HOME

Stern Logo Stern-Stimmen

Henriette Hell: Was ich über Sex gelernt habe: Schenk mir ein Sextape, Baby!

Die bevorstehende Veröffentlichung von Jennifer Lopez' Sextape hält uns alle nicht davon ab, ständig Nacktfotos und private Pornos mit unseren Smartphones zu machen. Dumm genug!

Jennifer Lopez auf der Bühne

Von Fehlern, wie Jennifer Lopez einen gemacht hat, müssen wir lernen: Sextapes können sich rächen!

Verknallt und geil? Dann mal fix das Smartphone herausgeholt, auf "Aufnahme" und dann auf "Senden" gedrückt. Höhö. Ist doch sexy und wird den Liebsten sicher freuen. Machen die Stars doch auch alle.
Ja, mag sein. Aber es gibt eben Dinge, die nur so lange verrucht-cool sind, solange du eben kein Promi und dein Lover noch nicht dein angepisster Ex ist. Langfristig gesehen sind private Pornos nämlich eher ein Schuss ins eigene Knie, der noch Jahre später verdammt schmerzen kann.

Dann rächt sich der Ex

Jennifer Lopez weiß, wovon ich rede. Ihr erbärmlicher, niederträchtiger erster Ehemann Ojani Noa (die beiden waren von 1997 bis 1998 verheiratet) steht angeblich kurz vor der Veröffentlichung eines kompromittierenden Videos aus ihren Flitterwochen. Selbst schuld? Schon. Aber Ende der 90er gab es eben auch noch kein YouTube und J.Lo hieß noch nicht "The Butt". Trotzdem werden wir selbigen wohl bald auf einschlägigen Portalen nackt und in bewegten Bildern streamen können.
Warum? Weil Jennifer etwas getan hat, was wir alle tun, wenn wir einen 1A-Sexualpartner gefunden haben: Sie hat sich bedingungslos dem kostbaren sexuellen Rausch hingegeben, der nur für sehr kurze Zeit zwischen zwei Menschen existiert. Dieser herrliche Zustand der Dauergeilheit aufeinander. Sich beim Vögeln zu filmen, gehört nun mal spätestens seit Pam Andersen und Tommy Lee bei vielen dazu. Dann heißt es "Schatzi, schenk mir ein Foto!" oder "Du, es würde mich unheimlich antörnen, wenn wir uns mal beim Sex filmen könnten …" und ein halbes Jahr später hat man den Salat (mit viel Pech) im Netz.

Weitere oft unterschätzte Gefahrenquellen:
1. Wenn ihr Cybersex via Skype habt, kann euer Gegenüber Screenshots von euch machen. Kapiert das endlich.
2. Daten, die ihr via Cloud hochladet, können easy gehackt werden. Denkt nur daran, was neulich erst Jennifer Lawrence, Rihanna und vielen anderen Hollywoodstars passiert ist. Aber im Gegensatz zu denen habt ihr keine krassen Anwälte, die das Malheur für euch regeln.
3. Wer dicke Finger hat oder besoffen ist, vertippt sich zwangsläufig auf dem Smartphone. Und – schwupps! – landet das Close-up eures Geschlechtsteils nicht bei Paul, sondern bei Papa.
In solchen Fällen (vor allem Punkt 3) bleibt euch nur noch eins: Auswandern in ein Dorf in der mongolischen Wüste. Alternativlos. 

Und J.Lo? 

Die kämpft jetzt schon seit sechs Jahren vor Gericht gegen die geplante Veröffentlichung des kompromittierenden Materials durch ihren Ex. Dieser will allerdings eine Gesetzeslücke gefunden haben, die es ihm nun doch noch erlauben könnte, das alte Sextape online zu stellen (und damit haufenweise Kohle zu scheffeln): Jennifer habe nämlich – aufgepasst! – in keiner der Aufnahmen ausdrücklich geäußert, dass sie nicht möchte, dass er sie beim Sex filmt. Was mich auch schon zu meinem ultimativen Ratschlag führt, mit dem ihr, denke ich, alle ganz gut leben könnt. Also: Wenn ihr schon eure eigenen kleinen Privatpornos dreht, dann ruft wenigstens alle 30 Sekunden laut und deutlich in die Kamera: "Ich bin ausdrücklich – oohhh – NICHT damit einverstanden, dass du – uuhhhh – mich filmst, Baby! Aahhoohhuuhh!"
Sonst könnt ihr hinterher nur mit traurigem Stimmchen J.Los Hit nachsingen: "Tell me who can I trust if I can't trust in you? And I refuse to let you play me for a fool?!" Und Popstar werden.  

Wissenscommunity