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iPad Pro mit Stylus: Kritzeln statt touchen

Eigentlich lehnte Steve Jobs Stifte bei der Touchscreen-Bedienung ab. Für Apples Riesen-Tablet iPad Pro könnte trotzdem ein Stylus erscheinen - das entsprechende Patent gibt es bereits.

Von Malte Mansholt

Eine der größten Neuerungen des iPhones war, neben der besseren Bedienbarkeit des Betriebssystems, der fantastische Touchscreen. Anders als die Konkurrenz setzte Apple auf ein sogenanntes kapazitives Display, also eines, das die elektrische Energie der Finger für die Eingabe nutzt. Gegenüber der druckempfindlichen Variante haben kapazitive Displays einige Vorteile: Sie erlauben es etwa, auch mehrere Finger zu erkennen und ermöglichen dadurch erst die heute bekannten Gesten, wie etwa das Zoomen durch ein Auseinanderziehen der Finger. Vor allem lassen sie sich aber auch ohne Eingabestift, den so genannten Stylus, präzise bedienen. Kein Wunder also, dass sich die Technologie durchgesetzt hat.

Der verstorbene Apple-Chef Steve Jobs betonte daher bereits bei der Vorstellung des iPhones vor acht Jahren, dass keiner wirklich einen Stylus nutzen möchte. Das sollte wohl in erster Linie für die überlegene Technologie des iPhones sprechen, denn es hielt Apple aber nicht davon ab, trotzdem einen zu entwickeln. Das Patent dafür erhielt der Konzern bereits 2012. Nun könnte der bislang nicht veröffentlichte iStift endlich einen Einsatzzweck bekommen: Als Bedienungshilfe für Apples riesiges iPad Pro.

Profi-Lösung

Wie "Macrumors" unter Berufung auf den Analysten Ming-Chi Kuo berichtet, plant Apple, den Stylus als Bedien-Option für das im zweiten Halbjahr 2015 erwartete iPad Pro anzubieten. Die mit gerüchteweise 12,9 Zoll deutlich größere Arbeitsfläche des Tablets bietet sich vor allem für den professionellen Einsatz an. Der bisher unbestätigte Name iPad Pro lehnt sich daran an, angesichts Apples Namensgebung des iPhone 6 Plus ist aber auch die Bezeichnung iPad Plus im Gespräch.

Im Business-Bereich wie auch beim Einsatz als Tablet für Grafiker ist die Stiftbedienung deutlich gefragter, als dies bei Privatnutzern der Fall ist. Tabellen und Grafiken zu erstellen, ist eben mit dem Finger auf Dauer etwas zu fummelig.

Kamera-Stift

Während Konkurrent Samsung beim Flaggschiff Galaxy Note 4 auf einen Stylus mit Druckmessung setzt, erkennt Apples Stift die Schreibbewegungen mit einer in der Spitze eingebauten Kamera. Eventuell könnte er deshalb sogar mit Displays funktionieren, die gar keinen Touchscreen haben. Analyst Kuo vermutet zwar, dass der Stift keine eigenen Bewegungssensoren haben wird, für zukünftige Versionen hält er sie aber für denkbar. So könnte man in Zukunft auch in der Luft schreiben.

Bei einer Sache ist sich Kuo leider sicher: Apple wird den Stylus nicht jedem iPad Pro beilegen - dafür ist seine Herstellung schlicht zu teuer. Der Stift wird daher nicht die Standard-Eingabe, sondern eine kostenpflichtige Option darstellen. Zwar vermutet er, dass es Tablet und Stift auch im Paket geben wird, das kostet aber extra.

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