Raumfahrt "Deutsches Houston": Söder gibt 58 Millionen für Mondzentrum

Bayern zahlt 58 Millionen Euro für das neue Mondkontrollzentrum. Foto: Felix Hörhager/dpa
Bayern zahlt 58 Millionen Euro für das neue Mondkontrollzentrum. Foto
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In wenigen Jahren sollen wieder Astronauten zum Mond fliegen. Bayern will dabei mit in der ersten Reihe stehen. Und macht dafür viel Geld locker.

Bayern geht die nächsten Schritte auf dem Weg zum Mond und zum "deutschen Houston": Beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München soll das Mondkontrollzentrum für künftige astronautische Mondmissionen entstehen. Dafür übergab Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nun einen Förderbescheid über 58 Millionen Euro. Damit beginne die Zukunft der Raumflugkontrolle im DLR, sagte die DLR-Vorstandsvorsitzende Anke Kaysser-Pyzalla. Baubeginn soll 2028 sein, und 2030 soll das Zentrum startklar sein.

Mit dem Ziel eines deutschen oder bayerischen Houston wird auf das zentrale Kontrollzentrum der US-Raumfahrtbehörde Nasa in Houston/Texas angespielt.

OHB gründet "European Moonport Company"

Zudem kündigten Söder und der Generaldirektor der europäischen Raumfahrtagentur ESA, Josef Aschbacher, an, möglichst schneller als geplant europäische Technologie zum Mond fliegen zu wollen: Vision ist eine europäische Mondstation mit viel Technik auch aus Deutschland und speziell aus Bayern. Der Raumfahrtkonzern OHB gab dazu im Beisein Söders die Gründung einer eigenen "European Moonport Company" bekannt. Das Unternehmen hat gemeinsam mit dem Münchner Flughafen ein erstes Konzept für eine zentrale Start- und Landebasis auf der Mondoberfläche erarbeitet.

Söder: Sprungbrett ins All

Der Mond sei so wichtig wie seit Jahrzehnten nicht mehr, sagte Söder. Zwar wolle man weiterhin mit den USA kooperieren - aber Europa solle noch besser und noch stärker werden. "Der Mond ist unser Sprungbrett ins All." Söder betonte, der Mond sei letztlich auch eine Zwischenstation zum Mars.

Aschbacher erklärte, man wolle den Mond quasi als "nächsten Kontinent" erforschen. Doch bevor man wieder Astronauten auf den Mond bringen könne, müsse man mit Robotern und anderer Technologie beginnen. Sein Ziel sei es, dass dies nicht erst im Jahr 2030 oder 2031 geschehe, sondern schneller.

Ziel ist dauerhafte Präsenz auf dem Mond

Am DLR-Standort in Oberpfaffenhofen befindet sich heute bereits eines der Kontrollzentren für die internationale Raumstation ISS. Dort soll nun das neue Mondkontrollzentrum angedockt werden. Dabei gibt es eine enge Kooperation mit der US-Raumfahrtbehörde Nasa, die im Rahmen des "Artemis"-Programms in wenigen Jahren wieder Menschen zum Mond schicken will. Ziel ist eine dauerhafte menschliche Präsenz am Mond in internationaler Kooperation. Zunächst sollen heuer mit der "Artemis 2"-Mission erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert wieder Menschen in die Nähe des Mondes fliegen.

"Mit der Gründung der European Moonport Company unterstützen wir die europäische Ambition, aus eigener Kraft eine dauerhafte Präsenz auf dem Mond aufzubauen", sagte OHB-Vorstandschef Marco Fuchs. Der Mond sei schon immer ein spannendes Ziel gewesen. "Wir wollen Europas Aufbruch zum Mond nicht nur begleiten, sondern aktiv mitgestalten."

dpa

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