Machtkampf in NRW-AfD Doppelspitze will NRW-AfD-Chef Vincentz herausfordern

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Christian Zaum will mit Fabian Jacobi als Doppelspitze den NRW-Landesverband führen. (Archivbild)
Der AfD-Bundestagsabgeordnete Christian Zaum will mit Fabian Jacobi als Doppelspitze den NRW-Landesverband führen. (Archivbild) Foto
© Niklas Treppner/dpa
Kampf in der NRW-AfD: Zwei Bundestagsabgeordnete wollen gegen den amtierenden Landeschef Vincentz antreten. Welche Rolle spielen interne Streitigkeiten und der Erfolg bei Kommunalwahlen?

In der nordrhein-westfälischen AfD bahnt sich ein Machtkampf um den Landesvorsitz an. Die beiden Bundestagsabgeordneten Fabian Jacobi und Christian Zaum wollen beim AfD-Landesparteitag Anfang März als Doppelspitze gegen den amtierenden Landeschef Martin Vincentz antreten. Das bestätigten sie der Deutschen Presse-Agentur. Der Landesparteitag der NRW-AfD mit der Neuwahl des Landesvorstands ist am 7. und 8. März voraussichtlich in Marl geplant.

Vincentz will auch Spitzenkandidat werden

Der 39-jährige Vincentz reagierte gelassen auf die Ankündigung. "Konkurrenz belebt das Geschäft. Die AfD ist kein Abnickverein, sondern lebt von der Debatte", sagte er der dpa. "Daher freue ich mich auf den Schlagabtausch mit meinen Herausforderern." Natürlich werde er erneut für das Amt des Landessprechers und erstmals auch für die Position des Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2027 antreten, kündigte Vincentz an.

Der vergleichsweise gemäßigt auftretende Vincentz führt den mitgliederstärksten AfD-Landesverband seit 2022 an und ist auch Fraktionschef im Landtag. Bei einem Kongress von rund 800 kommunalen Mandatsträgern Ende Januar in Mülheim/Ruhr war Vincentz gefeiert worden. Die Partei hatte bei der Kommunalwahl in NRW im vergangenen Herbst ihr landesweites Ergebnis mit 14,5 Prozent im Vergleich zu 2020 fast verdreifacht. Landesweit hat die Partei inzwischen rund 2.000 kommunale Mandatsträger.

NRW-AfD seit langem zerstritten

Die NRW-AfD ist seit langem wegen diverser Personalien zerstritten. So hatte das Landesschiedsgericht im Sommer 2025 in erster Instanz den umstrittenen Dortmunder Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich aus der Partei ausgeschlossen. Das Bundesschiedsgericht der AfD hat noch nicht darüber geurteilt. Helferich hat auch viele Unterstützer im NRW-Landesverband. 

Zaum sagte der dpa: "Uns geht es vor allem darum, den Landesverband wieder zusammenzuführen". "Verschiedene Strömungen können und dürfen in einem so großen Landesverband durchaus existieren und machen diesen aus." Das solle in der Struktur der Doppelspitze zum Ausdruck kommen. Ein Blick auf die Bundesspitze der AfD zeige, wie erfolgreich das Modell funktionieren könne. Die AfD müsse in NRW wieder mehr in die politische Arbeit und weniger in Lagerkämpfe investieren, um langfristig erfolgreicher zu werden, so Zaum. 

Auch Vincentz hatte bei dem Kongresse in Mülheim an die Parteibasis appelliert, Streit und persönliche Verwerfungen zu überwinden und stattdessen zusammenzustehen. 

Der 52-jährige Rechtsanwalt Jacobi sitzt seit 2017 im Bundestag und gehört auch dem AfD-Landesvorstand an. Der 56-jährige Gymnasiallehrer Zaum zog 2025 in den Bundestag ein und ist Fraktionsvorsitzender im Kreistag Siegen-Wittgenstein.

dpa

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