HOME

Reste oder Wildfisch: Woraus bestehen eigentlich Fischstäbchen?

Die Mehrheit der Deutschen weiß nicht, woraus Fischstäbchen bestehen. Ein großer Teil denkt sogar, sie seien aus Resten. Aber stimmt das wirklich? Wir haben die Antwort.

Fischstäbchen

Fischstäbchen, lecker! Aber woraus bestehen die eigentlich?

Die Deutschen lieben . Allein 2017 aßen sie 2,15 Milliarden Stück, das entspricht 27 Fischstäbchen pro Kopf. Über 50 Prozent hierzulande essen Fisch ausschließlich in Form der panierten Fischhäppchen. Aber woraus bestehen die eigentlich und woher kommen sie?

Die Mehrheit der Deutschen weiß nicht, woraus Fischstäbchen bestehen. Das geht aus einer Studie hervor, die 2017 von "Genuine Pollock Producers" in Auftrag gegeben wurde. 19 Prozent denken sogar, dass Fischstäbchen, die hierzulande auf den Tellern landen, aus Fischresten gemacht werden. Fakt ist aber, dass ein Großteil aller Fischstäbchen, genauso wie Schlemmerfilets und auch Surimi, aus Alaska-Seelachs bestehen. Der Name ist dabei verwirrend. Es handelt sich nämlich keineswegs um Lachs, sondern um eine Dorschart, die international auch als "pacific pollock" vertrieben wird. Also Pazifischer Pollack. Das macht ihn zum meistverzehrten Wildfisch in Deutschland – und die meisten haben keinen blassen Schimmer davon. Denn der Alaska-Seelachs versteckt sich meist unter der Panade - und landet als Fischstäbchen bei den Deutschen auf den Tellern.

Anders als der Name vermuten lässt, stammen nur etwa 40 Prozent des vermeintlichen Alaska-Seelachses aus dem Golf von Alaska oder der auch zum US-Bundesstaat gehörenden östlichen Beringsee. Das gibt der Fischverband an. Der restliche Import, also 60 Prozent, kommen aus Russland, der westlichen Beringsee.

So kommen die Fischstäbchen nach Deutschland

Von beiden Fanggebieten gibt es zwei Wege, wie der Alaska-Seelachs nach gelangt. Entweder er wird noch an Bord oder in einer Verarbeitungsanlage an Land in Alaska oder Russland filetiert und in Blöcken eingefroren. Oder aber er wird zweimal gefroren: Kopf und Innereien werden dazu entfernt, nach China oder Südostasien zur Weiterverarbeitung transportiert. Dort wird er aufgetaut, filetiert und ein zweites Mal als Filet oder in Blöcken eingefroren.

Die gefrorenen Blöcke werden schließlich geschnitten, paniert und wenige Sekunden in Öl frittiert. Bis sie wieder komplett gefroren in den Tiefkühltheken im Supermarkt und schließlich beim Verbraucher landen. Der bleibt im Unwissen darüber, welchen Weg der am Ende genommen hat. Auf der Verpackung gibt es darüber meist keine Auskunft. Bis auf die Fanggebiete: Steht FAO 67 auf der Verpackung stammt der Fisch überwiegend aus Alaska, bei FAO 61 aus Russland. Beim Fisch aus Alaska wurden 2016 91 Prozent des gefangenen Seelachses einmalig gefroren. Neun Prozent wurden zweimal gefroren.

Beide Fanggebiete sind außerdem MSC-zertifiziert. Das bedeutet, sie wirtschaften nachhaltig. Greenpeace ruft dennoch dazu auf, keinen Alaska-Seelachs wegen Überfischung zu konsumieren. Die Einschätzungen zu den Beständen widersprechen sich aber. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sagt beispielsweise, dass alle Bestände des Pazifischen Pollacks in einem guten Zustand seien.

Sind Fischstäbchen gesund?

Etwa 33 Prozent der Deutschen denken übrigens, dass Fischstäbchen eine gesunde Wahl sind, wenn man Fisch essen will. Ist dem wirklich so? Der Fisch an sich ist reich an Eiweiß, das lange satt hält, leicht verdaulich und magenschonend ist. Darin sind sich Ernährungsexperten einig. Zudem weißt der Alaska-Seelachs hohe Werte an Jod und Selen auf. Spurenelemente, die das Immunsystem stärken und Omega-3-Fettsäuren, die sich positiv auf die Herzgesundheit auswirken und vor Entzündungen im Gewebe schützen sollen.

In Maßen sind Fischstäbchen empfehlenswert, man sollte sie im Backofen zubereiten und nicht mit zusätzlichem Fett den Kaloriengehalt unnötig in die Höhe schrauben.