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Kitchensurfing in Berlin: Schatz, lass uns einen Koch mieten

Eine Küche, ein Koch, ein großer Tisch und fleißige Esser: Das sind die wichtigsten Zutaten für Kitchensurfing - ein Startup, das den Genuss in den eigenen vier Wänden revolutionieren will.

Von Denise Wachter

Die Hobrechtstraße und ihre Parallelstraßen in Kreuz-Kölln, Berlin, sind umsäumt von kleinen Bars, Restaurants und "Spätis" (ein Kiosk, der bis in die späten Stunden geöffnet hat). Wer in einer heißen Sommernacht im Erdgeschoss wohnt und weder Garten noch Balkon hat, klappt seinen Tisch und seine Stühle einfach auf dem Gehsteig aus. Bei Bier, Wein und kleinen Häppchen lässt es sich mit Freunden sehr gut in der urbanen Atmosphäre aushalten. Essen in den eigenen vier Wänden wird wieder wichtiger, ein Trend, der auch bei jungen Leuten zusehends wächst: Frische Zutaten, selbst zubereitet - gibt es etwas Besseres? Ja. Ein Food-Konzept, das all diese Dinge miteinander vereint.

Borahm Cho, Product Designer aus Hamburg, gefiel es schon immer, Leute beim Essen besser kennenzulernen. Seine Eltern sind Koreaner und brachten ihm bei, dass Essen mehr ist als nur Konsum. Und er mochte das Prinzip von Couchsurfing. Also hat er sich die Domain "kitchensurfing.com" gekauft. Der Verkäufer riet ihm, nach New York zu gehen, und vermittelte ihm den Kontakt zu Chris Muscarella, der zwei Restaurants in New York besitzt. Er erzählte Borahm, dass Köche sehr schlecht bezahlt werden und viele Menschen, die gut kochen können, deswegen nicht in Restaurants arbeiten wollen. 2012 gründeten sie gemeinsam Kitchensurfing in Brooklyn, New York. Das Startup bietet Freunden, Familien, Kollegen, Geschäftsmenschen die Möglichkeit, je nach Budget einen Koch für ein privates Essen zu buchen. Die Zutaten und der Aufräumservice sind im Preis enthalten. Dabei können auch Hobbyköche ihre Dienste anbieten. In den USA gibt es Kitchensurfing bereits in sieben Städten - Boston, Chicago, Hamptons, Los Angeles, New York, Seattle und Washington, DC. In Deutschland bisher nur in Berlin.

Kitchensurfing-Dinner mit "Spitzenkoch"

Susanna Maria Glitscher ist seit Juni 2014 "city lead" von Kitchensurfing in Berlin. Sie studierte Kulturwissenschaft, Kunst und Literatur in Berlin, arbeitete dann als Team- und Eventmanagerin für das Catering "ausserhaus", mit dem sie sogar ein Kitchensurfing-Profil hatte. Für die 28-Jährige bedeutet gutes Essen nicht nur Genuss, sondern auch Geselligkeit und das Teilen von Erlebnissen mit Fremden und Freunden. "Das Gespür für gutes Essen ist etwas sehr Grundlegendes", sagt Susanna. Für sie ist gutes Essen eine Rückbesinnung zu den eigenen Wurzeln, sie ist kein Freund von Fastfood und ist fasziniert von regionalen Produkten, wie damit umgegangen und was daraus neu interpretiert werden kann.

An diesem Abend findet das Kitchensurfing-Dinner bei Susanna zu Hause statt. Ihre Zwei-Zimmer-Wohnung ist eine typische Berliner-WG, gemütlich eingerichtet mit einer kleinen Küche und einem gewöhnlichen Elektroherd. Ich frage mich, ob in einer einfachen Küche ein großartiges Menü kreiert werden kann. Später werde ich es wissen: Ja, und wie! Unser heutiger Koch ist Emil Torp. Susanna versichert mir, er sei ein "Spitzenkoch".

Der Schweizer, der kein Koch werden wollte

Emil Torp ist in der Schweiz aufgewachsen. Eigentlich wollte er Tanztherapeut oder Balletttänzer werden, nie Koch. Trotzdem nahm er das Angebot einer Ausbildung im renommierten Restaurant "Fischers Fritz" in Berlin an. Dabei war es nicht das Kochen, das ihn anzog, sondern die Stadt. Nicht ganz drei Monate später wurde ihm noch vor Ende der Probezeit gekündigt - Emil hatte keine Lust, Frühstück und Kantinengerichte zuzubereiten. Danach zog es ihn ins Restaurant "Facil"; leider verschlief er dort Silvester, kam nicht pünktlich zur Arbeit und wurde nach nur drei Monaten gefeuert. Seine holprige Ausbildung fand dennoch ein gutes Ende: Im "Restaurant Brenner", einer Weinstube, beendete er seine Lehre. Dort arbeiteten außer ihm nur noch ein anderer Auszubildender und ein Küchenchef. Der Job war hart, denn nur zu dritt mussten sie exklusive Acht-Gänge Menüs zaubern. Emil Torp hatte für einen Auszubildenden viel Verantwortung - zu viel, wie er sagt. Trotzdem möchte er die Zeit nicht missen, denn dort hatte er gelernt, was gute Zutaten, gutes Essen und guten Wein ausmacht. Als er seine Kochausbildung beendete, war ihm klar: Er wollte kein gewöhnlicher Koch werden. Denn die Arbeitszeiten sind unmenschlich, die Feiertage normale Arbeitstage, und der Koch bekommt seine Gäste nie zu Gesicht.

