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Hilfe dank Facebook: Mann wartet vergeblich auf eine Spenderniere – dann hat er eine geniale Idee

Vor 15 Jahren diagnostizierten Ärzte bei Robert Leibowitz eine chronische Nierenkrankheit. Auf ein Spenderorgan wartete der US-Amerikaner jedoch jahrelang vergeblich. Als ihm die Zeit wegzulaufen drohte, fasste er einen folgenreichen Entschluss.

Spenderniere - Disneyland - Facebook

Vier Jahre wartete Robert Leibowitz vergebens auf ein Spenderniere - dann kam ihm die Idee mit dem T-Shirt, die auf Facebook hohe Wellen schlug

Robert Leibowitz muss ziemlich verzweifelt gewesen sein. Vor 15 Jahren wurde bei dem Mann aus Brooklyn, New York, eine chronische Nierenkrankheit diagnostiziert. Weil es mit dem Gesundheitszustand des heute 60-Jährigen fortan stetig bergab ging - zuletzt arbeiteten seine Nieren nur noch zu fünf Prozent -, brauchte Leibowitz dringend ein Spenderorgan. Er ließ sich auf Organspende-Listen verschiedener Krankenhäuser der USA setzen, wartete jedoch mehr als vier Jahre lang vergeblich auf Hilfe, wie der US-Sender CNN berichtet.

Voller Sorge, ihm könne die Zeit davonlaufen, fasste der US-Amerikaner einen Entschluss, der ihm letztlich das Leben retten sollte: Er fuhr zu Disney World in Florida - samt T-Shirt mit spezieller Aufschrift: "Brauche eine Niere. 0 positiv (gemeint ist seine Blutgruppe, Anm. d. Red.)". Unter seinen Aufruf stellte Leibowitz zudem seine Telefonnummer und spazierte damit eine Woche lang durch den Vergnügungspark.

Bild von Leibowitz geht bei Facebook durch die Decke

"Ich wusste nicht, was passieren würde. Aber wenn du verzweifelt bist, versuchst du alles", sagte Leibowitz, der in der Werbebranche tätig ist, gegenüber CNN. Mit Erfolg: Der 60-Jährige erregte die Aufmerksamkeit der Touristen und Besucher, die ihn ansprachen und Bilder knipsten, die sie später in verschiedenen sozialen Netzwerken hochluden, um möglichst viele Menschen auf Leibowitz' Notlage hinzuweisen. Besonders beeindruckend gelang dies Facebook-Nutzer Roco Sand, dessen Posting binnen eines Tages mehr als 30.000 Mal, nach einer Woche gar 90.000 Mal geteilt wurde.

Hunderte Anrufer hätten sich in den folgenden Tagen gemeldet und ihm Hilfe angeboten, erzählte Leibowitz. Doch Zweifel blieben. "Nur weil man die richtige Blutgruppe hat, heißt das nicht, dass man auch ein geeigneter Spender ist", zitiert ihn CNN. Es komme auf sehr viele Details an, die passen müssten. 

Ärzte erteilen Nierenspende grünes Licht

Dennoch bleiben am Ende vier potenzielle Helfer übrig, die für weitere Untersuchungen nach New York flogen. Drei von ihnen wurden schnell ablehnt, ein Mann jedoch passte perfekt: Richie Sully, der den Facebook-Post beim Blutspenden gesehen hatte. "Ich hätte eine Niere übrig. Die kannst du gern haben", hatte der 39-Jährige Leibowitz vor der entscheidenden Untersuchung in New York auf den Anrufbeantworter gesprochen. Dass sich Leibowitz zurückmelden würde, damit rechnete Sully dem Bericht zufolge damals nicht. Es kam wie beschrieben anders und auch die Ärzte gaben einer Operation schließlich grünes Licht. 

Vorletzten Donnerstag erhielt Leibowitz tatsächlich die neue Niere. Während er zur Kontrolle noch in dem Krankenhaus bleiben musste, durfte Sully die Klinik bereits nach zwei Tagen wieder verlassen. Was ihn jedoch nicht davon abhielt, den New Yorker seither jeden Tag zu besuchen. Richie sei "ein sehr bescheidener Mensch", sagte Leibowitz dem "People"-Magazin. "Er denkt, dass das, was er getan hat, normal ist und dass es jeder so machen sollte", führte der 60-Jährige aus. Der Punkt, dass Richie so sei, "ist ziemlich beeindruckend". Es sei für ihn unmöglich, Richie von nun an nicht als seinen Bruder zu sehen.

Die Sympathie beruht offensichtlich auf Gegenseitigkeit. Demnach wollen die beiden Männer auch in Zukunft in Kontakt bleiben und mit ihrer Geschichte dafür werben, dass sich mehr Menschen als Organspender anmelden.

mod

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