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Neues Image-Video: Was steckt bei McDonald's wirklich im Rindfleisch?

Mit Humor will der Fastfoodriese McDonald's sein Image zu mehr Transparenz aufpolieren. Diesmal: die Wahrheit übers Rindfleisch. Am Grundproblem ändert die Information jedoch nichts.

Natürlich ist es gut, wenn ein Großkonzern den Schritt zu mehr Transparenz wagt. Auf der Homepage des Fastfoodriesen kann man bereits seit einigen Jahren ganz genau herausfinden, was in den Burgern, Nuggets und Milkshakes steckt. Dass die Inhaltsstoffe alles andere als löblich sind, sollte eigentlich jedem klar sein.

Ein Beispiel: Die neuen Saucen von McDonald's sind so voll mit Zucker, dass die Weltgesundheitsorganisation (wenn sie denn könnte) diese sofort aus dem Verkehr ziehen würde. Die Sauce isst man schließlich nicht allein, sondern in Verbindung mit Pommes, Burger und Softdrink. Allein mit einer Mahlzeit hat man bei McDonald's die Empfehlung der WHO weit überschritten. Ein höherer Verzehr könnte leicht zu Übergewicht und Krankheiten wie Diabetes führen. Lesen Sie mehr dazu hier.

Bei McDonald's lohnt es sich, hinter die Kulissen zu gucken

Stylisch und werbewirksam sehen die neuen Saucen allemal aus, bei McDonald's lohnt es sich dennoch genauer hinter die Kulissen zu gucken. Die neueste "Wahrheit" veröffentlicht der Fastfoodriese in einem humorigen Image-Video. Es geht ums Beef, also ums Rindfleisch. Mit der Kampagne "Glaub nicht alles, was man dir erzählt" will McDonald's mit Mythen aufräumen: Es kursieren Gerüchte, das Fleisch wäre aus Plastik oder sogar mit Menschenfleisch gestreckt. Ein andere Vermutung: Die Rindfleischpatties würden aus Baumwolle bestehen. Genau den greift das Burger-Unternehmen auf und verweist am Ende des Spots auf die tatsächliche Herstellung. Der Film soll vor allem die jüngere Zielgruppe ansprechen.

Auch auf der Website gibt McDonald's Auskunft über Herkunft und Zusammensetzung der Zutaten. Die Rindfleisch-Patties stammen beispielsweise aus 100 Prozent Rindfleisch. Die Verbraucherzentrale Bayern sieht den McDonald's-Zutaten-Check dennoch kritisch: "Nährwerte und Kalorien konnte man sehr gut erkennen, schwieriger wurde es dann bei den Zutaten. Da musste man lange suchen. Problematisch wurde es bei der Frage, woher das Fleisch jetzt kommt, aus Deutschland, aus sechs weiteren EU-Ländern oder aus Brasilien. Da frage ich mich dann schon, wo der Mehrwert für die Verbraucher ist." 

Transparenz? Reines Greenwashing

Zu den Fleischlieferanten zählt auch OSI Food Solutions Germany GmbH, ein Riesenunternehmen, dass bis zu 5,5 Millionen Pattys täglich für McDonald's produziert. Das Fleisch kommt aus , Niederlanden und Österreich. Auf der Homepage ist zu lesen, dass 90 Prozent des McDonald's Fleischs aus Deutschland stammen. 

McDonald's geht es um eine Art Imagewandel, der wird häufig als Greenwashing bezeichnet. Eine PR-Methode, die darauf zielt, ein Unternehmen in der Öffentlichkeit ein umweltfreundliches und verantwortungsbewusstes Image zu verleihen. Unter anderem auch mit  , die McDonald's seit geraumer Zeit an den Tag legt. 

McDonald's Problem sind die Millennials

Am Grundproblem ändert dies dennoch nichts: am Geschmack, an der Qualität der Produkte und an der Liebe zum Lebensmittel. An den Millennials wird sich der Fastfoodriese deshalb weiterhin die Zähne ausbeißen. Die sind längst auf den Hipster-Burger umgestiegen, denn die Generation Y hat ein Bewusstsein dafür, woher Lebensmittel kommen und wie sie hergestellt werden – und natürlich auch, weil der Burger viel besser schmeckt. Bei der jungen Zielgruppe kommen hochwertige Produkte besser an als Fertigprodukte, die reich an Zusatz- und Aromastoffen sind, aber arm an natürlichem Geschmack. 


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