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Gutes aus dem Küchengarten: Ich mag Hühner

Angelika Wohofsky liebt Hühner. Sie ist davon überzeugt: Wo Schnittlauch und Petersilie wächst, gehören auch die gefiederten Tiere hin. Auch in der Stadt wird Hühnerhaltung wieder modern.

Ich mag Hühner. Ich mag auch Federvieh in allen Varianten – Gänse, Enten, Perlhuhn, Sulmtaler und Steirer,.... Zwar nur ausnahmsweise im Kochtopf. Aber ich mag deren Eier. Nun zählen Eier aber nicht unbedingt zum Gemüse. Und Hühner schon gar nicht. Trotzdem gehören für mich die gefiederten Freunde in den Küchengarten, wie Schnittlauch und Petersilie.

Als ich den Hafengarten in Linz besuchte fand ich eine Hühnervoliere vor. Zehn Hühner legen dort in der Woche 70 Eier. Toll. Der Hahn, dieser Truppe stolzierte auch sichtlich erhobenen Kopfes durch den Garten. Seine Weiber, die sind fleißig.

Ähnlich erging es mir beim Selbstversorger Max hier in der Nachbarregion, gleich überm Berg. Ein Gockel und sieben Henderl. Klasse. Und beim anderen Gartenfreund, ein paar Kilometer weiter, sind die Laufenten damit beschäftigt, Schnecken zu jagen. Und den einen Ganter, der nicht weiß, wer er ist: Laufente oder normales Enterl.

Nachwuchs bei den altsteirischen Hühnern, im Garten unterwegs. Foto: Wohofsky-Images

Federvieh und Küchengarten, das passt zusammen. Hühner gehörten schon immer zur Selbstversorger-Clique dazu. Ich erinnere mich, auch meine Großeltern hatten in ihrem großen Küchengarten einen kleinen Hühnerstall stehen. Das war damals in den 1970ern. Da fand ich als Kind zwar nur noch Gerätschaften im Ställchen, trotzdem gab es dort vor meiner Zeit Hühner, die Eier legten.

Das Hühnerhalten wird wieder modern. Auch in Großstädten kann man Hühner finden. Auf dem Dach, auf der Terrasse, in einem urbanen Gemeinschaftsgarten. Richtig trendige Hühnerbehausungen gibt es da. Mit Vollglas-Rundumsicht, klimatisiert, vollkommen geruchsfrei. Ein Hühnerhotel auf Penthouse-Niveau. Ist das jetzt auch toll? Ich bin mir da nicht so sicher, weil dann wieder die technisch machbaren Lösungen das eigentliche Ansinnen dahinter (Selbstversorgung mit Lebensmitteln) verschleiern. Dann geht's wieder in eine Spielart von Ökonomie, die bereits kritisch beäugt wird.

Ich würde es aber toll finden, wenn wir hier in unseren Nachbarschaftsgärten Hühner hätten. Und ein paar Enten dazu. Ein Dorf ohne Federvieh, was ist das für ein Dorf? Wohl nur eine Wohnsiedlung mit vielen einzel stehenden Häusern, verpackt als Landidyll.

Leider finden den Gedanken meine Nachbarn nicht so toll. Am Land hat man da so seine Vorbehalte. Komisch. Das hat sich anscheinend gedreht: Städter halten Hühner auf dem Dach, Landmenschen wollen sie nur in Ställen sehen. Verrückte Welt!

Also: Ich mag Hühner und würd' mir wünschen, dass wir hier welche hätten. Für unsere Siedlung. Hühner gehören zu uns Küchengärtnerinnen einfach dazu.