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Die Italiener wussten es schon lange Das ist die einzig wahre Pizza – warum Sie alle anderen vergessen können

Rezept für selbstgemachte Pizza
Zutaten für 4 Portionen:
  • 500g Mehl
  • 1 TL Salz
  • 7 g Trockenhefe
  • 325 ml warmes Wasser


Belag (nach Belieben):
  • Tomaten aus der Dose oder Passata, gewürzt mit Salz, Oregano und einer Zehe Knoblauch
  • Parmesan
  • Mozzarella
  • frischer Basilikum 
  • Olivenöl
Zubereitung:
Salz und Mehl verrühren, Hefe in Wasser auflösen und zum Mehl geben, Teig kneten, wenn er zu feucht ist, Mehl hinzu geben.
Dann den Teig ziehen und falten, ziehen und falten, bis der Teig geschmeidig ist.
Teig im Mehl wälzen, in vier Teile teilen, Teig zu Kugeln rollen und etwa 30 bis 120 Minuten mit einem feuchten Tuch an einen warmen Ort gehen lassen.
Tomaten aus der Dose oder Passata mit Knoblauchzehe, Oregano und Salz würzen, kurz stehen lassen, auf dem Teig verteilen und Parmesan, Mozzarella, frischer Basilikum und Olivenöl hinzugeben.
Pizza bei 220 Grad ca. 10 Minuten backen
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Der Teig ist dick und saftig, der Belag aus fruchtigem Tomatensugo, cremigem Mozzarella und würzigem Basilikum. Pizza aus einer ganz bestimmten Stadt in Italien gehört ab sofort zum Unesco-Kulturerbe der Menschheit - zu Recht.

"Vittoria" ("Sieg!) twittert der italienische Minister für Landwirtschaft und Ernährung, Maurizio Martina. Zwei Millionen Menschen hatten per Petition den Antrag Italiens bei der Unesco unterstützt. Jetzt ist es vollbracht: Die Pizza gehört zum Kulturerbe der Menschheit. Die internationale Kulturorganisation Unesco teilte am Donnerstag mit, die "Kunst des neapolitanischen Pizzabäckers" werde auf die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. 

Pizza aus Neapel ist eine Wissenschaft für sich: In Rom beispielsweise ist der Teig dünn und knusprig im Holzofen ausgebraten. In Neapel ist der Teig dick und saftig und der Belag aus Tomatensugo, Mozzarella, Basilikum und Parmesan steht in einer perfekten Symbiose mit dem neapolitanischen Teig. Die Einwohner Neapels sind stolz auf ihre Pizza, schließlich ist Neapel die Geburtsstadt des Fastfood-Klassikers. Von da aus hat Pizza die ganze Welt erobert. Die Neapolitaner bezeichnen ihre Pizza auch als "la vera pizza napoletana", als die "einzig wahre Pizza Neapels". Das ist sie nun auch offiziell. Trotzdem gelten für die einzig wahre Pizza bestimmte Regeln: In der Art und Weise, wie man sie isst. 

Stolz präsentieren neapolitanische Pizzaioli (italienisch für Pizzabäcker) eine Pizza Margherita, die ab sofort zum Kulturerbe der Menschheit gehört.
Stolz präsentieren neapolitanische Pizzaioli (italienisch für Pizzabäcker) eine Pizza Margherita, die ab sofort zum Kulturerbe der Menschheit gehört.
© Fabio Sasso/DPA

Warum wir Pizza bislang falsch gegessen haben

Enzo Coccia, gebürtiger Neapoletaner ist eine Pizzalegende und weiß, wie man Pizza richtig isst. Er ist gewissermaßen in der Pizzeria seines Vaters in Neapel aufgewachsen und hat als Pizzaiolo, also als Pizzabäcker, ein Imperium aufgebaut. Sogar der Guide Michelin hat eine Empfehlung für seine Pizzerien ausgesprochen. Coccia war damit der erste Pizzaiolo, der im renommierten Restaurant-Führer erwähnt wurde.

Und wie isst man jetzt die einzig wahre Pizza richtig? Nicht, wie man meinen könnte mit Messer und Gabel Stückchen für Stückchen. Auch nicht als Pizzastück auf die Hand, sodass die Tomatensauce und der Käse von beiden Seiten hinunterläuft, sondern zweimal gefaltet wie ein Portemonnaie. Wieso das? Enzo Coccia kennt die Antwort. "Man faltet sie und hat damit vier Lagen Pizza. Wenn man sie jetzt isst, isst man alle vier Lagen gleichzeitig. Man kann das Aroma des Teiges schmecken, das Olivenöl, den Mozzarella und den Käse", sagte er einst gegenüber "Manchester Evening News". Die Tomatensauce kann auf diese Weise nicht hinauslaufen und man erhält alle Geschmackskomponenten mit einem Biss.


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