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Hochschulabsolventen: Erstmals deutlicher Zuwachs

Nach dem Tiefstand 2001 ist die Zahl der Hochschulabsolventen erstmals wieder deutlich gestiegen. Bildungsministerin Bulmahn sieht sich in ihrer Politik bestätigt.

Die Zahl der Hochschulabsolventen ist erstmals wieder deutlich gestiegen. Rund 218.100 Studenten und damit 4,6 Prozent mehr als im Vorjahr legten 2003 erfolgreich eine Prüfung an einer deutschen Hochschule ab, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Zahl der weiblichen Absolventen nahm überproportional um knapp 7,7 Prozent auf 105.600 zu und erreichte damit einen Anteil von 48,4 Prozent. Vor 20 Jahren war die Zahl der weiblichen Absolventinnen noch nicht halb so hoch. Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn sah sich in ihrer Politik bestätigt.

Die Zahl der Hochschulabsolventen war laut Statistischem Bundesamt seit dem Höchststand 1997 von 237.144 kontinuierlich gesunken bis zum bisherigen Tiefstand 2001 mit 208.123. Im Jahr 2002 hatte es bereits einen leichten Anstieg um 0,2 Prozent auf 208.606 gegeben.

Ein Fünftel mehr Informatiker

Deutlich mehr Absolventinnen und Absolventen (plus 8,6 Prozent) als im Jahr 2002 gab es 2003 bei den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. In den ingenieur- und naturwissenschaftlichen Studienfächern, die in den letzten Jahren rückläufige Absolventenzahlen aufwiesen, gab es einerseits drastische Zunahmen: Im Vergleich zum Vorjahr schloss ein Fünftel (plus 20,9 Prozent) mehr Studentinnen und Studenten ihr Informatikstudium erfolgreich ab. In Chemie (minus 3,8 Prozent) und Physik (minus 3,5 Prozent) hielt der rückläufige Trend dagegen an.

Die meisten Absolventinnen und Absolventen (44 Prozent oder 95.200) erlangten 2003 laut Statistischem Bundesamt ein Universitätsdiplom oder einen entsprechenden akademischen Grad. Ein Drittel (33 Prozent oder 72.300) beendete das Studium mit einem Fachhochschulabschluss. Elf Prozent (23.000) erwarben einen Doktortitel, und knapp zehn Prozent (22.200) verließen die Hochschulen als angehende Lehrerinnen und Lehrer. Rund 5.500 (drei Prozent) Studierende schlossen mit einem der im Jahr 2000 neu eingeführten Bachelor- und Masterabschlüsse ab. Die Hälfte der 3.000 Masterabschlüsse, die an deutschen Hochschulen im letzten Jahr vergeben wurden, erwarben ausländische Studierende.

Bulmahn sieht Erfolg der Bildungspolitik

Ein Drittel der bestandenen Prüfungen wurde im Bereich der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (75.800 oder 35 Prozent) abgelegt. Darauf folgten die Sprach- und Kulturwissenschaften mit 17 Prozent (37.000) und die Ingenieurwissenschaften mit ebenfalls rund 17 Prozent (36.700) der bestandenen Prüfungen. Knapp 14 Prozent (30.500) der Absolventinnen und Absolventen haben Fächer im Bereich der Mathematik/Naturwissenschaften studiert und 8 Prozent (17.700) waren angehende Humanmedizinerinnen und -mediziner. Im Durchschnitt waren die Absolventinnen und Absolventen bei Abschluss ihres Erststudiums 27,9 Jahre alt mit einer Fachstudienzeit von 5,3 Jahren.

"Die langfristig angelegte Strategie der Bundesregierung für mehr Bildung zeigt erste positive Effekte", erklärte Bulmahn. Im Zuge der großen Bafög-Reform sei die Quote der Studierenden eines Jahrgangs seit 1998 von 28 auf jetzt 36 Prozent gestiegen. Diese höhere Beteiligung werde sich in den kommenden Jahren noch stärker in steigenden Absolventenzahlen niederschlagen. Zugleich sah die Ministerin erste Erfolge auch bei der Internationalisierung des Studiums mit den neu eingerichteten Bachelor- und Masterstudiengängen.

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