fenster – US-Firma stellt durchsichtige Sonnenkollektoren vor

Wenn man genau hinsieht, bemerkt man einen leichten Braunton.
Wenn man genau hinsieht, bemerkt man einen leichten Braunton.
© PR
In den USA wurden transparente Solarzellen vorgestellt. Sie können in herkömmliche Fenster integriert werden. Gebäude mit Glasfassaden können so ihren eigenen Strom produzieren.

Eine Firma aus den USA hat neuartige Sonnenkollektoren entwickelt, die praktisch unsichtbar sind und in jedem Haushalt installiert werden können. Die transparente Sonnenpanelle von UbiQD unterscheiden sich nicht von einer normalen Glasscheibe.

Geringere Stromausbeute

"Wenn wir unsere Arbeit getan haben, wird niemand mehr wissen, dass sie da sind", so Hunter McDaniel von UbiQD. Es wird einfach eine Schicht von Nanopartikel zwischen die Glasscheiben eines Fensters angebracht. Da das Fenster weiterhin Licht durchlassen soll, ist die Ausbeutung allerdings geringer als bei herkömmlichen Kollektoren. Sie liegt bei 3,6 Prozent, konventionelle Systeme kommen auf einen Wirkungsgrad von 15 bis 20 Prozent. Sie sind also fünf Mal so effizient.

Die Solar-Fenster sind kaum schwerer als normale Glasfenster und die Technik ungiftig und relativ billig in der Herstellung, so McDaniel. Dabei ist es möglich, die Gläser einzufärben. Die Energieausbeute steigt, je dunkler die Scheiben werden, da mehr Licht absorbiert wird. "Es ist im Grunde eine fast lineare Beziehung", sagte McDaniel.

Gebäude mit Glasfassaden benutzen meist ohnehin eine Beschichtung, die einen Teil des Lichtes reflektiert und absorbiert. So werden die Helligkeit und das Aufheizen im Inneren des Gebäudes zu reduzieren. Der Rekord für transparente Solarstellen liegt bei 8,1 Prozent Effizienz bei 43,3 Prozent Transparenz.

Nutzen vorhandener Flächen

Stromerzeugende Fenster haben ein großes Potenzial. Denn sie verbrauchen keine eigene Fläche und müssen nicht als zusätzliches Gerät installiert werden, weil sie Teil des Fensters sind. Hochhäuser mit Glasfassaden könnten so ihren eigenen Strom erstellen. Die Paneele bestehen aus zwei Glasschichten, die mit einem Polymer verklebt sind, welches Nanopartikel, die sogenannten "Quanten Punkte", enthält. Mit einem Kern aus Kupfer-Indium-Sulfid und einer Hülle aus Zink-Sulfid sind diese Punkte kleine Halbleiter. Trifft UV-Licht auf die Partikel, geben sie Photonen ab, die in der Platte an den Rand wandern und dort von Solarzellen in Strom umgewandelt werden. Die eigentlichen Solarzellen sind nicht transparent und werden daher im Rahmen des Fensters untergebracht. "Die Quanten-Punkte sind so winzig, dass etwa 100.000 von ihnen auf einen Fingernagel passen", so UbiQD.

Quelle: Acs Publication, New Scientist

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