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KOLUMNE

Hells Angel: Dschungel-Camp - Sexsymbole zum Abgewöhnen

Jeden Monat knöpft sich Henriette Hell einen Promi vor, der in Sachen Liebe oder Sex alles richtig oder alles falsch macht. Diesmal: Die botoxsüchtigen Dschungelcamper als ultimative Anti-Sex-Symbole.

Rote Lippen soll man küssen? Nee, lieber nicht.

Rote Lippen soll man küssen? Nee, lieber nicht.

Egal, ob nun Kader "Chucky, die Mörderpuppe" Loth, Gina-Lisas Schlauchbootlippen, der schräge Botox-Boy oder das maskenhafte Gesicht von Moderatorin Sonja Zietlow: Ich finde die diesjährige "Dschungelcamp"-Besetzung wirklich großartig – denn eine bessere Anti-Werbung für Schnibbeleien beim Beauty-Doc und Botox-Wahn kann es unmöglich geben!

Schön gespritzt

Und die haben wir im Jahr 2017 auch dringend nötig. Kein anderer Teenager hat im letzten Jahr so viel Geld – 9,5 Mio. Euro – verdient wie das 19-jährige It-Girl Kylie Jenner (Quelle: Forbes Magazin), Halbschwester von Kim Kardashian. Und zwar hauptsächlich mit Lipgloss, das so wunderbar auf ihrem aufgespritzem Schmollmund zu Geltung kommen. In Interviews schwärmt Kylie deshalb häufig von ihrem Schönheitschirurgen (erster Eingriff mit 16!), postet fleißig Duckface-Selfies bei Instagram – und die Kids glauben, so ein Look sei normal. Mehr noch: Sie wollen AUCH so ein Schlauchboot im Gesicht. In den USA sollen sich die Beauty-Docs schon gar nicht mehr vor Anfragen retten können. 

Sogar meine 15-jährige Großcousine fing neulich damit an: "Kylie ist so hübsch, findest du nicht? Meine Lippen sind bloß Striche … Sobald ich 18 bin, lasse ich sie mir auch aufspritzen." Ein echter Schocker, das könnt ihr mir glauben.

Schockbilder aus dem Fernsehen

Deshalb habe ich mein Cousinchen diese Woche auch gleich zum "Dschungelcamp"-Fernsehabend eingeladen – und die Schocktherapie hat prompt gefruchtet: Immer, wenn die gnadenlosen Kameras ganz nah an die verzerrten Gesichter von Kader, diesem Botox-Boy oder Gina-Lisa heran zoomten, blieb uns vor Schreck das Popkorn im Halse stecken. Andächtig bewunderten wir hingegen die (noch) herrlich menschlichen Gesichter einer Hanka oder einer "Fräulein" Menke. Und das will schon was heißen. 

Ich finde es deshalb prima, dass Kader und Co. aktuell zur Primetime und in Nahaufnahme bei RTL zu bewundern sind. Durch diese Anti-Sexsymbole zur Primetime verpufft bei jugendlichen TV-Zuschauern nämlich ganz schnell der Wunsch, sich per Skalpell à la It-Girl Kylie "optimieren" zu lassen.

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