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Videospiele: Die neuen Gesellschaftsspiele

Lange genug hatten vor allem Jungs Spaß an Videospielen. Doch das will die Industrie jetzt ändern und für jeden ein passendes Game anbieten - für Mädchen, für Eltern, sogar für Oma und Opa. Der Plan scheint aufzugehen.

Von Mascha Jacoby und Sven Stillich

"Tausendmal berührt, tausendmal ist nichts passiert", singen Nicola Haumann und Maxi Lieschke, beide 14 Jahre alt. Sie halten ihre Mikrofone lässig in der Hand, Klaus Lage spielt "1000 und 1 Nacht" - und sie trällern: "Und es hat Zoom gemacht." "Sing Star" heißt das Karaoke-Spiel für Sonys Playstation 2, das Maxi und Nicola nach der Schule oder auf Partys mit ihren Freundinnen einlegen - und ginge es nach der Branche, sollen in Zukunft noch viel mehr Mädchen Spaß an Videospielen haben. Und dazu ihre Mütter und Tanten und Omas und Opas. Spiele sollen bei immer mehr Menschen "Zoom" machen, die bislang nicht im Traum daran gedacht haben, sich eine Spielkonsole ins Haus zu holen.

Die großen Konzerne ärgert, dass sich Videospiele zwar beim Umsatz mit Film und Musik messen können, nicht aber wenn es darum geht, wer sie spielt. Ganze Familien gehen ins Kino, aber am digitalen Spiel haben meist nur männliche Heranwachsende Spaß. Viele Millionen mögen Videospiele, viele Milliarden aber eben nicht. Und das soll an den Spielen selbst liegen. "Wir langweilen die Leute zu Tode", gibt John Riccitiello zu, Chef der mit drei Milliarden Dollar Umsatz weltweit größten Spielefirma Electronic Arts (EA): "Unsere Spiele sind viel zu schwer und zu uninspiriert." Eine Selbstkritik, als hätte der Chef von Ford das Automobil an sich infrage gestellt.

"Ballerspiele kann ich nicht, und ich sehe auch keinen Sinn darin", sagt Nicola Haumann. "Jungs finden das spannend - dafür trauen sie sich meist nicht zu singen." Mädchen mögen andere Spiele als Jungs, Eltern ticken anders als ihre Kinder. Lange schien es unmöglich, die ganze Familie zum gemeinsamen Spiel vor die Konsole zu bringen. Die japanische Firma Nintendo jedoch hat genau das geschafft - auch ein Grund, weshalb die Branche plötzlich die Familie entdeckt. Viele Firmen haben Nintendo für ihre neue Spielkonsole Wii belächelt - wegen ihrer gegenüber der Konkurrenz viel schlechteren Grafik und wegen des neuen Eingabegeräts, durch das Knöpfedrücken beim Videospielen überflüssig werden soll. Zu Unrecht: In einem Jahr hat Nintendo die Wii mehr als 13 Millionen Mal verkauft, allein in Deutschland 500.000-mal. Der Aktienkurs des Konzerns ist in dieser Zeit um mehr als 300 Prozent gestiegen. Plötzlich wollen alle ein bisschen Nintendo sein.

"Dann ist das wie früher ein Gesellschaftsspiel"

Eine Wii steht auch im Wohnzimmer von Familie Peters in Wallenhorst. Ein-, zweimal in der Woche wird damit gespielt, und das nicht nur mit der fünfjährigen Tochter Celina, "sondern auch mal, wenn Freunde kommen", wie Vater Tuan Peters, 35, sagt: "Dann ist das wie früher ein Gesellschaftsspiel." Statt "Mensch ärgere Dich nicht" wird auf der Spielkonsole Tennis gespielt oder Bowling. "Zwei Freunde haben sich auch schon eine Wii gekauft", sagt Sandra Peters, 30. "Es geht uns nicht um möglichst realistische Grafik, sondern um den Spielspaß", fügt Tuan Peters hinzu.

Manchmal braucht es sogar nicht einmal mehr ein Spiel, um Neukunden für Spielkonsolen zu begeistern. Den tragbaren Nintendo DS etwa, den Nachfolger des Gameboy, findet man heute zum Beispiel nicht mehr nur in Kinderhänden, es werden immer mehr Rentner damit ertappt. Nicht nur wegen seiner sehr intuitiven Bedienung, sondern wegen eines Programms, das verspricht, den Kopf fit zu halten. "Dr. Kawashimas Gehirn- Jogging" wurde bislang allein in Deutschland mehr als eine Million Mal verkauft - ein gigantischer Erfolg für ein Programm, das mit Kopfrechenaufga- ben und Logikrätseln auf den ersten Blick eher nach Anstrengung als nach Spaß aussieht. "Ich spiele das, weil es mich herausfordert", sagt der Berliner Klaus Wuttig, 70 Jahre alt, "und weil es mir hilft, meine geistige Fitness zu erhalten." Mit dem Nintendo DS kann man sogar Yoga lernen, seine Augen trainieren oder Englisch üben. Die Nintendo-DS-Geräte werden in Japan bereits in Schulklassen und Altersheimen eingesetzt, weltweit gingen sie mehr als 53 Millionen Mal über die Ladentische, hierzulande drei Millionen Mal.

Das alles hat mit den hochtechnisierten und epischen Spielen, über die EA-Chef John Riccitiello jammert, nicht mehr viel zu tun. Die neuen Jedermann-Spiele sollen "sofort verständlich sein und dennoch über lange Zeit hinweg herausfordernd", wie Konstantin Nikulin sagt, der Betreiber des Spiele-Portals www.deutschland-spielt. de. "Es sind Spiele für die Mittagspause oder für den Feierabend." Spannende Spiele zum Entspannen, Fünf-Minuten- Spiele. Die Zukunft des Computerspielens soll unter anderem in den "Casual Games" liegen, wie die Branche dazu sagt - in Spielen ähnlich "Moorhuhn" oder "Tetris". Früher haben sich lediglich kleinere Firmen damit beschäftigt, heute reißen sich die Großen darum. Die Entwicklungskosten eines "Casual Games" betragen nur einen Bruchteil derer eines herkömmlichen Spiels, vor allem aber sprechen die Zwischendurch- Spiele eine Spezies an, die Spielen sonst nicht zugeneigt ist: Frauen. "75 Prozent unserer Nutzer sind weiblich", sagt Konstantin Nikulin. Die Zahl der Downloads auf deutschland-spielt.de verdoppelt sich jedes halbe Jahr.

"Casual Games" sollen nach einem Experiment der Universität Hamburg sogar Leistung und Konzentration fördern, wenn sie in einer Arbeitspause gespielt werden - eine gute Nachricht für Arbeitgeber. Und manchmal hilft so ein Spiel auch einfach nur dabei, den Alltag für ein paar Minuten zu vergessen. Birgit Lieschke, die Mutter von Maxi, sagt: "Maxi und Nicola spielen oft nach der Schule erst einmal eine halbe Stunde, um runterzukommen." Gerade singen die beiden: "Wir blieben zu Haus, du schliefst ein vorm Fernsehn." Immer noch Klaus Lage. Maxi und Nicola lachen. Klaus Lage irrt: Hier schläft keiner ein. Denn es hat "Zoom" gemacht.

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.