Der dänischstämmige Kieler Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) hat die Grönland-Pläne von US-Präsident Donald Trump kritisiert. "Dänemark hat sich immer als verlässlicher Bündnispartner verstanden – auch dann, wenn es wehgetan hat. Militärisch, politisch, wirtschaftlich", sagte Madsen im Interview der Zeitung "Welt". "Und dann fällt einem der wichtigste Partner auf diese Art und Weise in den Rücken." Trumps Forderungen seien für die Dänen "extrem verstörend".
Madsen geht davon aus, dass es bei einem Militäreinsatz der Amerikaner in Grönland keinen ernstzunehmenden Widerstand geben würde. "Wer sollte sich dem entgegenstellen? Die lokale Polizei?" Madsens Überzeugung nach würden weder Deutschland noch Frankreich noch Norwegen noch irgendein anderes europäisches Land in solch einem Fall Streitkräfte nach Grönland schicken. "Und damit wäre die Nato in ihrem Kern erledigt."
Das von Trump genannte Argument der Sicherheitsinteressen trägt nach Madsens Überzeugung nicht. "Die militärische Präsenz der USA in Grönland ist seit dem Zweiten Weltkrieg vereinbart und jederzeit ausbaufähig. Niemand in Dänemark oder Grönland stellt das grundsätzlich infrage." Man könne nicht einfach aus Eigeninteressen nationale Grenzen verrücken, so Madsen. "Das geht nicht. Nicht in diesem Jahrhundert! Als Präsident der stärksten Militärmacht der Welt trägt man auch Verantwortung für die Stabilität dieser Welt."