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Nexus 9 Tablet im Test: Der Möchtegern-iPad-Killer

Mit dem Nexus 9 greift Google Apple an – mal wieder. Doch obwohl das Android-Tablet im Alltag überzeugen kann, an die neuen iPads kommt es nicht heran.

Von Malte Mansholt

das neue Nexus 9

das neue Nexus 9

Obwohl die Nexus-Geräte nie von #link;v;Google# selbst gebaut werden, sind sie doch die Vorzeige-Hardware des Suchmaschinenriesen. Jedes Jahr bringt der Konzern zusammen mit wechselnden Produzenten jeweils ein Tablet und ein Smartphone auf den Markt. Auf denen läuft die neuste Android-Version in ihrer puren Form, ganz ohne die von den anderen Herstellern darüber gestülpten Benutzeroberflächen. Das aktuelle Tablet Nexus 9 ist erst seit kurzem auf dem Markt, der stern hat es ausführlich getestet.

Im Gegensatz zu Apple setzt Google mit dem Nexus 9 auf eine einzige Tablet-Größe. Mit einer Display-Größe von 8,9 Zoll liegt das Nexus 9 etwa in der Mitte zwischen iPad Air 2 (9,7 Zoll) und iPad Mini (7,9 Zoll). Das erste Nexus-Tablet mit einem Display im 4:3-Format ist damit für verschiedene Einsatzzwecke gewappnet. Auch das Gewicht von 425 Gramm ist sehr alltagstauglich.

Spaltmaße sind bei einem Gerät dieser Preisklasse ein klares No-Go

Spaltmaße sind bei einem Gerät dieser Preisklasse ein klares No-Go

Auf den ersten Blick ein Apfel

Beim Design lehnt sich Hersteller HTC ebenfalls stark bei den Konkurrenten aus Cupertino an, von vorne betrachtet könnte es sich beim Nexus 9 auch um ein iPad handeln. Dreht man das Gerät um, zeigt sich allerdings schnell die vom Smartphone Nexus 5 bekannte, gummierte Rückseite. Auch die Kamera ähnelt stark der des Nexus 5, obwohl das von Konkurrent LG gefertigt wurde. Der Gesamteindruck des Designs gefällt aber.

Leider ist die Verarbeitung nicht ganz so gelungen. An einer der Ecken weist das Testgerät zwischen Metallrahmen und Gummi-Rückseite ein deutliches Spaltmaß auf. Streicht man mit dem Finger über die Display-Kante, fühlt sich das an manchen Stellen unangenehm scharf an. Bei einem Gerät dieser Preisklasse dürfen Käufer mehr erwarten.

Lichthöfe auf dem Display

Das Display ist mit einer Auflösung von 2048 x 1536 Pixeln sehr hoch aufgelöst, einzelne Bildpunkte lassen sich nur mit sehr viel Mühe erkennen. Das Nexus stellt Farben kräftig aber nicht zu bunt dar, auch der Kontrast überzeugt mit einem satten Schwarz. Eigentlich ein tolles Display, wären da nicht die gut sichtbaren Lichthöfe an den Rändern. Gerade bei Filmen oder Apps mit großem Schwarzanteil fällt der deutlich sichtbare Lichteinfall negativ auf. Hier hat HTC wirklich eine Chance verschenkt.

Technisch gibt es am Nexus 9 wenig auszusetzen. Das Gerät reagiert schnell und ohne erkennbare Ruckler, auch aufwendige Spiele stellt es problemlos dar. Die Kameras fallen mit einer Auflösung von 1,6 Megapixeln vorne und acht Megapixeln hinten etwas schwach aus, für ein Tablet ist die Bildqualität aber in Ordnung. Neben GPS und einem Bewegungssensor sind natürlich auch Bluetooth und Wlan mit an Bord. Eine Datenverbindung über LTE bietet nur die größte Variante des 32-Gigabyte-Modells. Als Software dient das aktuelle Android 5.0 Lollipop, das Nexus 9 ist eines der ersten Geräte mit Googles noch junger System-Version.

Optisch erinnert das Nexus 9 auf den ersten Blick an ein iPad

Optisch erinnert das Nexus 9 auf den ersten Blick an ein iPad

Fazit: Keine Alternative zum iPad

Bisher tat sich die Nexus-Serie auch dadurch hervor, dass sie trotz hochwertiger Hardware etwas günstiger ausfielen als vergleichbare Konkurrenz-Geräte. Dieses Jahr ist das anders, das Nexus 9 liegt in der kleinsten Ausführung mit 16 Gigabyte Speicher mit einem Preis von 399 Euro auch preislich zwischen iPad Mini 3 und iPad Air 2. Die teuerste Variante mit 32 Gigabyte Speicher und LTE ist mit 599 Euro gelistet. Betrachtet man die deutlich bessere Verarbeitung der Geräte aus dem Hause Apple, ist das eigentlich zu teuer.

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