"Kitchensurfing bietet Köchen eine tolle Möglichkeit, selbständig zu arbeiten. Sie können ihre eigenen Visionen verwirklichen und kochen, was sie wollen", sagt Susanna. Der Vorteil für den Kunden: Er kann dem Koch über die Schulter schauen und Fragen stellen. Und der Verbraucher bekommt wieder ein Gefühl dafür, wie anspruchsvoll und zeitaufwändig gutes Essen sein kann. In den USA kommt das Food-Konzept auch bei den Promis gut an: Sarah Jessica Parker, Anne Hathaway und auch Madonna sind rege Kundinnen bei Kitchensurfing.

Kunst auf dem Teller

In Kreuz-Kölln kann das Dinner beginnen. Zu jedem Gang stehen die Zutaten auf weißen Kärtchen aufgelistet. "Karotte in Texturen", "Saibling, Beete, Kren" und "Reis mit Scheiß" heißen drei der Gerichte. Ich kann mir darunter absolut nichts vorstellen, und genau deshalb trifft mich der erste Gang mit einer solchen Wucht, dass ich erst einmal Luft holen muss: Der Gang "Karotte in Texturen" etwa besteht aus Karottenvariationen. Im Teller liegen: geschmorte Möhren in Ingweröl, marinierte und bei Niedrigtemperatur gegarte Karotten, Karottenchips, Karotten-Mayonnaise und ein Sud aus Karotten und Koriander. Bei jedem Bissen entdecke ich neue Geschmacksnuancen, schiebe ich die Möhren mit der Gabel auseinander, entpuppt sich darunter ein neues Karottenwunder. Ich möchte den Teller ablecken. Und das nicht nur einmal.

Dieses Gericht, so einfach es zunächst klang, ist ein Kunstwerk, eine perfekte Komposition. Und dabei war das erst der Anfang. Emil Torp ist Dramaturg und hat diese Gabe perfektioniert. Jeder einzelne Gang ist auf den vorherigen abgestimmt: Von den Karotten über den Saibling mit Rote-Bete-Schaum und Meerrettich, weiter zu Tomaten in unterschiedlichsten Variationen bis hin zum Artischockenpüree mit Basilikumsorbet und einem kräftigem Blauschimmelkäse steigert sich die Komposition zu einem lauten Crescendo. Dann kommt das perfekte Lammfilet auf mediterranen Gemüse: Es schmeckt köstlich, aber das starke Forte weicht einem leisen, nicht zu unterschätzendem Piano, was gewollt ist. Der Nachtisch versöhnt mit Bergpfirsich, Pinienkernen und Rosmarin zu einem Mezzoforte. Das Menü war, ohne Übertreibung, wie Musik in meinen Ohren.

"Ich erfinde jeden Gang neu"

Emil Torp beginnt immer mit einer Idee und einem Produkt. In einer Art "Brainstorming" mit sich selbst überlegt er, was dazu schmecken und passen könnte. Irgendwann ist er weg von Komponenten wie Karotte oder Tomate und widmet sich Texturen - mariniert, gegart, als Schaum, als Sorbet und so weiter. Was verbindet beispielsweise Kokosnuss, Birne und Hafer? Für Emil Torp ist es die Faserstruktur. Er sucht nach Gemeinsamkeiten, nach einer gemeinsamen Welle. Aus Texturen bilden sich Überbegriffe, wie der Wald, der schmeckt nach Torf, oder die Säure, die nach Riesling duftet. So kompliziert das klingt, so einfach bringt Emil dieses Gedankenkonstrukt auf Papier: Er zeichnet jedes Gericht. Denn beim Zeichen kann er sich vorstellen, wie etwas schmeckt. Und dann versteht er auch das Menü, das er kreieren möchte. Ist er sich soweit im Klaren darüber, widmet er sich der To-Do- und der Einkaufsliste.

Klar, dass das Menü von Emil Torp im hochpreisigen Bereich liegt (etwa 50 Euro pro Person), aber Kitchensurfing vereint nicht nur Gourmet-Feinschmecker, sondern Genießer aller Art. Und so ist auch für jeden etwas dabei. Ob Fusion-Küche, chinesische Dumplings , ein Menü nur aus Gurke, brasilianische Küche mit fruchtigen, frischen Akzenten. Die kulinarische Welt, die mir Kitchensurfing und Emil Torp eröffnet haben, werde ich so schnell nicht vergessen. Und ein Restaurantbesuch in einer durchschnittlichen Gaststätte kommt für mich nicht mehr in Frage. Mein Gaumen wird für lange, lange Zeit verwöhnt bleiben.

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.