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Premium-Smartphone für 339 Euro: OnePlus 2 im Test: Das heißeste Smartphone des Jahres

Mit dem OnePlus 2 greift das chinesische Start-Up OnePlus die Platzhirschen Apple und Samsung an. Was taugt das günstige Highend-Smartphone? Der stern hat es getestet.

Von Malte Mansholt

Das OnePlus 2 liegt auf einer Holztafel. Im Test schnitt es gut ab.

Das OnePlus 2 punktet mit einem edlen Metallrahmen und seinem schlichten Design.

Vor nicht allzu langer Zeit galt Technik aus China als billige Ramschware und bestenfalls mittelmässige Kopie. Dass das heute nicht mehr so ist, beweisen Smartphones wie das Huawei P8. Nun ist mit dem OnePlus 2 ein neues Top-Gerät erschienen. Der junge Hersteller verspricht, die Spitzensmartphones der Konkurrenz bis 2016 schlagen zu können - für gerade einmal 339 Euro. Kann das wirklich klappen?

Schickes Design, tolles Display

Der erste Eindruck des OnePlus 2 fällt ausgesprochen positiv aus: Die Verarbeitung ist hervorragend, der Metallrahmen und die Sandstein-artige Rückseite liegen gut in der Hand und fühlen sich wertig an. Das Smartphone ist zwar merklich schwerer und auch deutlich dicker als etwa das ähnlich große iPhone 6 Plus, wirklich störend ist das Mehrgewicht aber nicht. Spaltmaße oder Unsauberkeiten sind nicht zu finden. Das Gerät wirkt durchweg hochwertig, selbst bei kleinen Details wie dem angenehm einrastenden Schiebeschalter an der Seite oder der Lautstärke-Wippe. Das  Design ist schlicht und stimmig.

Das OnePlus 2 liegt auf einer Schreibtafel. Im Test schnitt es gut ab.

Die Rückseite des OnePlus 2 besitzt eine Sandstein-artige Textur. Alternativ kann man sich auch Schalen aus Holz und Kevlar bestellen.

Wer gerne eine andere Rückseite haben möchte, kann sich eines von drei Holz- oder ein Kevlarcover direkt beim Hersteller bestellen. Der verlangt für die Rückseiten jeweils 27 Euro.

Das 5,5 Zoll große Display überzeugt ebenfalls. Es ist sehr hell, bietet kräftige Farben und ein sattes Schwarz. Die Auflösung ist mit 1920 x 1080 Bildpunkten zwar nicht ganz so hoch wie beim Samsung Galaxy S6. Einzelne Pixel sind mit bloßem Auge aber trotzdem nicht zu erkennen, alles ist knackscharf.

Schneller Prozessor mit Hitzeproblem

Unter der Haube steckt leider das große Manko des Smartphones. Denn der Hersteller setzt mit dem Qualcomm Snapdragon 810 auf einen Chip, der für seine Hitzeprobleme bekannt geworden ist. So hat der eigentlich sehr schnelle Prozessor bereits das Sony Xperia Z3+ und das HTC One (M9) zum Glühen gebracht.

OnePlus versprach zwar, die Hitzeprobleme zu lösen - ist aber daran gescheitert. Denn daddelt man längere Zeit oder filmt in der ultrahohen 4K-Auflösung, fühlt sich der Metallrahmen und die Rückseite beinahe so heiß an, wie ein Auto, dass zu lange in der Sonne stand. So ein heißes Smartphone hatte in der Redaktion noch keiner in der Hand. Um cool zu bleiben, taktet das OnePlus 2 dann seinen Prozessor herunter - und wird langsamer. Bei der normalen Nutzung bemerkt man davon nichts, in Spielen kann es aber zu Rucklern kommen. Das ist ärgerlich.

Das OnePlus 2 mit Kamera-Detail. Im Test schnitt es gut ab.

Die Kamera ist eine der großen Stärken des OnePlus 2 - heizt es aber deutlich auf.

Herausragende Kamera

Die Hitze verdirbt leider auch den Spaß an der sonst wirklich tollen Kamera: Das OnePlus 2 wird beim Knipsen und Filmen sehr schnell warm. Filmt man 4K-Aufnahmen, hat man schnell das Gefühl, Spiegeleier darauf braten zu können. Schade, denn eigentlich ist die Kamera eines der absoluten Highlights des Smartphones.

