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Waldpilz Geheimtipp Hexenei: Auf diesen Teil der Stinkmorchel sind Pilzkenner heiß

Hexenei
Außergewöhnliche Optik, außergewöhnlicher Geschmack - das Hexenei ist ein Kleinod unter den Waldpilzen.
© Eileen Kumpf / Getty Images
Ausgewachsen sehen sie aus wie Penisse und stinken bestialisch. Pilzkenner suchen die Stinkmorchel aber trotzdem. Denn ihre Knolle ist ein Leckerbissen.

Im Herbst sieht man sie durch die Wälder streifen, mit Körbchen im Arm und mit Messer bewaffnet - die Pilzsammler. Sie halten Ausschau nach Maronenröhrlingen, Steinpilzen, Pfifferlingen und anderen Kleinoden für die Pfanne und stolpern dabei auch über so manchen kleinen Stinker, von dem ein widerlicher Verwesungsgeruch ausgeht. Ist eine Stinkmorchel in der Nähe, biegen die meisten Sammler direkt ab. Ein Fehler, denn die Knolle des Pilzes ist ein Leckerbissen.

So gut wie jeder, der schon einmal im Wald unterwegs war, kennt die Stinkmorchel. Denn abgesehen von dem penetranten Geruch, den sie verströmt, sieht sie auch recht einprägsam aus. Der Pilz erinnert optisch an einen erigierten Penis. So wurde ihm auch der lateinische Name "Phallus impudicus" zugedacht, was so viel bedeutet wie schamloser oder unzüchtiger Penis. In diesem Jahr hat die Deutsche Gesellschaft für Mykologie die Stinkmorchel aus der Schmuddelecke geholt und sie zum Pilz des Jahres gekürt. 

Unscheinbare Pilz-Delikatesse

Ist die Stinkmorchel ausgewachsen, ist sie ungenießbar. Bevor der Pilz allerdings zu voller Größe reift, wächst dieser sogenannte Ständerpilz als Knolle. Und genau nach dieser sollten Gourmets beim Waldspaziergang die Augen offen halten. Zwar ist die Stinkmorchel ein recht anspruchsloser Pilztyp und sowohl in Nadel- und Laubwäldern, aber auch in Parks und manchem Garten zu finden. Das Hexenei, so heißt die Knolle, ist aber nur etwa drei bis sechs Zentimeter groß, damit recht unscheinbar und kann leicht übersehen werden. Zumal sie anders als die ausgewachsene Stinkmorchel eben nicht übel riecht.  

Stinkmorchel
Die Stinkmorchel sieht aus wie ein Phallus und stinkt bestialisch.
© LeoMalsam / Getty Images

Das Hexenei sieht aus wie eine weißliche, cremefarbene Kugel und auch die Konsistenz der Knolle hat wenig mit einem Pilz zu tun. Je größer das Hexenei ist, desto weicher ist es. Das liegt an seinem Aufbau. Denn das essbare Herzstück ist umgeben von einer geleeartigen, beinahe schleimigen Masse und wird erst sichtbar, wenn man die Knolle aufschneidet. Ist die Haut und die glibberige Schicht entfernt, zeigt sich das weiße Fleisch.

Ein Pilz, der wie Rettich schmeckt

Das Fleisch kann roh gegessen werden, wird üblicherweise aber angebraten. Dafür wird das es in dünne Scheiben geschnitten und in Butter kross angebraten. Abgeschmeckt wird mit einer Prise Salz. Für die gemischte Pilzpfanne eignet sich das Hexenei allerdings nicht.

Denn geschmacklich hebt es sich stark vom Aroma anderer Pilze ab und erinnert geruchlich und geschmacklich an Rettich. Nicht nur kulinarisch macht das Hexenei einiges her. Es ist auch gesund und wurde früher gar als Heilpilz genutzt, zum Beispiel gegen Rheuma und Gicht, weshalb das Hexenei auch Gichtschwamm genannt wird. 

Vorsicht ist allerdings wie immer bei selbst gesammelten Pilzen ein guter Ratgeber. Wer sich bei der Bestimmung nicht sicher ist, sollte die Finger von ihnen lassen, damit am Ende keine giftigen Doppelgänger in der Pfanne landen. 

tpo

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