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STUDIE: Studentenförderung: Deutschland zählt zur Spitze

Deutschland zählt bei der finanziellen Förderung von Studierenden zur europäischen Spitze. Nur Studierende in Österreich bezogen im Jahr 2000 mehr Fördergelder vom Staat als ihre deutschen Kommilitonen.

Deutschland zählt bei der finanziellen Förderung von Studierenden zur europäischen Spitze. Nur Studierende in Österreich bezogen im Jahr 2000 mit durchschnittlich 355 Euro pro Monat mehr Fördergelder vom Staat als ihre Kommilitonen in Deutschland (326 Euro). Das geht aus der am 9. Oktober in Berlin veröffentlichten Studie »Euro Student 2000« hervor. Das Deutsche Studentenwerk (DSW) in Bonn forderte indes von der rot-grünen Bundesregierung weitere Reformen der Studienfinanzierung.

Ebenfalls am 9. Oktober erließ das Bundesarbeitsministerium eine Weisung, wonach ausländische Studierende künftig bis zu 180 halbe Tage im Jahr ohne Arbeitsgenehmigung arbeiten dürfen. Bislang durften Studierende, die nicht aus EU-Ländern kommen, an 90 Tagen jobben - unabhängig von der täglichen Arbeitszeit.

Die Studie »Euro Student 2000« vergleicht die wirtschaftliche und soziale Lage von Studierenden in Belgien, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, den Niederlanden, Österreich und Deutschland. Die europäische Sozialerhebung wurde auf Initiative des Bundesbildungsministeriums erstmals erarbeitet. Erhoben wurden die Daten des Jahres 2000. Das Ministerium betonte, die Bedingungen an deutschen Hochschulen hätten sich inzwischen erheblich verbessert, etwa durch die Bafög-Reform, die Erhöhung der Ausbildungsförderung und die stärkere Förderung sozial benachteiligter Gruppen.

Studenten finanzieren ihr Studium über Nebenjobs

Das Studentenwerk mahnte hingegen weitere Reformen an. Eine Erhöhung des Elternfreibetrages bei der Bafög-Berechnung sei dringend erforderlich, forderte DSW-Generalsekretär Dieter Schäferbarthold. Die derzeitige Regelung bringe viele Eltern an die Grenze der finanziellen Belastung. Zudem müsse das Kindergeld direkt an die Studierenden ausgezahlt werden, um Konflikte mit ihren Eltern zu vermeiden. Für Auslandsstudien sei ein einheitliches EU-Fördersystem über einen Bildungsfonds nötig.

Der Euro-Student-Studie zufolge bessern die Studierenden in allen Staaten ihre Kasse mit Einnahmen aus Nebenjobs auf. In Finnland und Frankreich war im Jahr 2000 der Anteil der jobbenden Studierenden mit knapp 50 Prozent am geringsten. Die höchste Erwerbstätigkeitsrate verzeichnete mit 74 und 77 Prozent Österreich und die Niederlande. Deutschland lag mit 66 Prozent auf einem Mittelplatz.

Nach der jüngsten Sozialerhebung des Studentenwerks finanzierten im Jahr 2000 auch mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Studierenden aus dem Ausland ihr Studium ganz oder teilweise durch einen Job. Vor diesem Hintergrund begrüßte der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) in Bonn, dass ausländische Studierende künftig mehr jobben dürfen. Die neue Regelung mache es dem akademischen Nachwuchs leichter, Studium und Erwerbstätigkeit zu vereinbaren. Damit werde auch der Studienstandort Deutschland attraktiver.

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