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Gut zu wissen: Wie hygienisch ist das Schneidebrett – und kann es krank machen?

Wir schneiden Gemüse, Obst, Fleisch und Fisch darauf: Das Schneidebrett ist ein einladender Ort für Keime und Bakterien. Wie gefährlich kann das Brett für die Gesundheit sein? Wir haben die Antwort. 

Schneidebrett

Rohes Fleisch sollten Sie nicht unbedingt auf dem Schneidebrett schneiden

Getty Images

Schneidebretter müssen einiges aushalten: Sie sollen scharfen Messern trotzen, im Idealfall sich nicht verfärben, keine unerwünschten Gerüche annehmen und möglichst keimfrei bleiben. Dabei wissen wohl die wenigsten, dass vor allem Schneidebretter der ideale Brutplatz für krankmachende Keime sein können. Die einen schwören deshalb auf Plastikbretter, die anderen auf Holz. Wie gelangen Keime überhaupt in oder auf das Brett? Das kann verschiedene Gründe haben.

Der größtmögliche Fehler, den Sie begehen können, ist rohes Fleisch auf einem Holzbrett zu schneiden. Das Fleisch trägt Bakterien in sich, die zu einer Lebensmittelvergiftung führen können. Geflügelfleisch beispielsweise enthält häufig sogenannte Campylobacter. Das sind stäbchenförmige Bakterien, die schon in geringer Anzahl zu einer Lebensmittelinfektion führen können. Schneiden Sie das Fleisch nun auf dem Brett und danach ohne es zu reinigen Gemüse für einen Salat, können sich die Campylobacter leicht verteilen. Es drohen Fieber, Übelkeit und Durchfall.

Rillen in Schneidebrettern sind der perfekte Ort für Bakterien 

Ein weiteres Problem: Schneidebretter nutzen sich mit der Zeit ab. Wenn Sie Lebensmittel mit scharfer Klinge schneiden, ritzen Sie winzige Rillen in das Holz - oder auch in den Kunststoff. Deshalb sollten Sie Ihre Schneidebretter immer mal wieder wechseln und gegebenenfalls entsorgen, wenn sie bereits zu häufig in Verwendung waren.

Die Spalten in der Oberfläche sind ein guter Ort für Bakterien, eine Reinigung wird so schnell zu einer Unmöglichkeit. Krankheitserreger wie E.coli, Salmonellen und andere Keime erhöhen das Risiko, sich eine Lebensmittelvergiftung zuzuziehen.

"Life Hacks": So bekommen Sie Holzbrettchen keimfrei

Dabei gibt es ein paar Tricks, wie Sie ihr Brett keimfrei bekommen. Sie könnten es beispielsweise in Bleichmittel einlegen. Das reinigt das Brett viel besser als Schwamm und Seife. Oder aber Sie legen das Schneidebrett in die Mikrowelle. Denn Hitze tötet Bakterien. Wie das genau geht, können Sie hier sehen.

Ob man nun zu Holz oder Plastik greift, bleibt Geschmackssache. Holzbretter sind nicht weniger hygienisch als Plastikbretter. Studien zeigen, dass bestimmte Hölzer antimikrobielle Eigenschaften haben. Das bedeutet, dass Bakterien durch die Inhaltsstoffe im Holz abgetötet werden und so nicht zu einer Lebensmittelvergiftung führen können. Als größter Keimkiller entpuppt sich in Untersuchungen der Biologischen Bundesanstalt in Braunschweig das Kiefernholz. Lärche und Eiche wirken aber fast genauso stark. Plastik hingegen kann mit dieser Eigenschaft nicht punkten.