Sieben Wochen ohne
Worauf die Spitzenkandidaten in der Fastenzeit verzichten

Ministerpräsident Alexander Schweitzer (l) und sein Herausforderer Gordon Schnieder (r) wollen beide in der Fastenzeit auf Süßes
Ministerpräsident Alexander Schweitzer (l) und sein Herausforderer Gordon Schnieder (r) wollen beide in der Fastenzeit auf Süßes verzichten. Foto
© Hannes P Albert/dpa
Alkohol? Fleisch? Süßigkeiten? Ein bewusster Verzicht ist auch in stressigen Wahlkampfzeiten für einige rheinland-pfälzische Spitzenkandidaten wichtig. Dabei gibt es einen Favoriten.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) und sein Herausforderer von der CDU, Gordon Schnieder, wollen in der Fastenzeit ungeachtet übervoller Terminkalender möglichst keine Süßigkeiten essen. "Ich versuche, mehr auf Süßigkeiten zu verzichten", sagte Schweitzer der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Tierprodukte isst der Veganer aus der Pfalz ohnehin nicht und Alkohol lässt er im Wahlkampf auch weg.

Oppositionsführer Schnieder fällt der Verzicht auf Süßigkeiten in stressigen Zeiten ebenfalls nicht ganz leicht: "Ich esse schon sehr gern Gummibärchen und Schokolade, und gerade jetzt im Wahlkampf wäre etwas Süßes zwischendurch manchmal nicht schlecht."

Landtag wird vor Ende der Fastenzeit gewählt

Ob die Vorsätze am Wahlabend über Bord geworfen werden, ist offen. Gewählt wird am 22. März, die Fastenzeit geht aber noch bis Ostern, Ostersonntag ist am 5. April.

Eder von den Grünen legt auch den Fokus auf Süßes 

Die Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Eder hat sich auch vorgenommen, auf Süßigkeiten zu verzichten. Daniela Schmitt von der kleinsten Regierungspartei der Ampel-Koalition, der FDP, fastet ebenfalls bei Süßigkeiten - und darüber hinaus verzichtet sie auch auf Kaffee. 

FDP-Spitzenkandidatin Schmitt verzichtet auch auf Kaffee

"Nicht, weil es spektakulär ist – sondern weil ich bewusst hinschauen will: Wie selbstverständlich sind Gewohnheiten?", sagte Schmitt. "Fasten heißt für mich, einen Moment aus dem Autopiloten auszusteigen. Es geht nicht um Perfektion, sondern um Bewusstsein – darum, sich Zeit zu nehmen für das, was wirklich wichtig ist."

Ohne Kaffee geht es bei Streit von den Freien Wählern nicht

Auf Kaffee verzichten ist für den Spitzenkandidaten der Freien Wähler, Joachim Streit, nicht machbar. "Seit über drei Jahrzehnten nutze ich die sechs Wochen vor Ostern zum Entschlacken und reduziere viele Dinge bis auf null", sagte der Europa-Abgeordnete. "Nur beim Kaffee schaffe ich es nicht. Einmal hatte ich ihn ganz weggelassen, nach zehn Tagen meinte Frau: „Ich bitte dich, trink wieder Kaffee!“"

Bollinger und Ruppert leben wie sonst auch

AfD-Spitzenkandidat Jan Bollinger beteiligt sich nicht an der Fastenzeit. "Ich lebe im Rahmen der Möglichkeiten meiner Tätigkeit gesund und treibe Sport", sagt er. "Mein Fokus liegt ansonsten eindeutig auf dem Landtagswahlkampf, für den ich meine Kraft und Energie brauche."

"Ich verzichte in der Fastenzeit nicht gesondert auf etwas", sagt auch die Spitzenkandidatin der Linken, Rebecca Ruppert. "Da ich mich seit Jahren fleischlos ernähre und auch keinen Alkohol trinke, faste ich sozusagen das ganze Jahr über."

dpa