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Flash-Ball Nachfolger: Zerschossene Augen, gesplitterte Kiefer - der Gummigeschoss-Werfer LBD 40 spaltet Frankreich

Gegen die Demonstrationen der sogenannten Gelbwesten setzt der französische Staat Waffen ein, die die Polizei in Deutschland gar nicht besitzt. Aus gutem Grund: Offiziell werden diese Waffen als nicht-tödlich eingestuft, sie verursachen aber schwerste Verletzungen und können bei unsachgemäßer Benutzung auch töten.

Polizist mit dem Gummigeschosswerfer in Bordeaux.

Polizist mit dem Gummigeschosswerfer in Bordeaux.

Nach zahlreichen schwerstverletzten Demonstranten ist der Hartgummi-Werfer LBD 40 besonders umstritten. Das Gerät erinnert äußerlich nicht von ungefähr an die tragbaren Granatwerfer des Militärs. LBD 40 verschießt natürlich kein Explosivgeschoss, sondern unter anderem ein Hartgummigeschoss. Das Gerät ist der leistungsfähigere Nachfolger des Flash-Balls, auch wenn die alte Bezeichnung weiter verwendet wird. Für die Polizeitaktik hat diese Waffe mehrere Vorzüge. Der Werfer ist eine Distanzwaffe, mit ihm können Polizisten Gewalttäter gezielt ausschalten, ohne sich ihnen auf Schlagdistanz zu nähern. Aus Sicht der Staatsmacht wird hier quasi Waffengleichheit geschaffen. Die Beamten werden häufig mit Steinen, Molotowcocktails oder gar Zwillen beschossen, können sich aber aus der Distanz selbst nicht wehren, wenn ihnen nur tödliche Schusswaffen zur Verfügung stehen.

Hohe Energie des LBD-40-Geschosses

Das Geschoss selbst besitzt eine unmittelbar mannstoppende Wirkung. Wird es in der korrekten Weise eingesetzt, hat der Aufprall die Wirkung wie ein 8,4 Kilogramm schweres Gewicht, das aus einem Meter zu Boden fällt – allerdings mit einer Aufprallfläche von nur 40 Millimeter Durchmesser. Trifft der Schuss eine Person im Nahbereich unter zehn Metern, ist die Aufprallenergie ungleich höher.

Das ist auch das erste Problem des Werfers. Um einen Mann in Schutzkleidung oder auch nur mit dicker gepolsterter Jacke von den Füßen zu reißen und zumindest einen Moment außer Gefecht zu setzen, ist eine starke Energie notwendig. Trifft sie auf eine ungeschützte Körperstelle - insbesondere Stirn, Schläfen oder Augenpartie - sind schwere Verletzungen die Folge.

Im Einsatz führt das zu dieser Paradoxie: Gewalttäter, die sich für die Randale vorbereitet haben, sind mit Schutzbrillen, Westen, die die Stoßenergie verteilen, und Helmen gut gegen LBD 40 geschützt. Ein Treffer hat die Wirkung eines tüchtigen Faustschlages. Doch bei umherstehenden Demonstranten mit ungeschütztem Kopf sieht das anders. So geschah es dem 15-jährigen Schüler Lilian. Beim Einkaufsbummel kam er in die Nähe einer Demonstration und wurde von Polizisten beschossen. Sein Kiefer zersplitterte, die Wange riss auf.

Fortgeschrittene Technik von LBD 40

LBD 40 ist ein Qualitätsprodukt aus der Schweiz und nicht etwa eine Art von Ratsche, die Gummibälle verschießt. Er besitzt eine Einsatzreichweite von 25 bis 50 Metern. Auf nähere Distanz darf er wegen der höheren Energie der Geschosse nicht verwendet werden.

Die Fotos von schweren Verletzungen lassen allerdings vermuten, dass der Werfer auch auf kürzere Distanz eingesetzt wird. Die Geschosse besitzen einen Durchmesser von 40 Millimetern, die Länge beträgt 46 Millimeter - es sind also keine Kugeln. Der gezogene Lauf versetzt die Geschosse in Rotation um die Längsachse. Damit erreicht LBD 40 eine Streuung von nur 14 Zentimetern auf 25 Metern Distanz – angesichts der langsamen Gummi-Projektile ist das ein sehr guter Wert. Wer auf die Brust zielt, sollte daher nicht aus Versehen den Kopf treffen.

Klare Vorschriften - unklare Praxis in Frankreich

Und das ist das zweite Problem des Werfers: Wenn er vorschriftsmäßig eingesetzt wird, sollte es zu keinen schweren Verletzungen kommen. Um Schüsse auf den Kopf zu vermeiden, darf der Werfer nur sehr kontrolliert benutzt werden. Es dürfen keine anderen Personen in der Nähe des Ziels stehen und die Schussentfernung muss mindestens 25 Meter betragen. Ob das im Chaos der aktuellen Demonstrationen immer so gemacht wird, kann bezweifelt werden. Nicht nur Fotos auf Twitter, auch die Aufnahmen renommierter Agenturen zeigen Beamte, die auf nahe Distanz den Kopf von Personen anvisieren.

Schon lange vor der Macron-Regierung und den Protesten der Gelbwesten gab es starke Kritik an dieser Waffe, die immer wieder zu schwersten Verletzungen führt. Auch wenn Regierung und Aktivisten unterschiedliche Zahlen präsentieren, ist unumstritten, dass viele Demonstranten der Gelbwesten von diesen Waffen verletzt wurden. Und dabei handelte es sich nicht um die Gewalttäter. Der Journalist David Dufresne dokumentiert die Verletzungen. Die zahlreichen Treffer an Augen, Kiefer und Wangen sollen ein gezieltes Vorgehen der Polizei belegen. Der 47-jährige Feuerwehrmann Olivier Béziade etwa wurde am Hinterkopf getroffen, unlängst wurde der prominenten Gelbweste Jérôme Rodrigues direkt ins Auge geschossen. Da fällt es schwer an einen Zufall zu glauben.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.