Tarifkonflikt Weitere Warnstreiks an Awo-Kitas, Uniklinken, Hochschulen

Ein Teilnehmer der Auftaktkundgebung trägt eine Weste der Gewerkschaft Ver.di mit der Aufschrift „Zusammen geht mehr“. GEW und V
Ein Teilnehmer der Auftaktkundgebung trägt eine Weste der Gewerkschaft Ver.di mit der Aufschrift „Zusammen geht mehr“. GEW und Verdi hatten zu Warnstreiks aufgerufen. Foto
© Christoph Reichwein/dpa
Die Warnstreiks in NRW reißen nicht ab. Neben Unikliniken, Hochschulen und Schulen sind auch Awo-Kitas in mehreren Landesteilen betroffen. Wann und wo gestreikt wird.

Die Warnstreikwelle hat nach Schulen, Hochschulen und Unikliniken nun auch die Kindertagesstätten der Arbeiterwohlfahrt (Awo) erreicht. Die Gewerkschaft Verdi rief im Tarifkonflikt um die Awo in Nordrhein-Westfalen in einer Reihe von Regionen Beschäftigte zu Arbeitsniederlegungen auf. An mehreren Orten demonstrierten Streikende aus dem Öffentlichen Dienst des Landes und der Awo gemeinsam. 

Wann und wo streiken Awo-Beschäftigte?

Verdi rief Awo-Beschäftigte am Mittwoch in einigen Städten und Kreisen im Rheinland sowie in Essen im Ruhrgebiet zu einem eintägigen Warnstreik auf. Dabei standen Kitas im Fokus. Verdi ging von Gruppen-Zusammenlegungen, Notbetreuungen und auch Kita-Schließungen aus. 

Donnerstag (5. Februar)

Verdi ruft Awo-Beschäftigte in der Region Ostwestfalen-Lippe zu Warnstreiks auf. Betroffen sind den Angaben zufolge Kitas, Pflegeeinrichtungen, Beratungsstellen, Verwaltung sowie auch Ganztags- und Betreuungsangebote an Grundschulen in der OGS der Awo in der Region. 

Freitag (6. Februar)

Warnstreiks soll es im Ruhrgebiet und im Münsterland geben, betroffen sind Awo-Einrichtungen in Münster, Recklinghausen, Gelsenkirchen, Herne, Bochum und Bottrop. Es geht um die Kitas, OGS, Behindertenhilfe und Beratungsstellen.

Montag (9. Februar)

In Düsseldorf, Wuppertal, Duisburg, Meerbusch und Neuss plant Verdi Warnstreiks bei der Awo in Kitas, OGS, Berufsbildungszentren, Verwaltung, Seniorenzentren und Fachberatungsstellen. 

Was empfiehlt das Familienministerium zur Kita?

Eltern sollten Mitteilungen aufmerksam verfolgen, ob das Kita-Angebot des Kindes von angekündigten Streiks betroffen ist. Träger informierten auch über das Angebot von Notgruppen, um die Betreuung für Kinder, deren Eltern zwingend darauf angewiesen sind, sicherzustellen. Hierzu sollten Familien dann möglichst rasch Kontakt mit der Kindertageseinrichtung aufnehmen oder sich an das Jugendamt für alternative Betreuungsmöglichkeiten wenden.

 Was rät das Schulministerium zur OGS?

Eltern werden gebeten, die aktuellen Informationen der jeweiligen OGS zu beachten. "Für die Beschäftigten der Träger der außerunterrichtlichen Angebote, etwa in der OGS, sind die jeweiligen Träger vor Ort verantwortlich", heißt es aus dem Ministerium. In den Betreuungsverträgen fänden sich häufig Regelungen zu unvorhergesehenen Ausfällen, wie etwa Notbetreuungen. 

Um was geht es bei der Awo?

Im Tarifkonflikt bei der Awo in NRW fordert Verdi 500 Euro brutto mehr monatlich für alle Beschäftigten sowie 300 Euro brutto mehr für Auszubildende. Als völlig überzogen kritisierten die Arbeitgeber die Forderung. Im Durchschnitt entsprächen die Wünsche einer Lohnsteigerung von rund 13 Prozent. In Trägerschaft der AWO befinden sich in NRW aktuell 519 OGS und 840 Kitas. Die zweite Verhandlungsrunde ist für Dienstag (10. Februar) vorgesehen. 

Wann und wo gibt es Warnstreiks an Schulen? 

Am Donnerstag (5. Februar) ruft die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zu Warnstreiks an Schulen in den Regierungsbezirken Detmold und Münster auf. Es geht um angestellte Lehrkräfte, Sozialpädagogen und Schulsozialarbeiter. Laut GEW kann es Unterrichtsausfälle geben. Eine Notbetreuung werde ermöglicht. Die meisten Lehrer sind aber verbeamtet und dürfen nicht streiken. Zuvor gab es in den Regierungsbezirken Arnsberg und Düsseldorf Warnstreiks an Schulen.

Sind auch wieder Hochschulen betroffen?

Nach Angaben von Verdi wird es am Donnerstag (5. Februar) in Ostwestfalen auch an der Universität Bielefeld, der Hochschule Bielefeld sowie der Hochschule für Polizei und Verwaltung Warnstreiks geben. Die Gewerkschaft rechnet dabei mit Einschränkungen im Hochschulbetrieb. Bibliotheken könnten geschlossen bleiben, auch der Lehrbetrieb könnte betroffen sein. 

Welche Unikliniken sind betroffen?

An den Unikliniken in Düsseldorf und Essen gehen die Warnstreiks am Donnerstag (5. Februar) am zweiten Tag in Folge weiter, nachdem am Mittwoch insgesamt sechs Unikliniken bestreikt wurden. Verdi hatte bei ähnlichen Aktionen bereits erklärt, dass ein Teil der Operationen entfallen könnte. Mit Notdienstvereinbarungen sei jedoch gewährleistet, dass dringliche Fälle versorgt werden. Die Kliniken informierten die betroffene Patienten. 

Um was geht es im öffentlichen Dienst der Länder?

GEW und Verdi fordern für Tarifbeschäftigte der Bundesländer sieben Prozent mehr Einkommen – mindestens aber 300 Euro mehr. Von Länderseite waren die Forderungen wegen knapper Haushalte als überzogen zurückgewiesen worden. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 11. und 12. Februar vorgesehen.

dpa