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Bundesbildungsministerin: Keine Studiengebühren an geplanten Elite-Unis

Bundesbildungsministerin Bulmahn will auch an den zehn geplanten Elite-Universitäten keine Studiengebühren erheben. "Auch dort muss gelten: Das Erststudium bleibt gebührenfrei", sagte sie.

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn will auch an den zehn geplanten Elite-Universitäten keine Studiengebühren erheben. Ein Sprecher ihres Ministeriums bestätigte am Samstag einen entsprechenden Bericht der "Bild am Sonntag". "Auch dort muss gelten: Das Erststudium bleibt gebührenfrei", wird sie von dem Blatt zitiert. Bulmahn bestätigte, dass die Spitzenuniversitäten nicht ernannt werden sollen, sondern sich im Wettbewerb durchsetzen müssten. Forschungsräte sollten auswerten, welche Unis die besten Leistungen brächten.

Der Ministeriumssprecher sagte, bereits im vergangenen Jahr sei der Wissenschaftsrat damit beauftragt worden, ein Ranking zu entwickeln, nach dem wissenschaftliche Leistungen beurteilt werden könnten. Dieses solle bis zum Sommer vorgestellt werden.

Sollten neue Elite-Universitäten geschaffen werden?

"Die geplanten Spitzen-Hochschulen bräuchten mehr Freiheit"

Der SPD-Bildungsexperte Peter Glotz kritisierte im Nachrichtenmagazin "Focus" die Pläne seiner Partei. "Mit diesem Programm wird keine von unseren Universitäten zu den besten der Welt zählen", sagte er. Die geplanten Spitzen-Hochschulen bräuchten mehr Freiheit, müssten "raus aus der Fachaufsicht der Ministerien und dem starren Beamtenrecht".

Nordrhein-Westfalens Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft (SPD) sprach sich in einem Beitrag für den "Tagesspiegel am Sonntag" dagegen aus, die Diskussion auf eine Frage des Geldes zu reduzieren. "Dann springen wir viel zu kurz." Die Spitzenförderung dürfe aber nicht zu Lasten der Hochschulförderung insgesamt gehen.

Der saarländische Wissenschaftsminister Jürgen Schreier (CDU) stellte laut "Focus" ein Alternativkonzept zur Förderung von wissenschaftlichen Spitzenleistungen vor. So sollten anstatt kompletter Hochschulen die jeweils bundesweit beste Fakultät eines Studienfachs finanziell gefördert werden. Schreiers Konzept sieht außerdem Sonderrechte für die Hochschulen vor wie die Auswahl von Studenten und außertarifliche Bezahlung von Professoren.

Für Harvard-Studenten wird rund sechs Mal so viel Geld ausgegeben

Gegen die SPD-Pläne stellte sich auch der stellvertretende CDU-Vorsitzende Jürgen Rüttgers. Dies sei ein falsches Konzept, sagte er auf NDR Info. Stattdessen schlug Rüttgers ein Hochschul-Sonderprogramm vor.

Der Politikwissenschaftler Jürgen Falter hält Elite-Universitäten für nicht realisierbar. Die von der SPD angestoßene Debatte werde sich "sehr schnell totlaufen, weil schlicht das Geld dazu nicht da ist", wird er vom Bremer "Kurier am Sonntag" zitiert. Für Studenten der amerikanischen Elite-Universität Harvard werde rund sechs Mal so viel Geld ausgegeben wie für deutsche Studenten.

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