HOME

Leere Regale : Edeka-Markt will Zeichen gegen Rassismus setzen - nicht alle kapieren es

Ein Edeka-Markt will in Hamburg mit leeren Regalen ein Zeichen gegen Rassismus setzen. Einige der angesprochenen Adressaten haben die Botschaft aber offenbar nicht recht verstanden.

Edeka Hafencity Hamburg

Eine Edeka-Filiale in der Hamburger Hafencity räumt die Regale leer und setzt Zeichen: "Unsere Auswahl kennt heute Grenzen" 

Käse aus Frankreich, Papayas aus Südamerika, Avocados aus Mexiko und Oliven aus Griechenland. Das ist Gewohnheit und das schätzt der Kunde. Was, wenn nicht nicht tagtäglich dieses breite Sortiment in den Regalen ausliegt? Ein Supermarkt in der Hamburger Hafencity zeigte es und räumte etwas auf.

Am Samstag hat die Edeka-Filiale dort kurzerhand alle Produkte aus den Regalen genommen, die importiert sind - und damit waren nahezu alle Regale leer. Mit Statements wie "Dieses Regal ist ohne Vielfalt ziemlich langweilig", "Unsere Auswahl kennt heute Grenzen" oder "So leer ist ein Regal ohne Ausländer" sollte auf Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung aufmerksam gemacht werden.

 "So leer wie auf Kuba"

Die Botschaft ist auch eine sinnbildliche: Würden die Grenzen geschlossen, wie sich der oder andere zu wünschen scheint, sähe es karg aus. Zahlreich wird die Aktion in den Sozialen Netzwerken verbreitet und erntet Lob und Anerkennung, wird aber auch angefeindet und kritisiert. Die Aktion sorgt in den Sozialen Medien für Gesprächsstoff. Ein Twitter-User vergleicht die knappe Auswahl ironisch mit der Supermarkt-Situation auf Kuba: 

Etwas skurril ist es dann, wenn man mit der Aktion auch Politikern den Spiegel vorhalten möchte, diese die Aktion aber nicht zu verstehen scheinen: AfD-Politiker, und Ehemann von Frauke Petry, Marcus Pretzell fragt: "Ist das nicht eher völlig irre?" und erntet dafür Gespött von User Christian B.: "Wenn jetzt noch einer fragt warum man nicht die AfD wählen sollte. Hier ist die Antwort. Weil die einfach zu doof sind sowas zu kapieren."

Was bei Edeka also bleibt ist gähnende Leere. Über den Hintergrund der Aktion, wer sie ins Leben gerufen hat und was sie aussagen soll, schweigen die Macher bislang. 

dm