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Sonderförderung: Wettbewerb zwischen den Unis ankurbeln

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn will offenbar noch in diesem Jahr den Wettbewerb zwischen den Hochschulen im Kampf um Spitzenpositionen starten.

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn will offenbar noch in diesem Jahr den Wettbewerb zwischen den Hochschulen im Kampf um Spitzenpositionen starten. Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Wochenende berichtete, winkt den Siegern eine jährliche Sonderförderung von zehn bis 50 Millionen Euro aus der Bundeskasse. Die Unionsparteien kündigten als ersten Schritt in Richtung Elite-Universitäten eine Reform des Hochschulrechts an.

Umfangreiche Bewerbungsunterlagen

Wie der "Spiegel" berichtet, müssen die Hochschulen in umfangreichen Bewerbungsunterlagen ihre Stärken präsentieren. Ausgewählt würden die künftigen Elite-Universitäten dann von einer unabhängigen Jury, der in erster Linie Wissenschaftler angehören sollten. Wie viele Hochschulen am Ende gefördert werden sollten, stehe noch nicht fest. Außerdem will Bulmahn dem Bericht zufolge künftig Gen-, Bio- oder Nanotechnologie großzügiger als bislang unterstützen.

In der "Welt am Sonntag" verlangte der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber eine neue Aufgabenteilung zwischen Bund und Ländern. Demnach sollten die Bundesländer allein für Bildung zuständig sein. "Das bedeutet zugleich das Ende des bisherigen Hochschulrahmengesetzes, denn die Länder erhalten die uneingeschränkte Zuständigkeit für Bildung und Erziehung, also auch für Hochschulbau, Autonomie der Hochschulen und deren Ausgestaltung", sagte der CSU-Politiker.

Novelle des Hochschulrahmengesetzes

Nach Informationen der "Berliner Zeitung" schlägt die Union in ihrem Entwurf für eine Novelle des Hochschulrahmengesetzes auch die Aufhebung des Verbots für Studiengebühren sowie eine Änderung des Auswahlverfahrens in der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) vor. Das Papier soll am Dienstag in der Fraktion beschlossen und am Donnerstag in den Bundestag eingebracht werden.

Den Ankündigungen Taten folgen lassen

Die SPD sei laut mit dem Thema Elite-Universitäten gestartet, nun müsse sie beweisen, dass sie den Ankündigungen Taten folgen lässt, forderte die CDU-Bildungsexpertin Katherina Reiche. Bei der Vergabe von Studienplätzen soll das Wahlrecht der Universitäten gestärkt und die Auswahl der Studenten nach den besten Abiturnoten betont werden. Bei der Besoldung von Professoren und von anderen Wissenschaftlern fordert die Union mehr Spielräume.

Mit Skepsis reagierten die Bundesländer auf einen Vorschlag, den Hochschulen alle Gebäude zu überschreiben, die sie nutzen, um so neue Finanzierungsquellen zu erschließen. "Das ist nicht notwendig", sagte die Wissenschaftsministerin aus Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft (SPD), laut "Berliner Zeitung". Schon heute könnten die Hochschulen ihr eigenes Stiftungskapital aufbauen. Eine Übertragung von Landesbesitz sei dazu nicht erforderlich. Kraft wies damit einen Vorstoß des forschungspolitischen Sprechers der SPD-Fraktion, Jörg Tauss, zurück.

AP / AP

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