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Gastronomin muss dichtmachen: So wehren sich die "Kochprofis": Vorwürfe seien falsch

Eine Wirtin wirft den RTL2-"Kochprofis" vor, sie seien "nur bezahlte Schauspieler", und der Sender wäre für ihren Image-Schaden verantwortlich. Alles falsch, sagen die Macher der Sendung.

Die "Kochprofis" Nils Egtermeyer, Meta Hiltebrand und Ole Plogstedt (von links) seien auch nur gutbezahlte Schauspieler. So der Vorwurf einer Wirtin, die nach der Sendung ihr Restaurant schließen muss.

Die "Kochprofis" Nils Egtermeyer, Meta Hiltebrand und Ole Plogstedt (von links) seien auch nur gutbezahlte Schauspieler. So der Vorwurf einer Wirtin, die nach der Sendung ihr Restaurant schließen muss. Das wollte RTL2 so nicht stehen lassen.

Die RTL2-"Kochprofis" sollen eigentlich Gastronomen aus der Klemme helfen und ihre wirtschaftliche Lage mit einer neuen Strategie verbessern. Die Wirtin Christine Handl aus dem kleinen Dorf Mohrkirch in Schleswig-Holstein bat die "Kochprofis" für ihr Restaurant "Alte Schule" um Hilfe. Ihr Resümee nach dem Besuch des RTL2-Teams ist allerdings ernüchternd: Sie sei falsch dargestellt worden, die Macher wollten ihr ein Konzept aufdrücken, das so bereits in der Vergangenheit nicht funktioniert habe. Die Macher der Sendung schlugen Christine Handl vor, abends eine Menüsauswahl anzubieten. Die Gastronomin wollte aber an ihrem Buffet-Konzept festhalten. Zudem wirft sie dem Sender vor, dass die "Kochprofis" "nur bezahlte Schauspieler" seien. Mehr dazu lesen Sie hier!

Alles falsch, wie eine Sendersprecherin von RTL2 dem stern nun sagt. Die Behauptung, dass der Wirtin von den "Kochprofis" hinter der Kamera ein anderes Konzept vorgeschlagen wurde, sei von keiner Seite verifiziert worden. Im Gegenteil: "Kochprofi" Nils Egtermeyer betont, dass er in jeder Sendung ein eigenes Konzept mit den Wirten erarbeite, hinter diesem er auch stehe und zwar "vor der Kamera wie auch dahinter." Dies sei auch im Fall in Mohrkirch so gewesen: "Wir können den Wirten während unseres Besuches Hilfestellung und Ratschläge geben. Wie die Wirte das Konzept und unsere Ratschläge umsetzen, liegt in deren Händen“, sagt der Koch in einem Statement.

Auch auf Nachfrage des stern bei Meta Hiltebrand äußert sich der "Kochprofi" wie folgt: "Es tut mir sehr Leid, dass sich Tine (Christine Handl, Anm. d. R.) nicht verstanden gefühlt hat. Wir haben uns viele Gedanken gemacht zu ihren Problemen und wollten wirklich helfen. Aber man kann nur helfen, wenn man auch Hilfe annehmen möchte und leider wusste sie alles besser und hat sich verstrickt in Aussagen, so dass wir gar keine Möglichkeit hatten etwas zu machen. Sie bestand auf ihr Buffet, dafür hätte sie uns wirklich nicht gebraucht ..."

Vorwürfe seien "schlicht falsch"

Von dem Vorwurf, die "Kochprofis" seien "nur bezahlte Schauspieler" wollte RTL2 ebenfalls nichts wissen. Es sei "schlicht falsch": Alle Köche der RTL2-Kochprofis seien ausgebildete Gastronomie-Fachkräfte und seit Jahren sehr erfolgreich in ihrem Beruf.

RTL2 bedauere, dass sich Christine Handl schlecht dargestellt fühle, aber sie habe sich aktiv für eine Teilnahme an der Sendung beworben und habe zu jedem Zeitpunkt beim Dreh mitgewirkt. Der Dreh mit ihr soll aber auch nicht einfach gewesen sein. Einmal wollte sie sogar abbrechen, das Team wollte bereits abreisen, da habe es sich Christine Handl wieder anders überlegt. "Insgesamt sind das drei Drehtage, aus den Ergebnissen wird eine 45-minütige Sendung zusammengeschnitten, die möglichst alle Aspekte des Besuchs wiedergibt", so eine RTL2-Sprecherin. Auch im späteren Feedback-Gespräch habe Handl keine Kritik geäußert oder sich Groll anmerken lassen. 

Die Wirtin aber behauptet, dass sie seit der Ausstrahlung der Sendung einen Image-Schaden erleiden musste, der sich auf mehr als 1000 Euro belaufe. Verifiziert wurde dieser Schaden nicht. Trotzdem: Im Sommer muss Christine Handl ihr schließen.


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