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Gesetz in der Schweiz: Insekten als Lebensmittel: Heuschrecken-Burger gibt es jetzt im Supermarkt

Heuschrecken, Mehlwürmer und Grillen könnten die Nahrung der Zukunft sein - doch bislang sind Insekten nicht als Lebensmittel anerkannt. In der Schweiz ändert sich das. Und Kunden können ab Mai Insektenburger und Co. im Supermarkt kaufen.

Insekten als Lebensmittel

Insekten als Lebensmittel - ist das die Zukunft?

Wer nur eine Sendung des RTL-Dschungelcamps gesehen hat, wird die angeekelten Gesichter der C-Promis kaum vergessen können, wenn sie an Heuschrecken knabbern oder sich löffelweise Würmer in den Mund schieben. Selbst dem Zuschauer bleibt bei diesen Bildern ein Würgereflex kaum erspart. Dabei gelten Insekten als Nahrung der Zukunft: Sie sind genügsam, günstig zu züchten und eiweißreich. Doch auf den Tellern landen nach wie vor Schnitzel und Buletten. Grillen statt des sonntäglichen Bratens - das scheint in weiter Ferne.

In der Schweiz könnte sich das schneller ändern als gedacht, denn eine umfassende Gesetzesänderung ermöglicht es nun den Eidgenossen ab dem 1. Mai, Insekten als Lebensmittel einzukaufen. Bislang war dies nur mit einer speziellen Ausnahmeregelung möglich. Doch künftig sind Grillen, Würmer und Heuschrecken kein Ungeziefer mehr, sondern können im Ganzen, zerkleinert oder gemahlen gekauft werden, berichtet die "NZZ".

Die Supermarktkette Coop hat bereits angekündigt, im Laufe des kommenden Monats in 100 größeren Filialen drei Insekten-Produkte in die Regale zu stellen. "Wir starten mit einem Insekten-Burger, Insekten-Bällchen und einem weiteren verarbeiteten Produkt", sagt Ramon Gander, Mediensprecher von Coop zur "NZZ". Günstig werden die Grillen und Würmer aber nicht. Zwar mag Coop nicht sagen, wie teuer die Produkt immer Handel werden. Doch die Großmarktpreise sind happig: Ein Kilo tiefgefrorener Mehlwürmer kostet umgerechnet rund 28 Euro, Heuschrecken sogar rund 150 Euro pro Kilo.

Insekten auf dem Teller

Mit diesem Schritt ist die Schweiz nach Belgien und den Niederlanden das dritte Land, das Insekten als Lebensmittel freigibt. In Deutschland sind Heuschrecken und Co. zum Essen weiterhin verboten. Und offenbar sind von den neuen Möglichkeiten in der Alpenrepublik auch nicht alle angetan. So ließ die Supermarktkette Mirgos wissen, dass sie vorerst keinerlei Insektenprodukte anbieten werden. Doch hinter verschlossenen Türen arbeitet wohl auch Migros an Heuschrecken-Snacks. Die hauseigene Fleischproduktionsbetrieb Micarna hatte im April einen "Produktmanager Insekten" eingestellt, berichtet die "NZZ".

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