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Sturmgewehr AR-15: Das ist Amerikas "Waffe der Herzen"

So wie Tempo für Taschentücher steht der Name AR-15 im US-Alltag inzwischen für eine ganze Gattung von Sturmgewehren. Und das obwohl die Waffe mit schreckliche Massaker verbunden ist.

Alle Waffen im AR-15-Stil nutzen ein mittleres Kaliber.
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Der Start der AR-15 verlief eher unspektakulär. Die Waffe wurde in den 50er Jahren entwickelt, für die Bedürfnisse der modernen Kriegsführung. Die Anforderungen glichen denen, die bereits zuvor zur Entwicklung des deutschen Sturmgewehrs 44 und des russischen Automat Kalaschnikow geführt hatten. Viel Munition und hohe Schussfolge zählten mehr als Präzision und Reichweite. Aus der AR-15 wurde dann das damalige Standardgewehr der US-Truppen im Vietnamkrieg, die M16, entwickelt.

 

In den zivilen Bereich kam die Waffe erst sehr viel später. Als der ursprüngliche Patentschutz auslief, begannen mehrere Firmen Nachbauten und Varianten herzustellen. Die Waffengesetze in den USA führten dazu, dass die zivilen Modelle keine echten Vollautomaten mehr waren, jeder Schuss musste mit einem Fingertippen ausgelöst werden. 

 

Im Gegensatz zu einem Gewehr ist die AR-15 handlich genug, um auch in Häusern und Räumen benutzt zu werden. Im Vergleich zu einem klassischen Revolver oder einer Pistole verfügt die AR-15 über eine weit größere effektive Reichweite, eine hohe Kadenz und ihre Munition ist auch in der Standardausführung besonders zerstörerisch. "Wenn diese Geschosse mit hoher Mündungsgeschwindigkeit, ein Organ treffen, ist es wahrscheinlicher, dass sie schwere oder tödliche Verletzungen zufügen, als Munition mit niedrigerer Mündungsgeschwindigkeit", sagte Donald Jenkins, ein Unfallchirurg am University of Texas Health Science Center in San Antonio dem Sender "NBC News". Der TV-Sender hat dem Siegeszug des Sturmgewehrs ein großes Feature gewidmet (America’s rifle: Why so many people love the AR-1, Jon Schuppe)

 

Versuche der Regierung, diese Art von Waffen zurückzudrängen, hatten keinen großen Erfolg. Nach den 9/11-Anschlägen wurde die AR-15 zum Standard. "De-facto ist das heute unsere  Standardwaffe", sagte Evan Daire, Mitarbeiter einer Shooting-Anlage, dem Sender. "Ganz egal, was du vorhast, die AR-15 geht für alles."

So wie Tempo für Taschentücher steht der Name AR-15 im US-Alltag inzwischen für eine ganze Gattung von Sturmgewehren – die sich in den Details unterscheiden, im Konzept aber alle ähnlich sind. Inzwischen ist jede fünfte verkaufte Waffe in den USA ein Sturmgewehr.

 

Der Erfolg der AR-15 beruht auch auf einem hierzulande wenig bekannten Besonderheit: Eine AR-15 kann individuell getunt und verändert werden. Mit wenigen Handgriffen kann man eine Waffe zerlegen und wiederzusammenbauen. Jedes einzelne Modul kann individuell angepasst werden. Die Standardwaffe aus dem Regal ist so variabel wie ein Legobaukasten – selbst das Kaliber lässt sich variieren. Viele Männer kaufen gar keine fertige AR-15, sondern setzen ihr eigenes Custom-Modell zusammen.

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