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Umfrage: Die Ganztagsschule trifft auf breites Interesse

Fast 80 Prozent der Bundesbürger befürworten nach einer Forsa-Umfrage den flächendeckenden Ausbau der Ganztagsschule.

Fast 80 Prozent der Bundesbürger befürworten nach einer Forsa-Umfrage den flächendeckenden Ausbau der Ganztagsschule. Jeder zweite erwartet dadurch besseren Schulunterricht und 83 Prozent glauben, dass die Ganztagsschule ihnen hilft, Familie und Beruf besser zu vereinbaren. Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) wertete am Sonntag die Ergebnisse der Repräsentativ-Umfrage unter 20- bis 50-jährigen Bürgern "als klares Votum" für das Ganztagsschul- Programm der Bundesregierung.

Frühes Lernen

SPD-Generalsekretär Olaf Scholz sagte in der "Welt am Sonntag", die SPD strebe für junge Familien eine Garantie für die Ganztagsbetreuung der Kinder "von der Geburt bis zum Ende der Schulpflicht" an, sofern die Eltern dies wünschten. Dazu gehöre auch frühes Lernen im Kindergarten und mehr Qualität in der Schule.

Nach der vom Bundesbildungsministerium in Auftrag gegebenen Umfrage sind zwei Drittel der Befragten der Auffassung, dass Kinder in einer Ganztagsschule besser individuell gefördert und Schwächen wie Stärken schneller erkannt werden. Der Bund fördert in den nächsten vier Jahren den Ausbau von mehreren tausend Ganztagsschulen mit vier Milliarden Euro.

Zahl der Studienanfänger erhöhen

Scholz kündigte weiter an, seine Partei wolle die Zahl der Studienanfänger pro Altersjahrgang von derzeit 35 auf 40 Prozent erhöhen und zugleich deutlich weniger Jugendliche ohne Abschluss aus den Schulen entlassen. In den anderen Industrienationen beginnen im Schnitt 47 Prozent der jungen Menschen ein Studium. Eine OECD-Studie hatte unlängst die im internationalem Vergleich geringe Abiturienten- und Akademikerzahl in Deutschland mitverantwortlich für die Wirtschaftsschwäche der Bundesrepublik gemacht.

Niedersachsens Kultusminister Bernd Busemann (CDU) warnte in einem dpa-Gespräch davor, die Ergebnisse des OECD-Studie schön zu reden. "Ein Land, das nicht genug bildet und ausbildet, ist international nicht wettbewerbsfähig". Falsch sei es aber, den Erfolg eines Bildungssystems allein an der Abiturienten- und Studentenzahl zu messen. Busemann: "Ich habe etwas gegen Abiturquotenfetischismus". Deutschland habe eine hervorragende berufliche Bildung. Dies müsse mehr anerkannt werden.

dpa / DPA

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