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J. Peirano: Der geheime Code der Liebe: Mein Mann ist geizig - und ich liebe Geschenke

Weihnachten, das ist das Fest der Liebe - und der Geschenke. Auch in Magdas Familie zeigte man sich seine Zuneigung stets durch liebevoll gewählte Präsente. Ihrem Mann ist das fremd. Wie soll sie damit umgehen?

Unterschiedliche Vorstellungen von Weihnachten sorgen in einer Beziehung für Probleme (Symbolbild)

Unterschiedliche Vorstellungen von Weihnachten sorgen in einer Beziehung für Probleme (Symbolbild)

Getty Images

Liebe Frau Peirano,

Ich habe ein Problem mit meinem Freund und weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Er ist nämlich ziemlich geizig und schenkt mir nichts oder nur Kleinigkeiten. Ich glaube, dass das was mit seiner Familie zu tun hat. Er hat fünf Geschwister und ist auf einem Bauernhof aufgewachsen. Die Eltern haben ihm immer viel Druck gemacht, dass er viel mithilft. Als Dankeschön bekam er ab und zu Geld, aber Geschenke gab es nie oder nur nötige Dinge (Turnschuhe, Socken…).

Aber bei mir war das ganz anders in der Familie. Meine Mutter hat sich immer total viele Gedanken gemacht, was sie uns (Bruder, Vater, ich) schenken soll und hat immer sehr schöne Sachen ausgesucht. Ich habe schon als Kind auch viele Geschenke gebastelt und Wochen vor Weihnachten angefangen zu stricken, malen oder backen, damit alle etwas Besonderes bekommen. Am ersten Weihnachten, das ich mit meinem Mann verbracht habe, hat er mir ein kleines Teelicht (überhaupt nicht mein Geschmack) geschenkt, ich hatte einen Pullover für ihn gestrickt, sein Lieblingsparfum besorgt und ein paar spezielle Bücher, die er mag, ersteigert.

Ich war sehr enttäuscht von seinem "Geschenk". Er hatte sich einfach keine Mühe gegeben. Ich wusste aber auch nicht, was ich sagen sollte. Ich kann ja schlecht sagen: "Oh, das ist alles, das finde ich aber richtig enttäuschend."

Ich habe das dann geschluckt, aber irgendwie steht es bis heute zwischen uns. An Geburtstagen ist es das Gleiche. Mal bekomme ich eine Flasche Sekt (sehr originell), mal eine Tasse mit Aufdruck. Ich freue mich gar nicht mehr so richtig auf meinen Geburtstag und Weihnachten, weil ich weiß, dass ich wieder enttäuscht sein werde. Aber ich kann auch nicht richtig aus meiner Haut.

Meine Mutter hat mir letztes Jahr immer noch liebevolle Geschenke gemacht, aber sie ist im Februar gestorben, und mir graut davor, Weihnachten dann ein einziges, mickriges Geschenk auszupacken.

Finden Sie, dass ich übertreibe?

Viele Grüße,

Magda W.


Liebe Magda W.,

Ich finde nicht, dass Sie übertreiben. Sie haben in Ihrer Familie gelernt, dass man mit Geschenken Liebe und Interesse ausdrückt. Ihre Mutter hat sich große Gedanken um passende Geschenke gemacht, die Ihnen eine Freude machen, und Sie haben das übernommen und sich ebenfalls ins Zeug gelegt, um Ihre Lieben glücklich zu machen..

Weihnachten und Geburtstage sind sehr prägende Ereignisse für Kinder, und Sie haben diese schöne Gewohnheit mit in Ihr Erwachsenenleben genommen, Ihre Lieben fantasievoll und aufwändig zu beschenken und zu überraschen.

Ihr Partner kennt diese Gewohnheit jedoch nicht, und es scheint so, als wenn er auch keinen Sinn dafür hat. Denn sonst hätte er sich ja von Ihnen abgeschaut, wie man Schenken könnte und es wäre ihm auch unangenehm gewesen, dass er Ihnen mit seinen Geschenken offensichtlich keine Freude bereitet. Menschen sind sehr unterschiedlich, und leider kränken diese Unterschiede den anderen, obwohl es oft nicht so gemeint ist. Ist Ihr Partner generell eher nüchtern und pragmatisch veranlagt? Kann es sein, dass die Verletzung nicht nur an den Feiertagen hervortritt, sondern auch im Alltag? Zum Beispiel am Wochenende den Frühstückstisch nicht liebevoll und mit leckeren "Extras" deckt, sondern zweckmäßig? Dass er vielleicht Urlaube auch so plant, dass sie zu seinem Budget passen, aber nicht unbedingt romantisch sein müssen? Wenn ja: Wie geht es Ihnen damit?

Geht es also vielleicht um noch viel tiefliegenderes als Geschenke, nämlich um den Lebensstil? Man kann ja sehr zielorientiert und rational durchs Leben gehen (z.B. auf Schnäppchen achten, die Wohnung funktional einrichten, seinen Gefühlen kein großes Gewicht beimessen) oder man kann eher emotional durchs Leben gehen (es sich gemütlich machen, auf seine innere Stimme hören, Gefühlen und Bedürfnissen großen Raum geben, verspielt, kreativ und fantasievoll sein, sich auch mal etwas Unvernünftiges kaufen, weil es einem so gut gefällt…). Oft passen Paare gut zusammen, die hier ähnliche Werte und Vorstellungen haben.

Überprüfen Sie doch mal, ob es noch um die anderen Themen geht oder "nur" um die Geschenke.

Auf jeden Fall wäre es sinnvoll, dass Sie das Thema mit ihm anschneiden. Es wäre aber gut, wenn Sie dabei nicht vorwurfsvoll und gekränkt sind, sondern eher beobachtend sagen, wie unterschiedlich die Kindheitserfahrungen waren und was Ihnen aufgrund Ihrer Familie lieb geworden ist. Sie könnten ihn fragen, wie Sie beide als Paar mit dem Thema Schenken umgehen wollen.

Sie könnten, um Enttäuschungen zu vermeiden, auf gegenseitige Geschenke verzichten und lieber zusammen etwas Schönes unternehmen, z.B. eine Kurzreise. Denn wenn er nicht den Blick dafür hat, was Ihnen gefällt, wird er wahrscheinlich auch in Zukunft nichts Passendes für Sie finden, und das wird Sie frustrieren. Wie drückt er denn seine Liebe aus? Ist er besonders hilfsbereit oder zuverlässig? Ist er zärtlich, haben Sie guten Sex? Schauen Sie sich doch lieber diese positiven Seiten an und verzichten Sie bewusst darauf, sich an einer Baustelle abzurackern, die wahrscheinlich nicht besser wird.

Wie wäre es, wenn Sie sich selbst sich etwas Schönes zu Weihnachten schenken oder bewusst mit Freundinnen (Ihrem Vater, Ihrem Bruder) liebevolle und persönliche Geschenke austauschen? Es hilft Ihnen bestimmt, Ihren Wunsch nach Beschenken und Beschenktwerden dort auszuleben, wo er auf fruchtbaren Boden fällt.


Herzliche Grüße,

Julia Peirano

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.