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Sexistische Provokation: Französischer Autor sagt, Frauen über 50 seien ihm zu alt, um sie zu lieben

In einem Interview mit der französischen "Marie Claire" erklärt Autor Yann Moix, er bevorzuge die Körper junger Frauen. Am liebsten seien ihm Asiatinnen. Sein Fetisch wird online kritisiert und als Sexismus interpretiert.

Der französische Autor Yann Moix steht in Paris vor einem Restaurant

Frauen mit 50 sind für den französischen Autor Yann Moix als Partnerin zu alt: Mit dieser Aussage hat der 50-jährige Dokumentarfilmer und Schriftsteller, hier in einer Aufnahme von 2013, für Empörung gesorgt

DPA / AFP

In Frankreich kennt man Yann Moix, 50, als Schriftsteller, Fernsehmoderator und Filmregisseur, in Deutschland kennen ihn wohl eher wenige. Mit einem Interview, das er Marianne Mairesse, Chefredakteurin des französischen Magazins "Marie Claire", gab, gelangte der Autor nun in die internationalen Medien. Er provozierte mit Aussagen zu seinem Frauengeschmack. Er sei "unfähig", hieß es, Frauen von 50 Jahren oder älter zu lieben. Diese seien unsichtbar für ihn.

"Ich bevorzuge die Körper jüngerer Frauen, das ist alles", erklärte er. "Der Körper einer 25-jährigen Frau ist außergewöhnlich. Der Körper einer 50-Jährigen ist überhaupt nicht außergewöhnlich", zitiert ihn "BBC News". Moix ging sogar noch einen Schritt weiter in der Beschreibung seiner Präferenzen. Am liebsten date er Asiatinnen, genauer gesagt "Koreanerinnen, Chinesinnen und Japanerinnen". Auch wenn Moix sich bewusst ist, dass ein so allgemeines Beuteschema beleidigend für jedes Individuum klingt, weicht er von seiner Aussage nicht ab. "Das ist vielleicht traurig und herabwürdigend für die Frauen, mit denen ich ausgehe, aber der asiatische Typ ist für mich ausreichend ergiebig, groß und unendlich, um mich dafür nicht zu schämen."

Große Empörung in den sozialen Medien

Die Reaktionen auf Aussagen, die Frauen auf die Oberflächenbeschaffenheit ihrer Haut reduzieren, hätten früher die Leserbrief-Redaktion der "Marie Claire" erreicht. Heute landen sie – für jeden einsehbar – online.

Sexismus-Themen sorgen vor allen Dingen bei Twitter für Diskussionen. Dort wird Moix als "traurige Majestät" und "echter Lappen" beschimpft und es werden ihm Beispiele von schönen "Frauen um die 50" präsentiert. Die vor allem weiblichen Leserinnen zeigen zudem großes Unverständnis dafür, dass die "Marie Claire" Moix mit solchen Aussagen überhaupt eine Plattform bietet. Schließlich gehört wohl ein Großteil der Leserschaft zur Gruppe der "Unsichtbaren".

Yann Moix arbeitet derzeit an seinem Dokumentarfilm "70", der sowohl den Geburtstag von Gérard Depardieu wie den Nordkoreas zum Thema hat. Er begleitete 2018 Depardieu auf seiner Reise in das Land von Kim Jong Un und schrieb in der "Paris Match" anschließend: "Gérard erlaubt sich nicht alles, weil er Depardieu ist. Weil Gérard sich alles erlaubt, ist er Depardieu."

Der Versuch einer Erklärung?

Am 2. Januar 2019 erschien in Frankreich Moix' jüngster Roman mit dem Titel "Rompre". Er handelt von seinem Lieblingsthema, der Liebe, und allem, was sie mit sich bringt: Eifersucht, Hass, Rivalität, Verführung, Sucht et cetera. Diese Begleiterscheinungen scheint der Autor sich in seinem Leben ersparen zu wollen, denn um die Liebe ging es ihm in seinen Interview-Aussagen nicht. "Ich mag, was ich mag und habe mich nicht vor dem Geschmacksgericht zu verantworten", sagte er in einem Radio-Interview mit RTL, in dem der Twitter-Shitstorm zur Sprache kam. "50-jährige Frauen sehen mich auch nicht!", legte er nach. "Sie haben etwas Anderes zu tun, als sich mit einem Neurotiker zu umgeben, der den ganzen Tag lang schreibt und liest. Es ist nicht leicht, mit mir zusammen zu sein."

Eine Entschuldigung ist das nicht, dafür sieht Moix offenbar auch keinen Grund. Aber Kompetenz in Sachen Liebe hat er damit auch nicht bewiesen. Dem Verkauf seines Buches hat er möglicherweise einen Bärendienst erwiesen.

Quellen: "bbc.com" / Twitter

Zwei Mädchen sitzen lächelnd auf einer Bank

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