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Koalition hebt Steuerfreibetrag: Mehr Geld für Alleinerziehende

Gute Nachrichten für Alleinerziehende: Die Fraktionsspitzen von Union und SPD haben sich auf eine stärkere steuerliche Entlastung geeignigt. Für das Geld soll das Familienministerium aufkommen.

Mütter, die ihr Kind allein großziehen, sollen finanziell gestärkt werden - das hat die große Koaliton heute beschlossen.

Mütter, die ihr Kind allein großziehen, sollen finanziell gestärkt werden - das hat die große Koaliton heute beschlossen.

Die große Koalition will Alleinerziehende finanziell stärker entlasten. Der steuerliche Freibetrag für allein erziehende Mütter oder VÄter solle um 600 Euro auf dann 1908 Euro pro Jahr steigen, hieß es aus Koalitionskreisen am Rande der Klausurtagung von Union und SPD am Donnerstag in Göttingen. Für jedes weitere Kind sollen demnach 240 Euro hinzukommen.

Rund 2,2 Millionen Kinder wachsen in Deutschland bei nur einem Elternteil auf, damit können 20 Prozent der Familien von dem Beschluss profitieren. "Die Umsetzung wird im Rahmen der parlamentarischen Beratungen des Gesetzes zur Anhebung des Grundfreibetrags, des Kinderfreibetrags, des Kindergeldes und des Kinderzuschlags mit Wirkung zum 1. Januar 2015 erfolgen", heißt es in dem Papier, das im Rahmen einer Klausurtagung in Göttingen beschlossen wurde.

SPD hat sich gegen Schäuble durchgesetzt

Die notwendige Finanzierung soll nun zwischen Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vereinbart werden - das Geld muss aus Schwesigs Etat kommen. Eine stärkere steuerliche Entlastung auch von Alleinerziehenden hatte die SPD gefordert, war aber zunächst von Schäuble abgelehnt worden.

SPD-Chef Sigmar Gabriel sieht in dem Beschluss ein Signal für mehr soziale Gerechtigkeit. Betroffene Väter und Mütter leisteten enorm viel für ihre Kinder und die Gesellschaft. "Es ist bitter notwendig und längst überfällig, ihnen mehr Unterstützung zukommen zu lassen", sagte Gabriel.

Auf staatliche Unterstützung angewiesen

Auch die CDU/CSU-Bundestagsfraktion befürwortete die geplante steuerliche Entlastung. "Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass Alleinerziehende im Alltag vor deutlich größeren Herausforderungen stehen als Familien mit zwei Elternteilen. Sie sind daher besonders auf die Unterstützung des Staates angewiesen", gab die Fraktion in einer Mitteilung bekannt.

Der steuerliche Entlastungsbetrag beträgt seit 2004 unverändert 1308 Euro im Jahr. Der Kinderfreibetrag und das Kindergeld wurden zwischen 2004 und 2015 hingegen um rund 23 Prozent erhöht.

las/DPA/AFP / DPA

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