Bei Tageslicht macht sie scharfe und ausgewogene Bilder, die es durchaus mit den Spitzenkameras des LG G4, des Galaxy S6 und des iPhone 6 aufnehmen können. Dank einer Blende von f2.0 und einem sehr schnellen Laserfokus löst die Kamera flink aus. Die Bilder wirken sehr natürlich und detailreich, Farben und Schatten werden sehr gut dargestellt. Lediglich bei extrem hellen Bildbereichen hat die Kamera Probleme, hier verschwimmen Farbe und Textur.

Die Tageslict-Aufnahme des OnePlus 2 zeigt einen Hamburger Kanal und Teile des Gruner und Jahr- Verlagshaus

Bei Tageslicht liefert das OnePlus 2 scharfe und sehr Detail-reiche Bilder. Dabei bleiben die Farben sehr natürlich.

In den meisten Tagaufnahmen ist das kein Problem, nachts stört es aber gewaltig. Denn während die Bilder im Dunkeln allgemein in Ordnung sind, hat die Kamera Probleme, Lichtquellen darzustellen. So sind die Bilder in indirekt beleuchteten Bereichen immer noch scharf und ausreichend hell. Lampen, Neonreklame und ähnliches sind aber nur noch als weißer Lichtbrei zu erkennen.  Zudem fällt das Bildrauschen sehr stark auf. Das machen das iPhone 6 oder das LG G4 deutlich besser. Trotzdem ist es beeindruckend, dass eine dermaßen gute Kamera in einem so günstigen Smartphone steckt.

Eine Nachtaufnahme des OnePlus 2 zeigt einen Gehweg mit Ladengeschäften.

Die Nachtaufnahmen des OnePlus 2 sind zwar ausreichend hell und detailliert. Allerdings ist ein deutliches Rauschen zu sehen. Mit dem beleuchteten Ladenschild kommt die Kamera überhaupt nicht zurecht.

Standard-Austattung

Als Betriebssystem setzt OnePlus eine auf der aktuellen Android-Version 5.1.1 basierende Eigenentwicklung namens Oxygen OS ein. Die läuft meist schnell und stabil, hat aber gelegentlich leichte Aussetzer. Wirklich störend ist das aber nicht. OnePlus hält sich mit vorinstallierter Software zurück. Lediglich die Google-Apps und eine eigene Kamera sind an Bord.

Der Seitenschalter des OnePlus 2. Im Test schnitt es gut ab.

Auch bei kleinen Details überzeugt die Verarbeitung des OnePlus 2. Über den Schieberiegel an der Seite lässt sich der Nicht-Stören-Modus ein- und ausschalten.

Die sonstige Ausstattung des OnePlus 2 entspricht weitgehend Highend-Standards. Besonderheiten sind der schnelle Fingerabdrucksensor sowie der Anschluss über den neuen USB-Standard USB-C. Die Akku-Laufzeit reicht locker für einen ganzen Tag, herausragend ist sie aber nicht. Auch hier punkten andere Geräte wie etwa das Huawei Ascend Mate 7 mehr.

Das OnePlus 2 unterstützt LTE, WLAN, Bluetooth 4.0 sowie den Betrieb mit zwei SIM-Karten. Einzige Merkwürdigkeit: Während beinahe jedes Smartphone über 150 Euro mittlerweile über die Funktechnik NFC verfügt, hat OnePlus sie weggelassen. So wird das OnePlus 2 nicht dazu in der Lage sein, mobile Zahlungen zu tätigen. Eine unverständliche Entscheidung.

Nur per Einladung

Wie auch den Vorgänger OnePlus One gibt es das OnePlus 2 aktuell nur per Einladung zu kaufen. Die bekommt man entweder von Bekannten, die schon eines erworben haben, aus Aktionen des Herstellers oder über eine lange Warteliste. Auf die sollte man sich aber lieber nicht verlassen, denn mittlerweile stehen über 3,8 Millionen Kaufwillige vor Ihnen an. Zur Zeit verkauft OnePlus nur ein Modell mit 64 Gigabyte Speicher, es kostet 399 Euro. Später will man auch ein 16-Gigabyte-Modell für lediglich 339 Euro anbieten.

Fazit: Günstiger Taschenwärmer

Das OnePlus 2 ist ein wirklich starkes Smartphone, hat aber leider echte Mängel. Denn die tolle Verarbeitung, das klasse Display und die bei Tageslicht herausragende Kamera können nicht über die Hitzeprobleme hinwegtäuschen. Die sind beim Spielen oder nach längeren Foto-Sessions einfach zu deutlich spürbar - und erweisen sich als damit als Spaßbremse. Wer mit einem manchmal doch zu heißen Gerät leben kann, erhält für einen sehr günstigen Preis ein toll verarbeitetes und technisch beeindruckendes Smartphone. Wenn er denn an eine Einladung kommt.

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.